Sachsen
Neonazi Liebich soll ursprünglich männlichen Geschlechtseintrag zurückerhalten
Die rechtsextreme Marla Svenja Liebich könnte bald wieder Sven Liebich heissen. Wie der MDR berichtet, bringt der zuständige Landkreis die Sache vor Gericht.
Neonazi Marla Svenja Liebich könnte bald wieder Sven Liebich heissen. Der zuständige Landkreis wirft ihr einen Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes vor und bringt die Sache vor Gericht. Liebich selbst wolle den eigenen Eintrag erneut ändern, heisst es. Der neue Geschlechtseintrag soll divers lauten, der neue Name: Anne Frank. Dies ist der Name eines jüdisches Mädchen, das 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen starb. Ihr Tagebuch wurde weltberühmt, ein wichtiges Zeugnis des Holocaust und der Verbrechen der Nazis.
Nach Recherchen des MDR geht der zuständige Landkreis Saalekreis in Liebichs Fall von einem Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes aus und hat juristische Schritte eingeleitet. Bereits im Dezember 2025 habe der Kreis beim Amtsgericht Halle beantragt, die Änderungen von Geschlecht und Namen Liebichs rückgängig zu machen. Das wurde dem MDR von Landkreis und Amtsgericht bestätigt.
Der erneute Änderungswunsch war Anfang des Jahres bekannt geworden und hatte die Zweifel, ob Liebich die Regelungen des Gesetzes womöglich missbraucht, noch befeuert.
Dem Portal Euronews gab der verurteilte Neonazi, der sich Marla Svenja Liebich nennt, zuvor ein Interview aus dem Untergrund. Und verkündete kurz vor Ende des vorigen Jahres: Sie möchte keine Frau mehr sein, sei jetzt nicht-binär. «Wegen all dem Hass und der Hetze» will Liebich keine Frau mehr sein. Und: «Ich will mein Privatleben von der Kunstfigur trennen», so Liebich in dem Gespräch.
Seit Monaten suchen Polizei und Staatsanwaltschaft nach der verurteilten Rechtsextremistin. «In Sachen Liebich dauern die Fahndungsmassnahmen an», sagte Staatsanwalt Benedikt Bernzen von der Staatsanwaltschaft in Halle im Herbst. Liebich war zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden, hatte die Haft in der Justizvollzugsanstalt in Chemnitz Ende August 2025 jedoch nicht angetreten (MANNSCHAFT berichtete).
Sachsens Justizministerin Constanze Geiert (CDU) forderte bereits gemeinsam mit ihren Amtskolleginnen aus Sachsen-Anhalt und Thüringen von der Bundesregierung eine Prüfung und Überarbeitung des Selbstbestimmungsgesetzes.
Anfang des vergangenen Jahres war bekanntgeworden, dass Liebich den Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich und den Vornamen in Marla Svenja hat ändern lassen (MANNSCHAFT berichtete).
Liebich war im Juli 2023 – damals noch als Sven Liebich – vom Amtsgericht Halle wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Die Haft trat Liebich nicht an. Seitdem wird deutschlandweit nach ihr gefahndet.
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