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Stellensuche 2.0: Das musst du wissen

Bewerbungsdossier, Social-Media-Profile oder eigene Homepage: Beratungstipps von Daniel Ruf

Bild: iStockphoto

Wer sich heute bewirbt, benötigt ein ausgeklügeltes Selbstmarketing, das HR-Verantwortliche auf den ersten Blick überzeugt. Was alles dazu­gehört, verrät dir der Bewerbungs- und Selbst­marketing-Experte Daniel Ruf im Interview.

Du hast einen Traumjob vor Augen und willst auf Anhieb punkten? Oder bist du bereits auf Stellensuche und findest den Tritt noch nicht richtig? Dann könnte sich ein Blick in dein Bewerbungsdossier lohnen: Wir haben dazu den Bewerbungs- und Selbstmarketing-Experten Daniel Ruf befragt.

Daniel, wo siehst du bei den Bewerber*innenn das grösste Potenzial?
Ganz klar in der Selbstvermarktung und im Personal Branding. 95 % aller Bewerber haben Mühe damit und erzählen in ihrem Lebenslauf keine Geschichte. Diese 7 Basics gehören in jeden CV: Professionelles Foto, Kurzprofil, Fokussierung bzw. Positionierung, Top-Skills, Erfolge, Lücken erklären und eine ansprechende visuelle Verpackung, um in der Masse aufzufallen. Damit bist du schon unter den top 5 %. Wenn du dir dennoch unsicher bist, bieten wir dir einen kostenlosen CV-Check an.

Wovon sollen sich Stellensuchende trennen, um einen relevanten Lebenslauf für HR-Verantwortliche hinzukriegen?
Es gilt Fokus, Fokus und nochmals Fokus. Alles, was mit der Stelle, auf die man sich bewirbt, nicht direkt oder indirekt etwas zu tun hat, weglassen. Auch wichtig: Frag dich immer, was dem Leser oder der Leserin hilft, deine Tätigkeiten zu bewerten. Beispiel: «Leitung des Projektes XY» sagt zu wenig über deine Arbeit aus. Konkretisiere sie mit mindestens einer Kennzahl: «Leitung des Projektes XY mit 1.6 Mio. CHF Budget». Übrigens: Ist der CV länger als drei Seiten, fehlt der Fokus.

Daniel Ruf weiss, worauf es bei einer gelungenen Bewerbung ankommt. (Bild: zvg)

Ist ein Bewerbungsdossier noch zeitgemäss oder braucht es eine eigene Homepage?
Die Digitalisierung schreitet zwar rasant voran. Bis aber alle Firmen beziehungsweise Kandidat*innen auf das Bewerbungsdossier verzichten und stattdessen mit Homepages arbeiten, vergeht noch einige Zeit. Daher ist ein Dossier immer noch nötig. Eine Kombination aus beidem ist sicherlich eine gute Sache. Wir bieten die persönliche Bewerber*innen-Homepage auch an. Das kann durchaus sinnvoll sein, um Projekte näher vorzustellen oder weiterführende Informationen zum CV anzubieten.

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Inwieweit helfen einem LinkedIn, XING oder Facebook?
Alle drei sind für die Jobsuche geeignet, je nach Zielgruppe. Eines gilt jedoch immer: Sei positiv aktiv! LinkedIn ist ein sehr mächtiges Tool. Hier gilt: Nur ein aktives Profil ist ein interessantes Profil. Wie sowas aussehen kann, siehst du in meinem Beispiel: linkedin.com/in/daniruf-­bewerbungscoach.

«Fast jede fehlende Erfahrung kann durch ein Gegenargument neutralisiert werden.»

Anforderungsprofil von Stellenanzeigen vs. eigenes Potenzial: Welche Tücken und Fallen gibt es hinsichtlich Bewerbungserfolg?
Die richtige Selbstmarketing­technik bringt den Erfolg. Fast jede fehlende Erfahrung kann durch ein Gegenargument neutralisiert werden. Aber um es zu generalisieren: Erfüllst du 70 bis 80 %, go for it! Etwas komplizierter ist das bei Online­formularen, die einen Algorithmus verwenden, der nach definierten Schlagworten vorselektiert.

Ein Label für mehr Inklusion am Arbeitsplatz

Was hilft mehr – eine Initiativbewerbung oder doch eher eine auf eine ausgeschriebene Stelle?
Ein Grossteil der Jobs wird über Initiativbewerbungen oder Empfehlungen vergeben. Daher ergibt es durchaus Sinn, sich den Weg der Spontanbewerbung einmal anzuschauen. Kombiniere beides zusätzlich mit aktivem Netzwerken. Das kann Wunder bewirken.

Die März-Ausgabe der MANNSCHAFT ist da!

Was können Stellensuchende sonst noch tun, um in den Fokus von HR-Verantwortlichen zu gelangen, etwa auf Stellenportalen, bei Stellenvermittlungen oder bei Job-Coaching-Angeboten?
Personalverantwortliche sind vermehrt auf sozialen Netzwerken unterwegs. Heisst: Pflege deinen Business Social Account. Der Weg zur Stellenvermittlung ist auch eine gute Lösung. Wer mit dem Vermittler oder der Vermittlerin eine gute «Beziehung» aufbaut, kommt früher oder später zum Zug. Eine Strategieberatung ist vor allem dann sinnvoll, wenn jemand seinen Weg bzw. seine wahren Stärken noch nicht zu 100 % kennt oder neue Wege gehen möchte.

Daniel Ruf bringt Bewerber*innen unter die ersten 5 %

Daniel Ruf ist seit 17 Jahren als Marketing-, Projekt- und Teamleiter tätig und hat sich auf das Selbstmarketing spezialisiert: Zusammen mit seinem Team unterstützt er Stellensuchende im Bewerbungs­prozess – vom Design des Bewerbungsdossiers über attraktive Textgestaltung bis hin zum persönlichen Coaching und Social Branding Support. Mehr zu Daniel Ruf:
designbewerbung.com

Am 11. Mai  2019 findet im Technopark Vaduz in Liechtenstein ein kostenloser «Career Boost Day» statt. Daniel Ruf und sein Team geben dir Inputs rund ums Thema Bewerbung, Selbstmarketing, Personal Positioning und CV-Storytelling. Mehr Infos zum «Career Boost Day» gibts hier.

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