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Grindr steht angeblich kurz vor dem Verkauf

Der Wert der Dating-App wird auf 500 Millionen US-Dollar geschätzt

Grindr
Bild: Mannschaft Magazin

Das chinesische Unternehmen Kunlun ist offenbar kurz davor, Grindr an Investoren zu verkaufen. Auf Druck der USA muss ein Verkauf noch dieses Jahr stattfinden.

Wechselt Grindr bald den Eigentümer? Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, steht die Dating-App kurz vor dem Verkauf. Kunlun würde somit den Forderungen des US-Regierungskomitees zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen CFIUS nachkommen. Bis Mitte 2020 muss die chinesische Gaming-Firma ihre Anteile verkaufen. Die USA sind besorgt, dass sensible Daten wie Chatnachrichten oder HIV-Informationen von US-amerikanischen Nutzer*innen in die falschen Hände fallen könnten.

Bereits im Januar wurden Vorwürfe laut, Kunlun würde Grindr-Daten verkaufen (MANNSCHAFT berichtete). Nutzer*innen und Nutzer würden regelrecht «ausgespäht», so die Kritik vom norwegischen Verbraucherschutz.

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Reuters beruft sich auf drei Quellen, die von einem möglichen Verkauf an James Lu sprechen. Der potenzielle Käufer ist ehemaliges Kadermitglied der chinesischen Suchmaschine Baidu und einer von mehreren Investoren, die scheinbar an der Übernahme der Dating-App interessiert sind. Offen ist, inwiefern der neue Eigentümer den Sicherheitsauflagen von CFIUS entspricht.

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Über den Kaufpreis ist nichts weiter bekannt. Den Quellen zufolge dient Grindrs Marktwert von rund 500 Millionen US-Dollar als Grundlage für die Verhandlungen. Gemäss Informationen, die Kunlun im Rahmen des geplanten Börsengangs von Grindr gegenüber der Börse von Shenzhen kommuniziert hatte, verzeichnete die App 2019 einen Rekordumsatz sowie wachsende Nutzerzahlen.  Reuters konnte weder Kunlun noch Lu für ein Statement erreichen. Grindr selbst verzichtete auf eine Stellungnahme.

Kunlun erwarb 2016 60% der Anteile der Dating-App für 93 Millionen US-Dollar, 2018 erfolgte die restliche Übernahme. Daraufhin übersiedelte Kunlun ein Grossteil der Grindr-Büros von Kalifornien nach Peking und gab den in Peking ansässigen Ingenieur*innen Zugang zur Datenbank der Dating-App. Nachdem sich CFIUS mit Kunlun über eine Veräusserung der App bis Juni 2020 geeinigt hatte, schloss die Firma den Sitz in Peking und stellte die rund zwei Dutzend Mitarbeitenden frei.

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Grindr ist weiterhin im kalifornischen West Hollywood zuhause. Die App verfügt über 4,5 Millionen täglich aktive Nutzer*innen und gilt nach eigenen Angaben als grösste Social-Media-Plattform für schwule, bisexuelle und trans Personen.

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Kurz nach Übernahme durch Kunlun 2018 sorgte der damals neue Grindr-Chef Scott Chen für weltweite Schlagzeilen, nachdem er sich in einem Facebook-Post öffentlich für eine traditionelle Ehedefinition zwischen Mann und Frau ausgesprochen hatte (MANNSCHAFT berichtete).

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