US-Beamter tötet Lesbe in Minneapolis: Opfer hinterlässt Frau und Kinder
Bei einem Einsatz der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis fallen Schüsse – eine Frau stirbt, die ihre Mutter später als Renee Nicole Good identifiziert. Das Vorgehen wird kontrovers diskutiert. Vizepräsident Vance verteidigt die tödlichen Schüsse.
«Sie haben meine Frau getötet. Ich weiss nicht, was ich tun soll», sagt eine Frau schluchzend in einem Video, über das das queere Magazin Attitude berichtet. Hinter ihr sei ein beschädigter Geländewagen zu sehen. «Wir hielten an, um zu filmen, und dann schossen sie ihr in den Kopf», so der Vorwurf der Witwe der Getöteten.
«Wir haben ein sechsjähriges Kind, das in der Schule ist», so die Frau verzweifelt.
Die Getötete ist Medienberichten zufolge 37 Jahre alt und Mutter von insgesamt drei Kindern.
Joe Hollendoner, CEO des Los Angeles LGBT Center, erklärte in einer Reaktion: «Die tödliche Schiesserei auf Renee Good – eine LGBTIQ-Bürgerin der USA, die in Minneapolis von ihrem Recht Gebrauch machte, gegen die Aktivitäten der Einwanderungsbehörde ICE zu protestieren – ist ein entsetzlicher und sinnloser Verlust eines Menschenlebens. Renees Tod legt die gefährliche Realität einer Behörde offen, die weiterhin ungestraft agiert, angeheizt von einer Trump-Regierung, die Gewalt, Grausamkeit und die Aushöhlung grundlegender Menschenrechte normalisiert hat.»
Hollendoner weiter: «Dies ist nun der fünfte bekannte Mord im Zusammenhang mit ICE-Beamten inmitten einer aggressiven Eskalation von Razzien und Übergriffen. Dies sind keine Einzelfälle – sie sind die vorhersehbaren und verheerenden Folgen einer Bundespolitik, die Einwanderergemeinschaften und ihre Unterstützer*innen als entbehrlich behandelt.»
US-Vizepräsident JD Vance hat die Kritik an tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf die Frau als «absurd» bezeichnet. «Dieser Mann hat nur seine Arbeit gemacht. Sie hat versucht, ihn daran zu hindern», sagte Vance auf X in der Debatte darüber, ob die Schüsse des Beamten gerechtfertigt waren oder nicht.
Der Vizepräsident warf der Frau dabei unter anderem vor, die Arbeit der Strafverfolgung behindert zu haben. Der Beamte habe ferner die Schüsse nicht abgegeben, um die Frau bei der Flucht zu hindern. Stattdessen habe er «in Notwehr» gehandelt. Lokale Behörden widersprechen dieser Darstellung. Vance bezeichnete den Vorfall als «Tragödie».
Die erschossene Frau nannte er ein «Opfer linker Ideologie». Bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus fragte er, welche junge Mutter auftauche und beschliesse, mit ihrem Auto ICE-Beamt*innen in die Quere zu kommen, die legitimes Recht durchsetzten. Dafür müsse man «schon ein wenig einer Gehirnwäsche unterzogen worden sein», sagte er.
Am Mittwoch war eine Frau bei einem umstrittenen ICE-Einsatz im Bundesstaat Minnesota von dem Beamten erschossen worden. Nach Angaben der Polizei befand sich die 37-Jährige in ihrem Auto und blockierte eine Strasse, als sich ein ICE-Beamter zu Fuss näherte. Der Wagen setzte sich demnach in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im Krankenhaus für tot erklärt worden.
Auch US-Präsident Donald Trump verteidigte den Schützen. Der demokratische Gouverneur des Bundesstaates, Tim Walz, warf der US-Regierung hingegen eine Führung vor, die darauf ausgelegt sei, «Angst, Schlagzeilen und Konflikt zu erzeugen». Der demokratische Bürgermeister der Stadt hatte die Darstellung der Selbstverteidigung nach Sichtung von Videoaufnahmen entschieden zurückgewiesen.
Trump verschärfte in seiner zweiten Amtszeit, die bald ein Jahr dauert, massiv seine Abschiebepolitik. ICE-Einsätze sind dabei ein wichtiger Bestandteil. Razzien der Behörde gegen Migranten mit teils vermummten Beamten führen regelmäßig in vielen demokratisch regierten Städten zu Protesten.
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