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10 queere Serien von Amazon über Disney+ bis ZDF

Sie erzählen u. a. von Sexrobotern und Zwangsstörungen, mal tragikomisch, mal dokumentarisch

queere Serien
Gehört zu unseren Empfehlungen für queere Serien: «Please like me» (Screenshot)

Queere Serien – du glaubst, du hast sie alle gesehen und dich durch unsere früheren Empfehlungen gearbeitet? Hier kommt neuer Stoff aus den USA, Australien, Spanien und Deutschland.

Years and Years: Bis ins Jahr 2034 erstreckt sich die neue Serie von «Queer as Folk»-Erfinder Russell T. Davies, in der die vier erwachsenen Lyons-Geschwister und ihre Angehörigen es mit Extremversionen von so ziemlich allen Problemen und Phänomenen zu tun bekommen, die uns auch heute schon beschäftigen, von Sexrobotern und Fleischersatz bis Flüchtlingskrise und Bankenkollaps. Das ist selten subtil, aber in der Mischung aus apokalyptischer Dystopie und rührender Seifenoper höchst kurzweilig.

Russell Tovey spielt den schwulen Dan, auch sonst wird Queerness gross geschrieben – und Emma Thompson schaut als populistische Polit-Quereinsteigerin vorbei. Zu sehen bei: StarzPlay (als App oder Channel bei Amazon und Apple TV)

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Work in Progress: Abby nennt sich selbst eine «fette, queere Dyke» Mitte 40, leidet an Depressionen sowie einer Zwangsstörung und trägt sich ernsthaft mit dem Gedanken, ihrem Leben ein Ende zu setzen. Dann verguckt sie sich ausgerechnet in den jungen Transmann Chris (Theo Germaine aus «The Politician» – hier stellt MANNSCHAFT die Serie vor ).

Was auf dem Papier nach starkem Toback klingt, ist tatsächlich eine herrlich witzige, sehr smarte und autobiografisch inspirierte Comedyserie von Abby McEnany. Die Chicagoerin wandelt nicht nur spielerisch auf dem schmalen Grad zwischen Komik und Tragik, sondern zeichnet auch mit großer Selbstverständlichkeit ein wahrhaftiges, modernes Bild von queerer Vielfalt. Eine echte Entdeckung! Zu sehen bei: Sky

Visible: Out on Television: Es muss ja nicht immer Fiktion sein. Diese fünfteilige Dokureihe, mitproduziert von Wilson Cruz und Wanda Sykes, bietet ein sehr gründliches und umfassendes Abbild queerer Repräsentation im amerikanischen Fernsehen, von den Anfängen bis heute. Ein Who’s Who von LGBTIQ-Promis (von Billie Jean King und Anderson Cooper über Rufus Wainwright und Armistead Maupin bis Lena Waithe und Laverne Cox) und Verbündeten (Oprah! Michael Douglas! Dr. Ruth Westheimer!) erinnert sich an alles, ungeoutete Komiker und Steven Carrington im «Denver Clan» genauso wie Harvey Milks Ermordung, Pedro Zamora bei «The Real World», Ellens Coming-out oder Caitlyn Jenners Transition.

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Selbst wer sich gut auskennt in der queeren (Medien-)Geschichte seit den 1950ern, wird vielleicht noch Neues entdecken. Und in jedem Fall mehr als einmal erschüttert und gerührt sein. Zu sehen bei: Apple+ TV

High School Musical: The Musical: The Series: Am 24. März startet endlich auch in Deutschland der Streamingdienst Disney+. Familienfreundlichkeit wird gross geschrieben, weswegen der Queerness-Faktor dort bekanntlich eher klein gehalten wird. Trotzdem lassen sich zwischen Animationsfilmen, «Star Wars»-Abenteuern und Marvel-Superhelden auch LBGTIQ-Figuren finden.

Zum Beispiel in diesem Update der legendären «High School Musical»-Filme (mit denen Zac Efron berühmt wurde), das sich vor allem an deren Fans und ein junges Publikum richtet. Zwei Jungs in dieser Musiktheatergruppe sind schwul, ein Mädchen hat zwei Mütter. Immerhin. Und wer damals Fan war, kommt auch hier auf seine Kosten. Zu sehen bei: Disney+

Schitt’s Creek: Es hat eine ganze Weile gedauert, bis es sich herumgesprochen hat, und in Deutschland ist es immer noch nicht wirklich angekommen. Aber eine witzigere Serie als «Schitt’s Creek» hat es in den vergangenen Jahren kaum gegeben. Von heute auf morgen bleibt der ebenso reichen wie selbstverliebt-eitlen Familie Schitt – Vater, Mutter und die beiden erwachsenen Kinder – nichts als der Besitz einer piefig-heruntergekommenen Kleinstadt, wo man in zwei Motelzimmern unterkommt.

In der ersten Staffel findet die vom schwulen Dan Levy und seinem aus «American Pie»-bekannten Vater Eugene erfundene Serie noch zu sich selbst, danach gibt’s kein Halten mehr. Herrlich albern, wunderbar schrill, manchmal richtig rührend – und mit der einzigartigen Catherine O’Hara als Perücken tragender Ex-Soap-Diva. Zu schade, dass in den USA gerade die sechste und letzte Staffel zu Ende geht. Zu sehen bei: TVNow

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Please Like Me: Nicht mehr neu, aber immer noch sensationell gut und viel zu unbekannt. Über vier Staffeln erzählt der australische Komiker Josh Thomas autobiografisch inspiriert von seinem Coming-out, seinen Eltern und seinem WG-Alltag. Selten gelang es einer Comedy-Serie so gut, gleichzeitig umwerfend komisch und tieftraurig zu sein, bei einem Übermass an Herz und Charme. Und mit Hannah Gadsby in einer Nebenrolle! Absolutes Pflichtprogramm – und wunderbar zum nocheinmal gucken, falls man «Please Like Me» schon kennt.

Im US-Fernsehen läuft übrigens derweil mit «Everything’s Gonna Be Okay» Thomas’ neue Serie, die es früher oder später hoffentlich auch zu uns schafft. Zu sehen bei: Netflix

One Mississippi: Semi-autobiografische, tragikomische Comedy-Serien sind seit ein paar Jahren der letzteSchrei. Diese hier, für die sich die lesbische Komikerin Tig Notaro von der Oscar-prämierten Drehbuchautorin Diablo Cody unterstützen liess, stammt aus dem Jahr 2015. Nach zwei Staffeln war leider Schluss, was aber kein Grund wäre, nicht einzuschalten. Wer mehr von Notaro sehen will: bei Netflix gibt es ihr Stand-Up-Programm «Happy to Be Here» und die Doku «Tig» zu sehen.

Und für alle, die auf ähnliche Serien auch ohne queere Protagonist*innen stehen: «Better Things» (Magenta TV), «Ramy» (StarzPlay) und natürlich «Fleabag» (Amazon Prime) muss man ebenfalls gesehen haben. Zu sehen bei: Amazon Prime

Druck: Weltweit hat die junge, hippe Teenie-Serie «Skam» aus Norwegen für Aufsehen gesorgt – und vielerorts wurden Remakes gedreht. Das deutsche heisst «Druck», stammt vom öffentlich-rechtlichen Online-Angebot funk – und ist erstaunlich gelungen (wovon unter anderem eine Grimmepreis-Nominierung zeugt). In vier Staffeln à zehn 20-minütigen Folgen wird jugendlicher (Gefühls-)Alltag gezeigt, mit Protagonist*innen, die ganz selbstverständlich die unterschiedlichsten Kulturhintergründe, Hautfarben und sexuelle Identitäten abdecken.

Erfreulich frisch, realistisch und klischeefrei, aber natürlich stark auf ein junges Publikum zugeschnitten. Zu sehen bei: YouTube & ZDF-Mediathek

Elite: Kann man die spanische Serie «Elite» als Trash bezeichnen? Durchaus. Aber dann wäre mindestens Edeltrash angebracht! Die Mischung aus High School-Drama, Thriller und sexy Seifenoper schürft nie tief, lässt aber auch keine Langeweile aufkommen. Und was schicke Hochglanzbilder und jede Menge heisser junger Hauptdarsteller*innnen angeht, steckt die Serie sogar «Riverdale» in die Tasche.

Daran ändert sich auch in der kürzlich gestarteten dritten Staffel nichts, in der nicht zuletzt Arón Piper als Ander mal wieder schwule Herzen höher schlagen lässt. Zu sehen bei: Netflix

Making the Cut: Heidi Klum kürt nicht nur Models und Drag Queens (MANNSCHAFT berichtete), sondern auch Modesigner*innen. In den USA wurde sie von 2004 bis 2017 als Gastgeberin der Emmy-prämierten Competition «Project Runway» gemeinsam mit dem Design-Professor und Mentor Tm Gunn zum TV-Star.

Nun starten die beiden am 27. März ihre neue, ganz ähnlich gelagerte Show «Making the Cut» (u.a. mit Naomi Campbell und dem schwulen Designer Joseph Altuzarra als Juror*innen), deren erste Folge schon mal viel Spass, tolle Entwürfe und jede Menge queere Kandidat*innen verspricht. Zu sehen bei: Amazon Prime

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