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Donald Trump – erster US-Präsident, der die rote Schleife zeigt?

Das war natürlich gelogen. Mal wieder

2012: Das offizielle White House Photo (Foto: Lawrence Jackson)

In seiner letzten Ansprache zum Welt-AIDS-Tag liess Donald Trump die LGBTIQ-Community erneut unerwähnt. Seine Sprecherin behauptete bei einer Nachfrage, er habe als erster US-Präsident die rote Schleife gezeigt.

Bevor es um die rote Schleife ging, gab es bei einer Pressekonferenz am Mittwoch eine Frage der Washington Blade: Warum hat Trump die LGBTIQ-Community in seiner Erklärung zum Welt-AIDS-Tag nicht erwähnt, die von der AIDS-Krise der 80er besonders stark betroffen war – während er ethnische Minderheiten sehr wohl erwähnt hatte.

Sprecherin Kayleigh McEnany ging auf die Frage nicht ein, behauptete aber stattdessen fälschlicherweise, Trump sei der erste US-Präsident, der die rote Solidaritätsschleife gezeigt habe.


«Der Präsident hat gestern den Welt-AIDS-Tag auf eine Weise gewürdigt, die noch kein Präsident zuvor mit der roten Schliefe dort hatte, und ich denke, er hat den Tag so gefeiert, wie er sollte», sagt McEnany in diesem Videomitschnitt.

UMFRAGE DER WOCHE: Geld spenden für die AIDS-Hilfe?

Die Behauptung der Pressesprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, über Trump am Welt-Aids-Tag war falsch. Das stellte Karen Travers von ABC News direkt auf Twitter klar. Denn tatsächlich zeigten sowohl Barack Obama als auch George W. Bush im Weissen Haus die rote Schleife, um den Welt-AIDS-Tag während ihrer Präsidentschaft zu begehen.

In dem am Dienstag in Trumps Namen herausgegebenem Statement wurde festgestellt, dass «diese tödliche Krankheit rassische und ethnische Minderheiten überproportional betrifft», die Auswirkungen auf schwule und bisexuelle Männer, die 69 Prozent aller HIV-Diagnosen in ausmachen, wurden jedoch nicht erwähnt die USA und machte auch die überwiegende Mehrheit der Opfer der AIDS-Krise aus.


Der US-Präsident hat an den drei Welt-AIDS-Tagen zuvor, an denen er im Amt war, ähnliche Erklärungen abgegeben und bei all diesen Gelegenheiten LGBTIQ-Personen nicht erwähnt.

In den USA gibt es die rote Schleife seit 1991. Nach Europa kam die Schleife erstmals 1992 im Zuge des Freddy Mercury Gedächtnis-Konzerts, wie auf der Seite der AIDS-Stiftung nachzulesen ist, die nach eigenen Angaben die Deutschland-Rechte für die Schleife besitzt. Dort wurden über 100.000 Rote Schleifen getragen. Seither wird das Zeichen von zahlreichen Künstler*innen weltweit genutzt – und an jedem Welt-AIDS-Tag verteilen Freiwillige rund um den Globus die Rote Schleife, allein in Deutschland bislang mehr als 30 Millionen Stück.

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Zum nächsten Welt-AIDS-Tag in den USA dürfte der neu gewählte Präsident Joe Biden sprechen. Dem liegt daran, dass Donald Trump an der Amtseinführung am 20. Januar 2021 teilnimmt. Das sei wichtig für das Ansehen der USA. Und es gibt noch einen Grund, sagte Biden am Donnerstag gegenüber CNN: «Dass wir am Ende dieses Chaos‘, das er verursacht hat, in der Lage sind zu zeigen, dass es eine friedliche Machtübergabe gibt, mit konkurrierenden Parteien, die da stehen, sich die Hand geben und weitermachen.»


douglas

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