Seit Jahresbeginn: Über 300 Gesetze gegen LGBTIQ-Rechte in den USA
Neue Vorstösse in 36 Bundesstaaten bedrohen Gesundheit und Sicherheit der Community
Anti-LGBTIQ-Politiker*innen in den USA haben allein im ersten Monat des Jahres 2026 schon über 360 Gesetzesvorlagen eingebracht, die von Aktivist*innen als homo- und transfeindlich eingestuft werden.
Ein fortlaufend aktualisierter Tracker der American Civil Liberties Union (ACLU) verzeichnet seit Anfang Januar mindestens 366 Gesetzesentwürfe in 36 US-Bundesstaaten, die von der Organisation als homo- und insbesondere transphob kategorisiert werden.
Wie das Nachrichtenportal Pink News berichtet, haben sich die Parlamente der US-Bundesstaaten in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Schlachtfeld für Angriffe republikanischer Abgeordneter auf die Rechte von LGBTIQ entwickelt. Seit 2023 seien laut ACLU landesweit über 2000 Gesetze eingebracht worden, die gezielt auf die Rechte der Community abzielten. Etwas mehr als die Hälfte dieser Vorlagen sei gescheitert, rund 211 seien jedoch in Kraft getreten.
Die Gesetzesvorlagen umfassen demnach Einschränkungen der Meinungsfreiheit, Zensur von LGBTIQ-Büchern und Lehrinhalten an Schulen sowie Regelungen, die Schulen verpflichten, trans Schüler*innen gegenüber ihren Eltern zu outen. Viele dieser Gesetze seien nahezu identische Kopien von Vorlagen, die bereits in anderen Bundesstaaten eingebracht wurden. (MANNSCHAFT berichtete, dass viele Queers aus den USA überlegen nach Kanada auszuwandern.)
Mehrere Bundesstaaten haben zudem Gesetze verabschiedet, die geschlechtsangleichende medizinische Behandlungen für trans Jugendliche unter 18 Jahren verbieten. Laut Pink News lebten im Juli 2025 über 40 Prozent aller trans Jugendlichen der USA, im Alter von 13 bis 17 Jahren, in einem der 27 Bundesstaaten, in denen solche Behandlungen untersagt sind.
Allein im laufenden Jahr wurden mindestens 96 Gesetzesentwürfe eingebracht, die den Zugang zu Gesundheitsversorgung für LGBTIQ-Personen erheblich einschränken. Einer davon, ein Senatsgesetz in Oklahoma, sieht ein vollständiges Verbot bestimmter geschlechtsangleichender Behandlungen im Bundesstaat vor.
Die ACLU erklärte, sie werde «nicht aufhören, sich gegen diese grausamen Gesetzesvorlagen zu wehren». «LGBTIQ-Personen haben das Recht, in Sicherheit zu leben, sich zu entfalten und mit Würde behandelt zu werden», heisst es in einer Stellungnahme auf der Übersichtsseite des Trackers.
Junge Männer neigen wieder mehr zu homophoben Ansichten (MANNSCHAFT berichtete).