NRW

Abgesagter CSD in Gelsenkirchen: Grund war islamistische Drohung

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Symbolbild (Bild: Sebastian Willnow/dpa)

Bis zu 600 Personen waren angemeldet zum Christopher Street Day in Gelsenkirchen. Die Veranstalter*innen sagten den CSD aber kurzfristig ab. Nun werden neue Erkenntnisse bekannt.

Es war der 17. Mai 2025, der IDAHOBIT: In Gelsenkirchen sollte CSD gefeiert werden, doch daraus wurde nichts. Die bislang nicht genauer definierte Drohung, die zur Absage führte, war offenbar islamistisch motiviert, wie nun der Spiegel berichtet. Damals verwies der zuständige Verein in einer Pressemitteilung auf eine diffuse Gefahrenlage: «Die Sicherheit aller Teilnehmenden hat für uns oberste Priorität.

Kurz vor der geplanten Veranstaltung war das zuständige LKA Nordrhein-Westfalen auf einen TikTok-Post aufmerksam geworden. Der männliche Tatverdächtige kündigte darin einen Anschlag an. In seinem Profil sei eine schwarze Flagge zu sehen gewesen, dazu der Tauhid-Finger, der für den Glauben an einen Gott steht – beides Symbole, die auch Islamisten verwenden. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich offenbar um einen in der Schweiz lebenden Jugendlichen. Die zuständige Jugendanwaltschaft ermittelt derzeit noch, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Luzern gegenüber dem Spiegel. Weitere Angaben wurden zunächst nicht gemacht.

Geplant wurde der CSD erstmals vom queeren Jugendzentrum Together. Dessen Team berichtet laut WAZ: «Eine Stunde vor Beginn der Demonstration erreichte uns ein Anruf von der Polizei, dass es eine unkonkrete Anschlagswarnung gäbe. Die Warnung war für einen CSD in Nordrhein-Westfalen, aber nicht konkret, für welchen Punkt.»

Seitens der Veranstalter*innen hiess es laut dem Bericht: «Es wurde darum gebeten, den Demo-Zug abzusagen. Das Strassenfest hätte laut Polizei stattfinden können. Die Polizei war sehr kooperativ und hat uns mehr als unterstützt.» Die Entscheidung, den CSD abzusagen, sei gemeinschaftlich mit den anwesenden Kooperationspartner*innen getroffen worden.

Die Sicherheit gehe vor. Aber es müsse auch darum gehen, «dass wir uns nicht einschüchtern lassen und solche Veranstaltungen weiter durchführen», sagte die Stadtverordnete Hannah Huesmann Trulsen und betonte die Bedeutung gesellschaftlicher Solidarität in Zeiten zunehmender Einschüchterungsversuche: «Wir dürfen uns nicht spalten lassen. Gerade jetzt ist es wichtig, Haltung zu zeigen. Queeres Leben gehört in die Mitte unserer Städte.»

Queerfeindlicher Vorfall vor Flensburger CSD Unbekannte hatten es kurz vor dem Christopher Street Day in Flensburg (Schleswig-Holstein) auf zwei Regenbogen-Banner abgesehen: Nach Angaben der Polizei wurden die Banner in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch zerstört. Die Hintergründe der Tat seien bislang unklar, heisst es. Der Staatsschutz ermittelt (MANNSCHAFT berichtete).

«Fast alle meine Freunde in der Armee sind bereits tot» – Zehntausende Tote, kaputte Städte, verwüstete Landschaften – 2014 besetzte Russland völkerrechtswidrig die Krim und führt nun Krieg gegen die gesamte Ukraine (MANNSCHAFT Interview).

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