Das werden die grössten queeren Highlights für Film- und Serienfans
Von «The Chronology of Water» bis (natürlich!) «Heated Rivalry»
2026 wird ein spannendes Jahr für queere Geschichten auf Leinwand und Bildschirm. Von bewegenden Kino-Highlights über sexy Serien bis hin zu Kult-Formaten für Streaming-Fans – wir zeigen, welche Filme und Serien ihr dieses Jahr auf keinen Fall verpassen dürft.
Im Januar 2026 vorauszusagen, welche queeren Geschichten in den vor uns liegenden zwölf Monaten auf den Leinwänden und Bildschirmen besonders sehenswert sein werden, ist alles andere als ein Kinderspiel. Nicht nur, weil es – jenseits der ersten paar Monate – ohnehin nie sonderlich einfach ist, zu prognostizieren, welche Filme oder Serien überhaupt wann das Licht der Welt erblicken werden. Sondern auch, weil inzwischen wahrlich niemand mehr wird leugnen können, dass der im vollen Gang befindliche Backlash in Sachen Diversität gepaart mit allgemeinem Sparzwang und verringertem Produktions-Output dafür sorgt, dass längst nicht mehr so viele Projekte mit LGBTIQ-Schwerpunkt umgesetzt werden wie noch vor ein paar Jahren (MANNSCHAFT berichtete).
Das heisst nun allerdings nicht, dass es gar nichts gibt, worauf man sich gerade aus queerer Sicht in diesem Jahr freuen sollte.
Gleich in den kommenden Monaten sind in den Kinos jedenfalls allerlei Filme zu sehen, die wir guten Gewissens empfehlen können, weil wir bereits im vergangenen Jahr das Glück hatten, sie sehen zu können. Im März etwa startet erst Kristen Stewarts Regiedebüt «The Chronology of Water» (5.3.) in den Kinos, die emotional aufreibende Verfilmung des autobiografischen Buches der queeren Schriftstellerin Lidia Yuknavitch, mit Imogen Poots in der Hauptrolle.
Und wenig später folgt dann endlich «Pillion» (26.3.) von Harry Lighton. Die (ebenfalls auf einer literarischen Vorlage basierende) Geschichte einer BDSM-Beziehung sorgt schon seit Wochen für berechtigte Begeisterung, nicht nur durch die Red Carpet-Outfits von Alexander Skarsgård und seinem Kollegen Harry Melling, sondern auch, weil es dem Film gelingt, gleichzeitig gefühlvoll, sexy und schwarzhumorig zu sein.
Im April folgen zwei weitere Filme, die ihre Premiere bereits fast ein Jahr vorher beim Filmfestival in Cannes feierten. Julia Ducorunau macht aus «Alpha» (2.4.), dem Nachfolger ihres Palmen-Gewinners «Titane», eine Allegorie auf die Aids-Pandemie, wofür Hauptdarsteller Tahar Rahim in mehrerer Hinsicht sichtbar an seine Grenzen geht.
Ausserdem darf sich dann auch das deutschsprachige Publikum endlich davon überzeugen, dass die Liebesgeschichte «The History of Sound» (9.4.) des schwulen Regisseurs Oliver Hermanus mit den gefeierten Shooting-Stars Paul Mescal und Josh O’Connor zwar zahm wirken mag, wenn man auf heisse Sexszenen wartet, aber dennoch ein tief bewegender, wunderschöner Film ist.
Im Mai wird ausserdem «Christy» anlaufen, das Box-Biopic, in dem Sydney Sweeney die lesbische Boxerin Christy Martin spielt.
Mit Spannung warten wir natürlich auch auf neue Filme einiger der legendärsten queeren Filmemacher unserer Zeit. «Amarga Navida» («Bittere Weihnachten»), das neuste Werk von Pedro Almodóvar, kommt in seiner Heimat Spanien bereits im März in die Kinos und im Laufe des Jahres sicherlich auch in die DACH-Region. Über den Plot ist bisher allerdings kaum mehr bekannt, als dass es um eine Frau geht, die in der Trauer um ihre Mutter mit ihrer besten Freundin nach Lanzarote fliegt, während ihr Partner zurück in Madrid bleibt.
Schon im Januar feiert beim Festival in Sundance derweil «I Want Your Sex» Weltpremiere, der erste neue Film des schwulen Regisseurs Gregg Araki seit zwölf Jahren. Die Hauptrollen in dem als erotischem Thriller beschriebenen Werk spielen Olivia Wilde und Cooper Hoffman.
In Sundance läuft unter anderem übrigens auch der Dokumentarfilm «Barbara Forever», mit dem die Regisseurin Brydie O’Connor der wegweisenden, legendären und doch viel zu wenig bekannten lesbischen Regisseurin Barbara Hammer ein überfälliges Denkmal setzt. Aber wir hoffen natürlich auch, dass es der neue Film von Jane Schoenbrun («I Saw the TV Glow») noch 2026 in die Kinos schafft.
Abgedreht ist «Teenage Sex and Death at Camp Miasma», in dem «Hacks»-Star Hannah Einbinder an der Seite von Gillian Anderson eine queere Filmemacherin spielt, jedenfalls.
Ein ganz bestimmtes Zielpublikum – nämlich die Fans von «RuPaul’s Drag Race» – dürfte der Film «Stop! That! Train!» im Blick haben, der zumindest in den USA im Mai in die Kinos kommt. Unter der Regie des schwulen Regisseurs Adam Shankman spielen darin die beiden Drag Queens Ginger Minj und Jujubee die Hauptrollen, und neben jeder Menge Kolleginnen wie Latrice Royale oder Symone gibt sich in der mutmasslich ebenso albernen wie campen Komödie über zwei Zugbegleiterinnen natürlich auch RuPaul selbst die Ehre.
Ordentlich queer soll dem Vernehmen nach aber auch «Mother Mary» (21.5.) sein: in dem zum Teil in Deutschland gedrehten Film von David Lowery werden Anne Hathaway als Popstar und Michaela Coel als Modedesignerin zu sehen sein, in Nebenrollen spielen unter anderem Hunter Schafer, FKA Twigs und Kaia Gerber mit.
Und während die neuen Filme von Tom Ford und Xavier Dolan sicherlich nicht vor 2027 zu erwarten sind, stehen noch ein paar weitere LGBTIQ-Geschichten in den Startlöchern, die bereits im vergangenen Jahr auf Festivals liefen, vom französischen Sorgerechtsdrama «Love Me Tender» mit Vicky Krieps über das mexikanische Drama «En el camino», das 2025 in Venedig den Queer Lion erhielt, bis hin zu «Jimpa», in dem Olivia Colman die Tochter eines schwulen Vaters und Mutter eines nicht-binären Teenagers spielt.
Was den Serien- und Streaming-Bereich angeht, sind es natürlich vor allem neue Staffeln von bereits hinlänglich als Favoriten eines queeren Publikums etablierten Geschichten, auf die Fans weltweit hinfiebern. Die Bandbreite ist dabei auch 2026 gross: während die brillante Comedy-Serie «Hacks» in eine fünfte und letzte Staffel gehen wird, startet die erotisch aufgeladene Seifenoper «The Hunting Wives» erst in die zweite Runde.
Nach langer Pause kehrt «Euphoria» mit einer dritten Staffel (und natürlich bewährten Stars wie Zendaya, Hunter Schafer, Jacob Elordi und Colman Domingo, MANNSCHAFT berichtete) zurück, und auch mit den Investmentbanker*innen in «Industry» (12.1. bei Wow) oder den lesbischen Cops in der herrlich komischen Serie «Deadloch» (20.3. bei Prime Video) wird es ein Wiedersehen geben.
Bei «Interview With the Vampire» stehen derweil die Zeichen auf Veränderung: weil sich der Fokus auf einen neuen Protagonisten verschiebt, heisst die Serie künftig «Anne Rice’s The Vampire Lestat». Und ein Abschied steht nicht nur bei «Hacks» an. Auch von den «Heartstopper»-Jungs und ihrer Clique müssen wir uns verabschieden, und das nicht mit einer neuen Staffel, sondern dem Film «Heartstopper Forever» (MANNSCHAFT berichtete).
Weiter Verlass bleibt auf den unermüdlichen Ryan Murphy. Schon im Januar startet seine neue Serie «The Beauty» (22.1. bei Disney+), eine auf einem Comic basierende Body-Horror-Geschichte über ein sexuell übertragbares Virus, das die Infizierten schöner macht. Wie queer die Geschichte selbst ist, bleibt abzuwarten.
Der Cast ist es allemal, denn neben Evan Peters, Ashton Kutcher, Isabella Rossellini oder Rebecca Hall spielen hier auch Jeremy Pope sowie in Nebenrollen Ben Platt, Billy Eichner, Lux Pascal, Jaquel Spivey oder Jessica Alexander mit. Vermutlich im Herbst folgt schon die nächste Murphy-Produktion, nämlich eine weitere Auflage der «Monster»-Anthologie. «The Lizzie Borden Story» handelt von der berühmten Axtmörderin im frühen 20. Jahrhundert – und die wurde in früheren Verfilmungen (etwa dem Film «Lizzie» mit Chloe Sevigny und Kristen Stewart) mitunter als lesbisch dargestellt.
Nicht wenige kommende Serien muss man vorerst noch mit einem Fragezeichen versehen, was ihre potentielle Queerness angeht. Über die von Oscar-Gewinnerin Chloe Zhao inszenierte Serien-Fortsetzung von «Buffy – Im Bann der Dämonen» (die wohl «Buffy the Vampire Slayer: New Sunnydale» heissen wird) ist beispielsweise wenig mehr bekannt, als dass Sarah Michelle Gellar sich darin wieder die Ehre geben darf.
Auch wie gross der LGBTIQ-Fokus der nächsten Arbeiten des schwulen Regisseurs Marco Kreuzpaintners ist, bleibt abzuwarten. In der von ihm inszenierten britischen Serie «Deadpoint» spielt immerhin auch der queere «It’s a Sin»-Star Callum Scott Howells mit.
Hoffen darf man auf jeden Fall auf die Krimiserie «Scarpetta» (11.3. bei Prime Video), in der Nicole Kidman die bekannte Pathologin Kay Scarpetta spielen wird. In den Romanvorlagen der lesbischen Bestsellerautorin Patricia Cornwell liebt die Nichte der Protagonistin jedenfalls Frauen – und in der Serienadaption wird sie nun von der queeren Oscar-Gewinnerin Ariana DeBose verkörpert.
Und dann ist da natürlich noch «Heated Rivalry», die kanadische Serie über die Liebesbeziehung zweier ungeouteter Eishockey-Spieler, über die seit dem Start in den USA und Kanada nicht nur aufgrund der heissen Sexszene das weltweite Internet zu sprechen scheint. Inzwischen steht fest, dass die Serie demnächst auch im deutschen Sprachraum zu sehen sein wird, beim neuen Streamingdienst HBO Max, der am 13. Januar in Deutschland, Österreich und der Schweiz startet. Nur einen genauen Termin gibt es leider noch nicht.
Drücken wir also die Daumen, dass unsere Hoffnungen in all diese Filme und Serien nicht enttäuscht werden und obendrein noch jede Menge queere Geschichten hinzukommen werden, die aktuell noch niemand auf dem Schirm hat. Dass im nächsten Berliner «Tatort» (1.2. in der ARD) der von Mark Waschke gespielte Kommissar Karow endlich mal wieder seine Queerness ausleben darf (und das sogar recht explizit), werten wir jedenfalls mal als gutes Omen für 2026.
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