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Jens Spahn mag sich nicht mehr über homophobe Papst-Äusserungen aufregen

Gegenüber domradio.de erzählte der Bundesgesundheitsminister (CDU) auch, dass ihm sein Glaube im Umgang mit Enttäuschungen helfe

Jens Spahn
Jens Spahn (Foto: Jörg Klaus)

Jens Spahn wurde schon vor Jahren vom britischen Guardian zum künftigen Kanzler ausgerufen. Seine Bewerbung zum neuen CDU-Chef in der vergangenen Woche war allerdings erfolglos. Gegenüber domradio.de erzählte er jetzt, wie er mit Enttäuschungen umgeht.

Bei der Wahl auf dem Hamburger CDU-Parteitag setzte sich Annegret Kramp-Karrenbauer mit 51,7 % der Stimmen gegen Friedrich Merz durch. Der offen schwule Jens Spahn war schon im ersten Wahlgang ausgeschieden.

Spahn sieht in seinem Glauben eine Hilfe, die Enttäuschung über die verlorene Wahl zu überwinden. Wie er am Dienstag dem Internetportal des Erzbistums Köln, domradio.de sagte, mache ihn sein Glaube gelassener in allen Lebenslagen, “auch wenn man mal einen kleinen Fehler macht oder einen Versprecher hat“.

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Das Wissen beruhige ihn, immer bei jemandem aufgehoben und auch mit seinen Schwächen angenommen zu sein..

Der liebe Gott wird sich etwas dabei gedacht haben, dass ich so bin wie ich bin

Auch als schwuler Mann fühle er sich in der Kirche aufgehoben. „Der liebe Gott wird sich etwas dabei gedacht haben, dass ich so bin wie ich bin. Das ist für mich der entscheidende Teil, sozusagen mit mir, meinem Glauben und meinem Gott im Reinen zu sein“, so Spahn.

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Auch zum Papst wurde Spahn befragt. Papst Franziskus hat einst das slowakische Referendum unterstützt, das die Gleichberechtigung Homosexueller einschränken sollte. Zudem gibt es immer wieder ablehnende Äusserungen von der katholischen Kirche über Schwule und Lesben, auch vom Papst. Spahn nehme das zur Kenntnis. „Manchmal wundere ich mich auch“, sagte der Bundesgesundheitsminister. „Aber ich habe auch keine Lust mehr, mich darüber aufzuregen.“

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Der Papst hatte in einem neuen Buch u. a. über Homosexualität erklärt, im Ordens- und Priesterleben sei „kein Platz für eine solche Art von Zuneigung“.

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