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Homosexuelles Paar aus Sambia am Afrikatag begnadigt

Zuvor waren sie zu 15 Jahren Haft verurteilt worden

Sambia
Foto: AdobeStock

Am African Day of Freedom wurden am Montag beinahe 3.000 Gefangene begnadigt. Darunter ein Männerpaar, das wegen «Sex wider Natur» zu 15 Jahren Haft verurteilt worden war.

Eine Hotelangestellte beobachtete Japhet Chataba, 39, und Steven Samoa, 31, letztes Jahr, wie sie in einem Hotelzimmer Sex hatten und denunzierte sie. Bei der Anklage lag dem Gericht Video- und Fotomaterial als Beweis vor. Das Gericht verurteilte die beiden Männer im November zu 15 Jahren Haft (MANNSCHAFT berichtete). Der sambische Präsident Edgar Lungu rechtfertigte das harte Urteil in einem Interview damit, dass man Homosexualität ablehne.

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Das Gesetz, auf das sich die Richter beim Urteil beriefen, geht auf die britische Kolonialzeit zurück. Ab 1964 wurde aus Nordrhodesien Sambia und viele Gesetze wurden dabei von den Briten übernommen, darunter auch jenes gegen gleichgeschlechtliche Aktivitäten.

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Zur Feier des African Day of Freedom am Montag begnadigte Lungu die beiden Männer zusammen mit fast 3.000 weiteren Gefangenen, wie die BBC berichtet. Jedes Jahr am 25. Mai und an Weihnachten begnadigt der sambische Präsident Häftlinge oder verkürzt deren Haftdauer. Die Inhaftierung der beiden homosexuellen Männer sorgte für Schlagzeilen und führte zu einer Krise zwischen dem damaligen Amerikanischen Botschafter in Lusaka, Daniel Foote, und der sambischen Regierung.

Foote kritisierte das Urteil scharf und rief die sambische Regierung auf, die Anti-LGBTIQ-Gesetze nachzuprüfen. Dazu ergänzte er, dass die Beziehung zwischen zwei Männern niemanden verletze, im Gegensatz zu den Regierungsbeamten, welche Millionen von öffentlichen Geldern stehlen können, ohne dafür bestraft zu werden. Darauf protestierte der sambische Aussenminister, dass sich Foote nicht in die inneren Angelegenheiten des Landes einmischen solle und erklärte ihn für unhaltbar. Foote verliess die Botschaft in der Hauptstadt Lusaka am 2. Januar 2020.

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Homosexuelle Handlungen sind in Sambia illegal und können mit Zwangsarbeit und 15 Jahren bis lebenslänglich bestraft werden. 98% der Bevölkerung Sambias verurteilen Homosexualität. Die NGO «Zambians Against People with Abnormal Sexual Acts» arbeitet zudem an der Bekämpfung von Homosexualität.

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In Uganda tolerieren 11% der Bevölkerung Homosexualität. Im Gegensatz zu Sambia sind in Uganda einige LGBTIQ-Organisationen wie die SMUG aktiv, die Schutz, Beratung und Hilfe zur Verfügung stellen. Sie berichten aber auch von Diskriminierung, Verfolgung und Verhaftungen auf Grund der sexuellen Orientierung. Erst im März stürmte die Polizei das Schutzhaus Children of the Sun Foundation. 19 Bewohner wurden fast 50 Tage lang eingesperrt (MANNSCHAFT berichtete).

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