«Tagesthemen»-Moderator Helge Fuhst verlässt ARD

Seine genauen Pläne behält der offen schwule ARD-Journalist noch für sich

Journalist Helge Fuhst mit David-Bowie-T-Shirt (Foto: Salon Schinkelplatz/ Alexander Hildebrand)
Journalist Helge Fuhst mit David-Bowie-T-Shirt (Foto: Salon Schinkelplatz/ Alexander Hildebrand)

Seit 2020 gehört Helge Fuhst zum Moderator*innen-Team der «Tagesthemen». Nun verlässt der offen schwule Journalist die Sendung und hat bereits einen neuen Job.

Helge Fuhst, der zu den Moderator*innen der «Tagesthemen» gehört, verlässt die ARD. Es stimme, dass er bei ARD-aktuell und den «Tagesthemen» aufhöre, sagte eine NDR-Sprecherin. Fuhst habe einen neuen Job. Laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) werde er zu einem privaten Medienunternehmen wechseln.

Nähere Details wurden nicht bekannt. Fuhst selbst äusserte sich zunächst nicht. Zuvor hatten andere Medien berichtet.

Seit 2020 ist Fuhst Teil des Moderator*innenteams, das die ARD-«Tagesthemen» präsentiert. Zudem ist er stellvertretender Chefredakteur von ARD-aktuell, der übergreifenden Nachrichtenredaktion beim NDR, und trägt damit auch Mitverantwortung für die «Tagesschau». Davor war Fuhst Programmgeschäftsführer bei dem Fernsehsender Phoenix.

Fuhst hat sich 2016 mit seinem Mann, der seit über 14 Jahren an seiner Seite ist, verpartnert; die Männer liessen die Partnerschaft 2019 in eine Ehe umwandeln.

Helge Fuhst wurde 2021 von der Stiftung Prout@Work in der Kategorie PROUT in Media Art Culture mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Vor eineinhalb Jahren kandidierte er erfolglos für den Posten des WDR-Intendanten (MANNSCHAFT berichtete).

Vor ein paar Jahren hatte der TV-Moderator und Wirtschaftsexperte Manuel Koch Helge Fuhst zu sich in seine neue Sendung «Salon Schinkelplatz» eingeladen.

Fuhst erklärte dort, dass es in der ARD-Nachrichtenredaktion wichtig sei, Gesichter ins Team zu bekommen, die einen Mix darstellen aus unterschiedlichen Altersgruppen, Hintergründen und Geschichten. Wörtlich hiess es: «Es sollten nicht alle im Team den gleichen Lebenslauf mitbringen.» Nur so könne man ausgewogene Nachrichtenberichterstattung produzieren.

Helge Fuhst (l.) und Manuel Koch (Foto: Salon Schinkelplatz/ Alexander Hildebrand)
Helge Fuhst (l.) und Manuel Koch (Foto: Salon Schinkelplatz/ Alexander Hildebrand)

Fuhst antwortete auf die Frage, was ihm als Journalist besonders schwerfalle, dass das Gespräche bzw. Interviews zu LGBTIQ-Themen seien mit Personen, von denen er wisse, dass sie LGBTIQ ablehnen. Dabei die journalistische Neutralitätspflicht zu wahren, sei eine Herausforderung. Selbst wenn es immer darum gehe, eine Vielfalt der Perspektiven und Meinungen zuzulassen.

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