Neuer Google-Suchtrend in den USA: LGBTIQ-Asyl in Kanada?

Kanadischer Reisepass
Symbolbild (Bild: Kylie Anderson, Unsplash)

In den USA googeln vermutlich vor allem queere Menschen die Asylanforderungen in Kanada. Auslöser scheint die Tötung von Renee Nicole Good durch die US-Einwanderungsbehörde ICE zu sein.

Nach dem Tod von Renee Nicole Good durch ICE-Beamte in Minneapolis ist das Interesse von US-Bürger*innen an Asyl in Kanada stark gestiegen. Wie Pink News berichtet, verzeichnete Google am 8. Januar einen sprunghaften Anstieg von Suchanfragen zu «LGBTIQ-Asyl Kanada». Ähnliche Spitzen gab es bereits im Januar 2025 aufgrund der Amtseinführung von Donald Trump, als queere Menschen und Frauen vermehrt Waffen kauften und lernten, sich im Notfall zu verteidigen (MANNSCHAFT berichtete).

Google-Suchtrend: Asyl in Kanada für LGBTIQ
Die Suchanfragen stiegen deutlich an einen Tag nach der Tötung von Renee Nicole Good durch einen ICE‑Beamten in Minneapolis. (Bild: Screenshot Google)

Renee Nicole Good, 37 Jahre alt, Mutter von drei Kindern und US-Bürgerin, wurde am 7. Januar 2026 von ICE-Beamten in ihrem Auto erschossen (MANNSCHAFT berichtete). Videos des Vorfalls gingen viral und lösten landesweite Proteste aus. Laut Berichten der Stadt Minneapolis wurde Good ins Hennepin County Medical Center gebracht, wo sie später ihren Verletzungen erlag. Die Tat hat die queere Community in den USA weiter verunsichert, insbesondere weil Good mit einer Frau verheiratet war.

Der Vorfall steht im Kontext einer Serie von Anti-LGBTIQ-Massnahmen der US-Regierung. Dazu gehören unter anderem ein Erlass, der offiziell nur zwei Geschlechter anerkennt, ein Verbot geschlechtsangleichender Behandlungen für Minderjährige unter 19 Jahren sowie die Entfernung von DEI-Initiativen aus dem Militär. Trans Personen wurden als «ungeeignet für den Militärdienst» eingestuft (MANNSCHAFT berichtete).

Die Organisation GLAAD berichtete zudem über einen Anstieg von Hassverbrechen gegen LGBTIQ-Personen (MANNSCHAFT berichtete). Zwischen Mai 2024 und Mai 2025 wurden 932 Vorfälle in 49 Bundesstaaten und Washington D.C. registriert. 84 Menschen wurden verletzt, zehn getötet – rund 2,5 Vorfälle pro Tag. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. GLAAD-Präsidentin Sarah Kate Ellis führte den Anstieg auf die Anti-LGBTIQ-Politik und die öffentliche Rhetorik von Politiker*innen und sozialen Medien zurück.

Nun zur ursprünglichen Frage zurück: Können queere US-amerikanische Staatsangehörige in Kanada Asyl beantragen? Theoretisch ja. Kanada gewährt Asyl Menschen, die Verfolgung, Folter oder unmenschliche Behandlung in ihrem Heimatland nachweisen können. Allerdings wurden Anträge aus den USA bisher selten genehmigt. Alternativ zur Asylbeantragung besteht auch die Möglichkeit, regulär nach Kanada auszuwandern.

Mehr: LGBTIQ im Visier: Terroranschlag in den USA vereitelt (MANNSCHAFT berichtete)

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