Neue US-Studie zu Pubertätsblockern sieht «deutliche Verbesserungen»

Untersuchung mit 432 Jugendlichen stösst Verbotsdiskussion neu an

Demonstration für trans Rechte
Symbolfoto (Bild: Patrick Perkins/Unsplash)

Zum Thema Pubertätsblocker und deren Einsatz bei trans Jugendlichen gehen die Meinungen weit auseinander, nicht nur in den USA sondern weltweit. Nun ist dazu eine neue Studie erschienen.

Sie soll im Februarheft des Journal of Paediatrics veröffentlicht werden und kommt laut LGBTIQ-Medienberichten erneut zu dem Ergebnis, dass trans Jugendliche nach Beginn einer klinisch begleiteten Hormontherapie «deutliche Verbesserungen» bei Depressionen und Angstzuständen zeigen (MANNSCHAFT berichtete).

Die Studie wurde von Kinderärzt*innen aus Nevada, Texas und Missouri gemeinsam verfasst und untersuchte das Wohlbefinden von 432 Patient*innen vor und nach Beginn der Behandlung.

Die Teilnehmenden im Alter von 12 bis 20 Jahren wurden zu ihrer psychischen Gesundheit befragt – einmal vor Beginn und erneut mindestens 364 Tage nach Einleitung einer angemessenen medizinischen Behandlung wie Pubertätsblockern und geschlechtsangleichender Hormontherapie (HRT).

Suizidalität bei Jugendlichen Mithilfe des Fragebogens Ask Suicide-Screening Questions (ASQ) – einem international anerkannten Instrument zur Erfassung von Suizidalität bei Jugendlichen und Erwachsenen – stellten die Forschenden bei allen Teilnehmenden signifikante Verbesserungen der psychischen Gesundheit fest.

Den Studienergebnissen zufolge nahm die Suizidalität unter den Teilnehmenden im Laufe der Zeit deutlich ab, wobei die Raten mit zunehmender Behandlungsdauer weiter sanken.

Die Rückgänge seien, so die behandelnden Fachpersonen, unabhängig von der Geschlechtsidentität, der Dauer der Behandlung und – bemerkenswerterweise – auch vom Alter beim Therapiebeginn konsistent gewesen.

Verbesserung des Wohlbefindens Dies belege nicht nur erneut, dass geschlechtsangleichende medizinische Versorgung äusserst wirksam zur Verbesserung des Wohlbefindens von trans Personen beiträgt, sondern auch, dass ihre Wirksamkeit bei der Reduktion suizidaler Tendenzen nicht mit zunehmendem Alter der Patient*innen abnimmt.

Die Autor*innen der Studie empfehlen, die Ergebnisse durch Untersuchungen mit einer «grösseren Stichprobe und längerer Nachbeobachtungszeit» weiter abzusichern, um die Beständigkeit der positiven Effekte geschlechtsangleichender Behandlungen auf die psychische Gesundheit eindeutig zu belegen.

Zahlreiche Studien weltweit hätten bereits gezeigt, dass geschlechtsangleichende medizinische Versorgung für trans Menschen fast immer positive Effekte habe – insbesondere für trans Jugendliche. Darauf verweist auch das Portal Pink News und zitiert unter anderem eine Studie aus dem Oktober 2024, nach der 97 Prozent der trans unter 18-Jährigen «sehr zufrieden» mit den Ergebnissen ihrer Behandlung waren.

Eine weitere Studie aus dem März desselben Jahres ergab, dass von 548 Patient*innen, die trans-spezifische Gesundheitsversorgung in Anspruch genommen hatten, lediglich zwei ihre Entscheidung bereuten.

Aktuelle Situation in den USA unter Trump Will man die Ergebnisse im politischen und rechtlichen Kontext der einordnen, ist zu berücksichtigen, dass aktuell in den USA mindestens 27 Bundesstaaten geschlechtsangleichende Behandlungen ganz oder teilweise verbieten (MANNSCHAFT berichtete über Proteste gegen neue Verordnungen und Gesetze). Dadurch haben über 40 Prozent der trans Jugendlichen momentan keinen Zugang zu entsprechender medizinischer Versorgung. Ob die neue Studie daran etwas ändern wird in Zeiten der Trump-Regierung, muss man bezweifeln.

Die Suizidpräventionsorganisation The Trevor Project warnt davor, dass solche Verbote «schädliche Auswirkungen» auf die psychische Gesundheit trans junger Menschen haben. Dabei ist zu beachten, dass trans Jugendliche ohnehin überdurchschnittlich häufig von Suizidgedanken betroffen sind.

US-Beamter tötet Lesbe in Minneapolis: Opfer hinterlässt Frau und Kinder (MANNSCHAFT berichtete).

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