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Offen schwul: Bilal Hassani singt für Frankreich beim ESC

Der 19-Jährige wird in sozialen Medien tausendfach homophob und rassistisch beleidigt und diskriminiert

Bilal Hassani
Bilal Hassani (Foto: Promo)

Frankreich hat gewählt! Am Samstagabend wurde Bilal Hassani mit der Power Hymne «Roi» («König») zum Sieger des nationalen ESC-Vorentscheids gekürt. Der offen schwule Sänger repräsentiert sein Land beim Finale in Tel Aviv. Doch sein Erfolg hat eine Schattenseite.

Bilal Hassani stellte schon beim ersten «Destination Eurovison»-Halbfinale die Konkurrenz in den Schatten. Und auch das Finale entschied der Sänger nun für sich. Wenn auch die Jury andere Kandidaten besser bewertete, so bekam Hassani beim Televoting eine überwältigende Mehrheit der Stimmen und steht wegen der 50/50-Wertung nun als Sieger fest.

Hassani wurde 1999 in Paris geboren und vor vier Jahren durch seine Teilnahme an der 2. Staffel der Casting-Show «The Voice Kids» bekannt. Dort beeindruckte er das Publikum mit seiner Version von «Rise Like A Phoenix», mit dem Conchita Wurst zuvor den ESC gewonnen hatte.

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2017 outete sich Hassani in den sozialen Medien. Den Song «Roi» schrieb er zusammen mit Frankreichs ESC-Teilnehmern aus dem Vorjahr, Madame Monsieur.

Frankreich hat den Eurovision Song Contest das letzte Mal im Jahr 1977 gewonnen, Marie Myriam siegte damals mit «L’oiseau et l’enfant».

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Zielscheibe homophober Anfeindungen
Der französisch-marokkanische Sänger wird allerdings in den sozialen Medien mit Hass und homophoben wie rassistischen Kommentaren überzogen. Die LGBTIQ-Organisationen SOS Homophobie und Urgence Homophobie, haben darum angekündigt, mit Unterstützung von Anwälten jeden homophoben Kommentar zu verfolgen und anzuzeigen.

Die hasserfüllten Kommentare gegen Hassani seien «demütigend, inakzeptabel und würden nicht ungestraft bleiben», erklärten die beiden Organisationen. Man habe über 1500 Tweets entdeckt, die beleidigend oder diskriminierend seien bzw. die dem Sänger drohten.

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«Homophobie, Transphobie und Rassismus sind keine Meinung, sondern ein Verbrechen», erklärten die Organisationen.

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