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US-Republikaner verliert Wiederwahl nach Coming-out

Nathan Ivie liess sich von seiner Frau scheiden und outete sich als schwul

nathan ivie
Nathan Ivie war seit 2016 Landrat des US-Bundesstaats Utah. (Bild: Pressefoto nathanivie.com)

Nathan Ivie verlor die Wiederwahl zum Landrat im US-Bundesstaat Utah. Der Republikaner macht sein Coming-out dafür verantwortlich.

Für manche ist das mediale Coming-out ein Marketingtool, um der Karriere einen Aufschwung zu bescheren. Der Fall von Nathan Ivie zeigt jedoch, dass ein öffentliches Bekenntnis zur Homosexualität auch das Gegenteil bezwecken kann. Der Republikaner verlor die Wiederwahl zum Landrat im US-Bundesstaat Utah und ist überzeugt, dass sein Coming-out dabei eine massgebliche Rolle gespielt hat.

Im Mai 2019 outete sich Ivie in einem bewegenden Youtube-Video als schwul. Nach einem Selbstmordversuch mit 22 und mehreren Jahren der inneren Zerrissenheit habe er sich nun entschieden, gegenüber der Öffentlichkeit ehrlich zu sein. «Ich weiss, dass in jedem Bereich unseres Lebens Hass existiert. Er darf uns als Community jedoch nicht definieren», sagte er. Er werde seinen Job als Landrat weiterhin mit ganzer Kraft ausüben.

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Er gab damals auch die Scheidung von seiner Ehefrau bekannt. Man habe viele Stunden mit Diskussionen verbracht, wie «wie als eine andere Art von Familie vorankommen können, um die gemeinsame Verantwortung für unsere beiden wundervollen Kinder.»

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Gegenüber der Desert News sagte Ivie damals, dass die Reaktionen zu seinem Coming-out sehr positiv gewesen seien. Sowohl demokratische als auch republikanische Politiker*innen sprachen ihm öffentlich ihre Unterstützung zu, darunter auch Derek Brown, Vorsitzender der republikanischen Partei im Bundesstaat Utah.

Der Niederlage an der Urne zeigt nun, dass Ivie den Support nicht auf die Wählerschaft ummünzen konnte. Sein politischer Gegner Tom Sakievich konnte rund 60% der Stimmen ergattern, Ivie hingegen nur 40%. Für die verlorene Wiederwahl macht der 41-Jährige sein Coming-out verantwortlich.

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«Meine Sexualität hat eine Rolle gespielt – ohne Zweifel», sagte er gegenüber der Salt Lake Tribune. Von einer konservativen Gruppe habe er Hassemails bekommen. «Ihre Lügen haben definitiv ihren Teil dazu beigetragen. Während der Kampagne habe ich das bewusst nicht thematisiert, weil ich nicht diese Art von Mensch bin.»

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Sein politischer Gegner Tom Sakievich widerspricht. Für die Wähler*innen sei das Coming-out kein Problem gewesen. «Thema waren die Steuern und wie die Regierung geführt wird», sagte er. «Das hat ihre Meinungen gelenkt.»

Der Republikaner Aaron Schoch outete sich im März 2020 als schwul. Während seiner Amtszeit hatte er mehrmals gegen LGBTIQ-Anliegen gestimmt (MANNSCHAFT berichtete).

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