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Mehr Serien auf Netflix und Amazon Prime mit LGBTIQ-Charakteren

Während bei den Oscars 2019 mehr LGBTIQ-Filme als je zuvor nominiert waren, haben Serienmacher längst die Diversity-Vorreiterrolle übernommen

LGBTIQ Serien
Miles (Eric Osborne, l.) liebt Tristan (Lyle Lettau) in der Serie «Degrassi: Next Class» aus Kanada (Foto: Netflix)

Wer kennt das Problem nicht – da hat man gerade eine der vielen geilen LGBTIQ-Serien bei Netflix oder Amazon Prime geschaut, von «London Spy» und «Grace & Frankie» bis zu «East Siders», «Élite» und «Sex Education», und fragt sich: was jetzt? Was als nächstes, wenn auch die zweite Staffel der «Marvelous Mrs. Maisel» vorbei ist? Hier sind einige sehr persönliche Empfehlungen eines hoffnungslosen Serien-Junkies.

Um mal mit den nicht ganz so offensichtlichen Sachen anzufangen. Im Jahr 2018 hörte ich um mich herum ein endloses Lamento zu «Lesbischer Unsichtbarkeit». Als schwuler Mann fragte ich mich damals, ob die angeblich so unsichtbaren Lesben hierzulande spinnen, denn ich hatte in den Monaten zuvor noch nie so viele lesbische Charaktere in Serien gesehen. Noch dazu in Serien, die mich als schwulen Mann so sehr interessierten, dass ich sie mit quasi-religiösem Eifer wöchentlich geguckt habe. (Und das kann ich nicht unbedingt von vielen Lesben-Serien behaupten.) Aber vielleicht liegt es daran, dass diese lesbischen Charaktere von schwulen Serienmachern erdacht wurden?

Sind sie dann «richtig» lesbisch? Ich würde sagen: ja. Und hier ist an allererster Stelle «The Fosters» zu nennen.

1. The Fosters
Die fünf Staffeln und 105 (!) Episoden gehen auf das Konzept von Bradley Bredeweg und Peter Paige («Queer as Folk») zurück, Produzentin ist Jennifer Lopez. Es ist die Geschichte von zwei Frauen, die mit einer Schar von Adoptiv- und Ziehkindern in einem grossen Haus leben, als moderne Version der populären US-Patchwork-Familienserie «The Brady Bunch» aus den späten 60er-Jahren.

The US-Familienserie «The Fosters», produziert von Jennifer Lopez (Foto: abc)

Das Besondere an der Serie ist, dass die Partnerschaft von Stef Adams Foster und ihrer Frau Lena Adams Foster mit absoluter Selbstverständlichkeit dargestellt wird, ebenso ihre Eignung als Eltern. Das wird nie problematisiert, vielmehr werden eher die vielen anderen Elternpaare drum herum mit ihren vielen Schwächen gezeigt. Die belegen: Alle Eltern müssen mit ihren eigenen Problemen kämpfen, und es ist lächerlich zu behaupten, gleichgeschlechtliche Paare wären grundsätzlich weniger geeignet Kinder gross zu ziehen. Polizistin Stef (Teri Polo) und Lehrerin Lena (Sherri Saum) sind perfekt geeignet!

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Bei den Problemen der pubertierenden Kinder wird so ziemlich alles durchgespielt, was man sich an Familienkonstellationen vorstellen kann an Tabu-Themen, Inzest zwischen Stiefgeschwistern inklusive. Aber dies geschieht auf so anrührende und überzeugende Weise, dass ich das Resultat für die beste Familienserie aller Zeiten halte.

Und: mit der Figur des Adoptivsohns Jude (Hayden Byerly) wird gezeigt, wie früh Homosexualität ein Thema werden kann und wie schwer es ist, für Eltern und Mitschüler damit umzugehen. Die Liebesbeziehung zwischen Jude und Connor – beide um die 10 Jahre – ist jedenfalls weit jenseits von allem, was man sonst an «schwulen» Charakteren in Serien und Filmen zu sehen bekommt. Und es ist ein enormes Plus, mit wie viel Sensibilität das Thema hier über mehrere Staffeln verteilt behandelt wird.

Das Gleiche gilt für die Liebesgeschichte von Callie (Maia Mitchell) mit einem Trans-Mann und der Frage, wie das mit dem Sex funktioniert. Eye Candy gibt es reichlich in Form der diversen Boyfriends von Teenager Mariana (Cierra Ramirez). Von Nachbarjungs und biologischen Vätern (u.a. Brandon Quinn) ganz zu schweigen.

Die März-Ausgabe der MANNSCHAFT ist da!

Meiner Teenager-Nichte habe ich ewig versucht die Serie schmackhaft zu machen, ohne Erfolg. Bis sie eines Tages nebenbei erzählte, dass sie sie jetzt doch schaue, und zwar mit Begeisterung. («War das nicht die Serie, von der du so geschwärmt hast?») Als ich das Kind fragte, was sie denn plötzlich bewogen habe reinzugucken, sagte sie lapidar: Noah Centineo spielt mit.

Für alle die nicht wissen was das bedeutet: Das ist der Netflix-Teenie-Star Nr. 1 (hier in seiner Vor-Netflix-Superstar-Zeit zu sehen). Die Wege des Herrn sind unergründlich!

Leider hat Amazon die Serie aus ihrem Prime-Angebot gerade wieder rausgenommen, so dass man derzeit 4,98 Euro pro Staffel zahlen muss. Die lohnen aber!

2. American Horror Story
Bei Netflix wurde das Angebot von «American Horror Story» von Ryan Murphy ebenfalls wieder reduziert. Aktuell verfügbar ist Staffel 2, «Asylum». Da geht es um die lesbische Journalistin Lana Winters (Sarah Paulson), die 1964 in einem katholischen Heim für geistig Behinderte eingeliefert wird und dort von der sadistischen Nonne Schwester Jude Martin (Jessica Lange) einer Elektroschocktherapie unterworfen wird, um sie von «unreinen» Gedanken zu befreien.

Diese Elektroschockszenen sind derart furchtbar, dass danach eigentlich kein Zuschauer bei klarem Verstand jemals wieder für Konversionstherapie sein könnte. Fast genauso furchtbar ist die Entwicklung der Figur des Psychiaters Dr. Oliver Thredson (Zachary Quinto) von einem anfangs sehr positiv gezeichneten Charakter zu einem Monster hinter der Maske des Guten. Aber Ryan Murphy wäre nicht Mr. Murphy wenn er nicht einige grandiose Überraschungen parat hätte, speziell was die Rolle seiner Muse Jessica Lange angeht, die wirklich grandios spielt, ebenso Murphys andere neue Muse: Miss Paulson!

Gus Kenworthy spielt bei «American Horror Story» mit

Die aus LGBTIQ-Sicht besonders aufregende – und schockierende – 7. Staffel von «American Horror Story», die sich mit dem heutigen Amerika nach der Wahl von Trump beschäftigt und mehr schwul-lesbische Charaktere als je zuvor bei AHS enthält, ist leider bei Netflix wieder raus und bei Amazon Prime nicht einmal käuflich verfügbar. Es lohnt, die Augen dafür aufzuhalten.

3. American Crime Story: The Assassination of Gianni Versace
Ebenfalls von Ryan Murphy ist «American Crime Story», deren 2. Staffel den Titel «The Assassination of Gianni Versace» trägt und sich mit Andrew Cunanan und dem Mord am italienischen Modeschöpfer beschäftigt. Wie da die Einsamkeit und Gestörtheit eines attraktiven jungen Schwulen gezeigt wird, der mit seiner eigenen Bedeutungslosigkeit nicht klar kommt und anfängt zu morden, weil er die «Macht» geniesst, die ihm das gibt, ist irritierend und bewegend. Auch genial.

Darren Criss als Cunanan ist umwerfend (er gewann dafür den Golden Globe), Penélope Cruz als Donatella ebenso. Ricky Martin hat einen Glanzauftritt als Versaces Langzeitpartner Antonio D’Amico, der von Donatella und der Familie nach dem Tod seines Liebhabers gnadenlose abserviert wird.

4. The Alienist
Um kurz bei den Crime-Serien zu bleiben: Packend fand ich «The Alienist» mit Daniel Brühl, Dakota Fanning und Luke Evans. Die hat nichts mit Ausserirdischen zu tun, vielmehr spielt die Geschichte 1896 in New York City. Der Kriminologe Dr. Laszlo Kreizler (Brühl) versucht mit Hilfe seiner beiden Mitstreiter (Fanning und Evans), einen pädophilen Mörder zu fassen, der Stricherjungs bestialisch zerstückelt, nachdem er mit ihnen Sex hatte. Wie die überwiegend irischstämmige katholische Polizei in NYC mit dem Fall umgeht und die Gesellschaft in Manhattan wird packend erzählt. Denn natürlich ist Kindesmissbrauch an Jungs nach wie vor ein Tabuthema, das mit viel Scham behaftet ist.

Als Sittengemälde einer amerikanischen Gesellschaft (inklusive Pädophilie und Missbrauch an Jungen) und auch als intensives Kammerspiel zwischen den drei Hauptfiguren ist diese Serie eine Analyse von Anderssein und auch von der Emanzipation von Frauen. Das Spiel mit der möglichen Homosexualität von Luke Evans‘ Figur ist dabei selbstironisch umgesetzt.

Irgendwann weiss man als Zuschauer nicht mehr, wen man alles für einen möglichen (von pervertierter Lust oder perverser Moral?) angetriebene Mörder halten soll und wen nicht. Wobei auch die bewegenden Geschichten der jugendlichen Stricher gezeigt werden – was es für sie bedeutet, sich zu verkaufen und (!) wie Aussätzige behandelt zu werden, während sie nicht wissen, an wen sie sich wenden können aus Angst vor dem Mörder.

5. Outlander
Apropos Aussenseiter: Bei Netflix kann man drei Staffel «Outlander» schauen. Die Serie lohnt nicht nur wegen der ungewöhnlichen Liebesgeschichte zwischen der Krankenschwester Claire, die in Schottland aus Versehen eine Zeitreise aus dem Jahr 1946 ins 18. Jahrhundert macht und da den Highlander Jamie trifft.

Sam Heughan als Jamie in der Serie «Outlander» (Foto: Netflix)

Ja, Sam Heughan sieht im Kilt unfassbar gut aus, und wenn er sich das Hemd auszieht, noch viel mehr. Heughan hatte 2009 mal eine schwule Rolle im Theaterstück «Plague Over England» übernommen. Aber aus LGBTIQ-Sicht ist an «Outlander» interessant, dass Claires liebevoller Ehemann Frank aus dem Jahr 1946 in der Vergangenheit als sadistischer Vorfahre Jonathan «Black Jack» Randall auftaucht, der ein Auge auf Jamie wirft.

[Achtung Spoiler:] Am Ende der 1. Staffel wird Jamie brutal vergewaltigt von diesem verklemmt schwulen Machtmenschen, was man so auch nicht allzu oft in Serien oder Filmen zu sehen bekommt. Was das für Auswirkungen auf Jamie hat und seine (sexuelle) Beziehung zu Claire, und wie Claire damit umgeht, den Doppelgänger ihres eigenen Ehemanns so zu erleben, wird in Staffel 2 behandelt.

Leider gibt’s bei der Serie zwischendurch ziemliche Durchhänger, wo die Geschichte auf der Stelle tritt. Aber die ganze erste Hälfte von Staffel 3 ist dann wieder so grandios – als Porträt einer kaputten Beziehung, die trotzdem gelebt wird, wegen des Kindes –, dass es lohnt dranzubleiben. (Ja, «Black Jack» taucht später auch wieder auf, allerdings wird die «schwule» Geschichte nicht in der Intensität von Staffel 1 weiterausgebreitet.)

6. The Royals
Und weil wir gerade in Schottland und Grossbritannien sind: Ein absolutes Muss sind die vier Staffeln «The Royals» bei Amazon Prime. Das ist eine Art «guilty pleasure» für mich, weil es totaler Trash ist, aber herrlich. Elizabeth Hurley als Queen Helena von Grossbritannien ist umwerfend, daneben verblassen selbst «Trash Deluxe»-Damen wie Gaby Tupper. Die Herrenriege William Moseley als Prinz Liam, Max Brown als Prinz bzw. König Robert und Tom Austen als Bodyguard Jasper-mit-den-sexy-Augenbrauen sind «visuell erfrischend», um es vorsichtig auszudrücken. Und ihre Geschichte als British Royal Family ist die grandenloseste Parodie auf William, Kate, Harry & Co. die ich je gesehen habe.

Besonders weil Jake Maskall den bisexuellen Prinz/König Cyrus so überzeugende fies, glamourös und over-the-top spielt, dass es sogar Joan Collins als Grand Duchess Alexandra of Oxford schwer hat, ihm die Show zu stehlen.

7. Dear White People
Mehr intellektuellen Anspruch haben die beiden Staffeln «Dear White People» bei Netflix. Oberflächlich betrachtet ist es eine College-Serie mit People-of-Color-Charakteren, die durchspielen, was es heisst, PoC und (!) sehr privilegiert zu sein. Allerdings tut Justin Simien das auf so satirisch-ironische Weise, dass man begreift, wie absurd – aber auch wie wichtig – viele der aktuellen Rassismusdebatten sind. Und wie schwierig es ist, eine angemessene Antwort auf komplizierte Sachverhalte zu finden.

Der Hingucker ist Brandon P. Bell als Posterboy Troy – der sich ein Zimmer teilt mit DeRon Horton als schüchtern-schwuler Unizeitungsreporter Lionel.

Brandon P. Bell (l.) als Troy mit DeRon Horton als Lionel in «Dear White People» (Foto: Netflix)

In Staffel 1 und 2 steht Lionels Geschichte jeweils für eine Folge im Zentrum. Und wie sich sein Charakter entwickelt im Kontext von den Debatten um Ausgrenzung und Erwartungsdruck ist sehr sehenswert. Es ist auch sehr bewegend.

8. Degrassi: Next Class
Eine weitere College- bzw. Highschool-Serie mit vielen zentralen LGBTIQ-Charakteren ist «Degrassi: Next Class» aus Kanada. Neben dem schwulen Paar Tristan (Lyle Lettau) und Miles (Eric Osborne) und ihrem Beziehungschaos – das sehr überzeugend zeigt, was für Probleme schwule Teenager nach dem Outing miteinander haben können – ist es die teils dramatische, aber auch absurd-komische Geschichte der lesbischen Zoë (Ana Golja), die sich nicht traut sich gegenüber ihrer Mutter zu outen. Als sie es doch tut, muss sie erleben, dass auch in der Jetztzeit «christliche Werte» bei Eltern viel Unheil anrichten können. Man sieht auch, wie wichtig die Unterstützung von den Mitschülern und Freunden ist, um mit der Situation zurecht zu kommen.

Besonders gut fand ich an der Serie, dass wie bei «Dear White People» die aktuellen Debatten um Rassismus, Privilegien von Weissen, Vorwürfe von kultureller Aneignung und Cyber Bullying smart und nuanciert behandelt werden. Denn natürlich ist das Teenager-Kernpublikum solcher Serien von den Diskussionen betroffen und will Antworten. Die Serie gibt Antworten auf komplizierte Lebensrealitäten, zudem flüssig erzählt und gut gespielt.

9. Riverdale
Eine deutlich trashigere Variante einer Highschool-Geschichte ist «Riverdale». Dass der Erfinder/Produzent der schwule Roberto Aguirre-Sacasa ist, merkt man daran, wie die Jungs hier inszeniert sind – allen voran KJ Apa als rothaariger Archie. Auch im «Riverdale»-Universum gibt es Lesben, hier heisst sie Cheryl (Madelaine Petsch) und hat eine selbstbewusste positive Beziehung mit Toni (Vanessa Morgan).

Genauso selbstbewusst ist die Geschichte vom schwulen Kevin Keller (Casey Cott), aber er muss feststellen, dass die Menschen um ihn herum nicht so offen mit Homosexualität umgehen wie er. Das führt zu einer teils beklemmenden, aber auch bewegenden Liebesbeziehung zu seinem Schulfreund Moose (Cody Kearsley). Von der hätte ich persönlich in den drei Staffeln gern mehr gesehen, als die endlosen «dunklen» Themen rund um mysteriöse Killer und Drogenkartelle. Aber so viel sei verraten: Moose und Kevin bekommen in Staffel 3 ein bemerkenswertes Finale. (Das sofort bei «Riverdale»-Fans heftige Diskussionen losgetreten hat.)

Man merkt, dass dies im Prinzip eine Teenie-Serie für Erwachsene ist, denn die meisten der behandelten Themen interessieren Teenager vermutlich nur begrenzt. (Wenn ich meine 16-jährige Nichte hier mal als Massstab nehmen darf.) Aber gerade das macht es für Erwachsene aufregend.

10. Pose
Und zum Schluss etwas mit ganz anderem politischem Anspruch: «Pose», wiederum von Ryan Murphy und bei Netflix. Es geht um die «Voguing»-Szene in New York City und die schwarze bzw. PoC Trans-Community, mitten in der heraufziehenden der Aids-Krise der 80er-Jahre.

Inspiriert von der Doku «Paris is Burning» (die praktischerweise auch gerade bei Netflix verfügbar ist) wird gezeigt, wie sich die gesellschaftlich ausgegrenzten und abgehängten PoC eine Traumwelt à la «RuPaul’s Drag Race» erschaffen, mit Schauspieler Billy Porter als Vorläufer von RuPaul. In dieser Traumwelt veranstalten diejenigen, die am Glamour der Achtziger nicht teilhaben können, weil sie kein Geld und keine Arbeit haben, ihre eigenen glamourösen Wettstreite und kreieren sich ihre Utopie als Flucht aus einer harschen Realität.

Teil der Realität ist, dass viele auf als Obdachlose auf der Strasse landen. Was dazu führt, dass sie sich als «Familien» zusammenfinden und «Häuser» gründen, in denen sie zusammenleben. Diese «Häuser» treten dann bei den Vogue-Veranstaltungen gegeneinander an.

Im Zentrum stehen Mj Rodriguez als Blanca Rodriguez-Evangelista und Dominique Jackson als Elektra Abundance, vom «House of Evangelista» bzw. «House of Abundance».

Es wird grandios gezeigt, mit welchen Alltags- und Beziehungsproblemen Trans-Menschen konfrontiert sind. Es wird aber auch gezeigt, wie stark sich die Trans-Community damals mit der Schwulen-Community solidarisierte, um gegen Aids zu kämpfen. Das wird hier mit den schwulen Tänzer Damon (Ryan Jamaal Swain) durchgespielt. Aber auch mit Billy Porter als Pray Tell, der seinen Lebenspartner im Krankenhaus verliert im Kampf gegen Aids und dann mit seinem eigenen HIV-Status konfrontiert wird.

Statt acht Folgen hätte man das Ganze (für meinen Geschmack) packender in vier Folgen verpacken können

Die Serie hat – leider! – sehr viele Durststrecken, und das obwohl alle Charaktere extrem spannend sind und gleichfalls extrem packende Geschichten haben. Aber manchmal erlaubt Ryan Murphy den Drehbuchautoren zu viel Füllmaterial. Statt acht Folgen hätte man das Ganze (für meinen Geschmack) packender in vier Folgen verpacken können. (Jede der acht Folgen dauert fast eine Stunde!)

Auf alle Fälle ist «Pose» wegweisend was die Darstellung von PoC und (!) Trans History angeht. Eine zweite Staffel wurde vom Sender FX bereits bestätigt, sie soll noch 2019 in den USA im Fernsehen ausgestrahlt werden und kommt dann vermutlich auch ins Netflix-Angebot.

Bonus: Umbrella Academy
Und für alle, denen das nicht reicht (oder die das alles schon gesehen haben): Ganz neu bei Netflix ist «Umbrella Academy» – als eine Mischung aus «Riverdale» und «Degrassi» und Fantasy. Und mit Robert Sheehan als «Klaus» – einer deutlich queeren Figur. Er ist neben Tom Hopper (!) als Muskelmann «Number One» zu sehen und neben der famosen Ellen Page als «Vanya».

Während bei den diesjährigen Oscars mehr LGBTIQ-Filme als jemals zuvor nominiert sind, von «Green Book», «Bohemian Rhapsody», «The Favourite» bis zu «Can You Ever Forgive Me?», «Vice» und «A Star Is Born?», haben US-amerikanische Serienmacher bezüglich der Vielfalt von LGBTIQ-Charakteren längst die Vorreiterrolle übernommen. Die Filmbranche holt auf – und vielleicht schafft es auch irgendwann das deutschsprachige Fernsehen, Vergleichbares anzubieten, angesichts ihres «Bildungsauftrags».

Bis dahin: Gott sei Dank gibt’s Netflix und Amazon Prime.

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