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Homophobe Transparente im Stadion – der DFB ermittelt

Seit Anfang der Woche läuft ein Ermittlungsverfahren gegen die Hauptstadtvereine Hertha BSC und Union Berlin

homophobe Transparente
Foto: Facebook/Carsten Schatz via Mark Seibert

Beim Berlin-Derby wurden am Wochenende Pyros gezündet, gegnerische Fan-Utensilien verbrannt und Leuchtgeschosse auf die Tribüne gefeuert. Dazu gab es ein geschmackloses, homofeindliches Spruchband der Union-Fans. Nun ermittelt der DFB.

«16 Autos – 12 Herthaner. Der Schwanz im Arsch wird nie zum Rückgrat!», stand auf den Transparenten im Stadion. Der DFB-Kontrollausschuss hat nach den unterschiedlichen Vorkommnissen beim Berliner Derby Anfang der Woche Ermittlungsverfahren gegen die Hauptstadtvereine Hertha BSC und Union Berlin eingeleitet.

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Auch die Transparente seien Teil der Ermittlungen, bestätigte der Deutsche Fussball-Bund auf Anfrage der MANNSCHAFT. Hier käme Paragraph 9 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB zum Tragen, da der DFB sich «ganz klar gegen jegliche Form der Diskriminierung stellt und diese auch sportgerichtlich verfolgt».

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Bekannt gemacht hatte den Vorfall der Linke-Politiker Carsten Schatz. «Beim Lokalrivalen hat sich etwas verändert, als mit den Hertha-Junxx die Homo-Fans und Mitglieder sichtbar und aktiv geworden sind. Wird Zeit für sowas die die Eisernen Ladys», schrieb er auf Facebook. »Beim Nachbarn spicken ist ja nicht immer schlecht. Kriegen wir den Arsch hoch?»

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Der langjährige Union-Fan und Blogger Bas Timmers erkärte in seinem Blog, er könne nicht für alle sprechen. «Aber grundsätzlich finde ich es lächerlich zu glauben, dass man die Auswärtsfans mit homophoben Sprüchen beleidigen kann. Es fühlt sich eher so an, als wollen einige Ultras ihre Männlichkeit beweisen und auf Minderheiten einschlagen», schreibt Timmers.

Wir baten Union Berlin um eine Stellungnahme, doch der Verein reagierte nicht. Gegenüber der B.Z. soll die Äusserung gefallen sein, der Verein habe keine eindeutige homophobe Beleidigung gesehen. Auf die Frage, ob der Inhalt der Banner bekannt war, hiess es vom Verein, es sei nur bekannt gewesen, dass Banner kommen.

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Im Mai hatte Hertha BSC den ursprünglich geplanten Regenbogen auf den Trikots am Vielfalt-Spieltag deutlich zurückgedrängt – auf Wunsch der Fans (MANNSCHAFT berichtete).

Kriss Rudolph

Geschrieben von

Kriss Rudolph lebt mit seinem Hund Mompa in Berlin. Bei MANNSCHAFT ist er als Online-CvD und als Chefredakteur der deutschen Print-Ausgabe tätig.

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