Als Neujahrsgruss: Ehemaliger japanischer Fussballprofi feiert Coming-out

Marumi Yamazaki gab mit dem Coming-out auch die Ehe zu seiner Frau bekannt.
Marumi Yamazaki gab mit dem Coming-out auch die Ehe zu seiner Frau bekannt. (Bild: instagram.com/marusta.69)

Marumi Yamazaki spielte früher für die japanische Nationalmannschaft der Frauen, zum neuen Jahr outete er sich als trans. In einem persönlichen Instagram-Post stellt er seine Ehefrau vor und spricht offen über seine Transition.

Marumi Yamazaki outete sich an Neujahr bei seinen Fans als trans Mann. «Ich habe den Mut aufgebracht, dies allen mitzuteilen», schrieb der 35-Jährige auf Instagram. «Ich habe mein Geschlecht im Familienregister auf männlich geändert und eine wirklich wunderbare Frau geheiratet! Der Hauptgrund für mein Aufhören mit dem Fussball war die Verwirklichung dieses Traums.»

Yamazaki spielte zwischen 2006 und 2020 für mehrere Vereine, darunter AS Elfen Sayama FC, Albirex Niigata, AC Nagano Parceiro und JEF United Chiba. Für Albirex Niigata bestritt er 101 von insgesamt 177 Ligaspielen seiner Karriere. Zudem lief er 2013 viermal für die japanische Nationalmannschaft bei der Algarve Cup auf.

Nach seinem Rücktritt 2023 widmete sich Yamazaki dem Coaching und trat als Kommentator auf, spielte aber weiterhin Futsal. Zunächst habe er nicht geplant, seine Transition öffentlich zu machen. Nach einem Jahr des privaten Coming-outs habe er sich jedoch entschieden, die Nachricht mit der Welt zu teilen.

In Japan ist die Änderung des Geschlechtseintrags seit 2003 legal, setzt aber unter anderem eine Sterilisationsoperation voraus. Ausserdem darf man nicht verheiratet sein. Im gesellschaftlich konservativ geprägten Land ist die Ehe für alle nicht möglich (MANNSCHAFT berichtete). Yamazaki erklärte, dass er die Behandlung nach sorgfältiger Überlegung seines Alters gewählt habe: «Natürlich erfordert eine Geschlechtsangleichung eine Behandlung, die Zeit in Anspruch nimmt. Unter Berücksichtigung meines Alters und des Alters meiner Partnerin hatte ich das Gefühl, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist.»

Über seine Entscheidung, öffentlich zu gehen, schrieb er: «Auch wenn es noch nicht allgemein akzeptiert ist und die Meinungen geteilt sind, hoffe ich, Menschen in ihren Wertvorstellungen zu erweitern, ihnen Orientierung zu bieten und Mut sowie Hoffnung zu geben.»

Seine Ankündigung stiess auf breite Unterstützung. Unter den Gratulant*innen waren unter anderem die japanischen Fussball-Legenden Karina Maruyama und Aya Samejima, beide Mitglieder des Weltmeisterteams 2011. Yamazaki schloss seinen Beitrag mit den Worten: «Ich hoffe, wir können in einer Welt leben, in der alle so leben können, wie sie sind. Frohes neues Jahr!»

Mehr: Japans erste Premierministerin ist eine Gegnerin der Ehe für alle (MANNSCHAFT berichtete)

Das könnte dich auch interessieren

Kommentare