Gegen Minderheitenrechte: Kast tritt Amt als Chiles Präsident an

Der Rechtsruck in Südamerika geht weiter

chile kast
José Antonio Kast

Der deutschstämmige Jurist Kast will vor allem gegen die Kriminalität und die irreguläre Einwanderung in dem südamerikanischen Land vorgehen. Damit setzt er den Rechtsruck in der Region fort.

Der Rechtspolitiker José Antonio Kast hat als neuer chilenischer Präsident die Regierungsgeschäfte in dem südamerikanischen Land übernommen. Er legte im Kongress in der Stadt Valparaíso an der Pazifikküste seinen Amtseid ab. Der 60 Jahre alte neunfache Vater und strenggläubiger Katholik tritt die Nachfolge des linken Staatschefs Gabriel Boric an. Der war 2022 angetreten, um die Rechte von LGBTIQ und Frauen zu stärken (MANNSCHAFT berichtete). Kast will in seiner vierjährigen Amtszeit hart gegen die Kriminalität und die irreguläre Migration vorzugehen.

Mit seinem Wahlsieg im Dezember setzte Kast den jüngsten Rechtsruck in der Region fort. Auch in Ländern wie Argentinien, Bolivien, El Salvador und Ecuador haben sich die Bürger in den vergangenen Jahren für rechtsgerichtete Präsidenten entschieden.

Kasts Vaters wanderte nach dem 2. Weltkrieg aus Deutschland ein Kast stammt aus einer einflussreichen Familie. Mehrere seiner Geschwister waren wie er Abgeordnete oder Senatoren, ein Bruder diente während der Militärdiktatur von Augusto Pinochet als Präsident der Zentralbank. Sein Vater – ein ehemaliger Wehrmachtsoffizier und NSDAP-Mitglied – war nach dem 2. Weltkrieg nach Chile ausgewandert und hatte eine Fabrik für Fleisch- und Wurstwaren gegründet.

Kast steht für eine konservative Gesellschaftspolitik. Die Ehe für alle und mehr Rechte für die Mitglieder indigener Völker lehnt er zum Beispiel ab. Ob er ein Heiratsverbot gleichgeschlechtlicher Partner*innen anstrebt, ist offen. Der konservative Politiker relativierte auch die Verbrechen der Militärdiktatur und sagte etwa im Wahlkampf 2021: «Wenn Pinochet noch lebte, würde er mich wählen.» Zuletzt mässigte er seinen Ton allerdings und wurde dadurch für breitere Schichten wählbar.

«Ich würde alle meine Fehler wieder machen» – Liza Minnelli wird 80 – und ist sauer auf Lady Gaga (MANNSCHAFT berichtete).

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