Junge Männer neigen wieder mehr zu homophoben Ansichten

Spanien, Palma: Drei junge Männer spazieren bei sommerlicher Hitze durch eine Fussgängerzone. Einer von ihnen ist oberkörperfrei, die anderen tragen helle T-Shirts
Symbolbild (Bild: Clara Margais/dpa)

Junge Männer neigen heute wieder eher zu homophoben Ansichten, wie eine Studie aus den USA nahelegt. Das liegt offenbar nicht zuletzt an rechtsgerichteten religiösen Gruppen.

Männer, die in den 2000er-Jahren geboren wurden also, grob gesagt, der Gen Z angehören, vertreten deutlich häufiger konservative Ansichten zu LGBTIQ-Menschenrechten als frühere Generationen und gleichaltrige Frauen, zeigt eine Umfrage des Pew Research Center, einem nicht-staatliches US-Meinungsforschungsinstitut, ergab, dass Männer unter 24 Jahren deutlich häufiger gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und sogar gegen Homosexualität im Allgemeinen sind als die zwischen den 1980er- und 1990er-Jahren Geborenen.

Männer unterstützen LGBTIQ-Rechte auch deutlich seltener als gleichaltrige Frauen. Tatsächlich sind Frauen in allen Altersgruppen durchweg eher LGBTIQ-Verbündete als Männer.

Die Studie aus dem Jahr 2024, die im Dezember in einem Bericht des American Institute for Boys and Men (AIBM) veröffentlicht wurde, ergab, dass 71 Prozent der in den 2000er-Jahren Geborenen die Öffnung der Ehe für alle. Im Vergleich dazu befürworten 77 Prozent der in den 1990er Jahren geborenen Männer und 73 Prozent der in den 1980er Jahren geborenen Männer die Ehe für queere Paare.

Eine Studie des Pew Research Center zur religiösen Landschaft (AIBM) ergab: 65 Prozent der Männer, die im Jahr 2000 geboren wurden, befürworten die gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexualität. Das sind über sieben Prozent weniger als bei den in den 1990er-Jahren Geborenen und drei Prozent weniger als bei den Männern der 1980er-Jahre.

Frauen unter 24 Jahren unterstützen LGBTQ+-Rechte deutlich häufiger: 83 Prozent sprechen sich für die gleichgeschlechtliche Ehe aus und 82 Prozent befürworten Homosexualität im Allgemeinen.

Laut Ryan Burge, Professor an der Washington University, belegen die Umfrageergebnisse, dass junge Männer zunehmend von Botschaften zu gesellschaftlichen Themen beeinflusst würden, insbesondere von rechtsgerichteten religiösen Gruppen.

«Wie Akademiker oft sagen: Wir brauchen mehr Zeit und mehr Daten», schrieb er. Er vermute, «die Umfrageergebnisse der nächsten fünf Jahre werden die Entwicklung junger Männer und Frauen in Bezug auf Religion deutlich aufklären.»

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