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Wegen Volksverhetzung – Olaf Latzel muss vor Gericht

Der Pastor hat gegen Homosexuelle gehetzt

Olaf Latzel
Olaf Latzel (Foto: YouTube)

Olaf Latzel muss sich wegen Volksverhetzung vor Gericht verantworten. Das Amtsgericht Bremen liess eine Anklage der Staatsanwaltschaft zu und eröffnete ein Strafverfahren gegen den evangelischen Pastor.

Wie eine Gerichtssprecherin am Freitag mitteilte, wird ein Termin für die Hauptverhandlung in Kürze mitgeteilt. Der homophobe Pastor Olaf Latzel ist wegen Volksverhetzung angeklagt. Für den Prediger ist gelebte Homosexualität ein «todeswürdiges Verbrechen».

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Nach einer Beurlaubung von sechs Wochen nahm der Prediger aus Bremen im August den Dienst wieder auf und predigt zum Beispiel an diesem Sonntag. Er habe Mässigung versprochen, hiess es (MANNSCHAFT berichtete). Obwohl er sich homofeindlich geäussert hatte, hatten seine Anhänger*innen eine erfolgreiche Petition für ihn gestartet (MANNSCHAFT berichtete).

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Die Bremer Staatsanwaltschaft hatte Latzel Anfang Juli wegen Volksverhetzung angeklagt. Der Vorwurf: Er soll am 19. Oktober 2019 in einem Eheseminar volksverhetzende Äusserungen von sich gegeben haben, als etwa Homosexuelle als Verbrecher bezeichnete. Latzel gab an, missverstanden worden zu sein.

In einem offenen Brief wurden unterdessen weitere Vorwürfe erhoben. Nicht zum ersten Mal ist die Bremer Kirche wegen Latzel in den Schlagzeilen. Eigentlich wollte der ursprünglich ja gar nicht Pastor werden, sondern Soldat. «Das fand ich gut, die Orden, die Uniformen», sagte er 2015 gegenüber dem Weser-Kurier.

Anlass war damals eine Predigt, in der er Buddha als «kleinen, fetten Herrn» bezeichnete und das islamische Zuckerfest als «Blödsinn». In demselben Artikel ist auch eine Geschichte von Latzels Hund nachzulesen. Latzel hat ihn erschossen. Ein Richter verurteilte ihn zu einem Bussgeld von 1000 Euro. Denn: Er hätte das Tier nicht gleich töten müssen, sondern ins Tierheim bringen können. U.a. auf diese Vorgeschichte bezieht sich Silke Groos. Gerichtet an die BEK und die Christ*innen in Bremen schreibt sie in einem offenen Brief (MANNSCHAFT berichtete).

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«Bevor Olaf Latzel nach Bremen kam, lebte er im selben Dorf wie ich damals, in Seelbach im Siegerland (in Nordrheinwestfalen, Anm. d  Red.), und war Pfarrer der Kirchengemeinde Seelbach-Trupbach. Er war mir zunächst nicht bekannt, da seine Vorgänger vom selben Kaliber wie er waren und ich deshalb mit 16 Jahren bereits aus der Kirche ausgetreten war, weil ich nicht mitschuldig sein wollte an dem, was sie verbreiteten, ebenso mein Vater.

Ich wurde auf Herrn Latzel erst aufmerksam, als ich damals als ehrenamtliche Geschäftsführerin eines Tierschutzvereins von einer Hundetrainerin eingeschaltet wurde, um zu versuchen Herrn Latzel sowohl den Jagdschein als auch die Waffenbesitzberechtigungskarte entziehen zu lassen, und ein Hundehaltungsverbot für ihn durchzusetzen.

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Herr Latzel besass damals einen Deutschen Schäferhund, den er Zeugen zufolge zur Verhaltensauffälligkeit prügelte. Als er dann vom Ordnungsamt für den Hund ordnungsbehördliche Auflagen erteilt bekam, wie z.B. den Besuch einer Hundeschule, erschoss er den Hund im Wald und vergrub ihn dort.

Olaf Latzel wurde deswegen 2003 vom Amtsgericht Siegen rechtskräftig wegen Tierquälerei verurteilt. Vor Gericht versuchte er sich darauf herauszureden, dass der Hund gewildert habe, doch der Richter glaubte ihm nicht. Die Ausrede war aus vielerei Gründen völlig unplausibel. Wie ich jetzt feststellen musste, behauptete Latzel später gegenüber dem Focus, nachzulesen eben dort, er habe den Hund wegen seiner «Jägerehre» erschossen, um ihm die Angst auf dem Weg zum Tierarzt zu ersparen.

Wie in der Bremer Martini Gemeinde war Latzel auch in Siegen Pfarrer einer kleinen Gemeinde mit, vorsichtig formuliert, «stark abweichenden Glaubensvorstellungen». Wie in Bremen wurde Latzels Stelle nur zum Teil, nämlich zur Hälfte, von der Kirche bezahlt. Die andere Hälfte steuerte die Gemeinde Seelbach-Trupbach selbst durch Spenden bei.

Mit diesem angenehm aufgestockten Gehalt verschaffte sich Pfarrer Olaf Latzel einen Jagdschein, Jagdwaffen, einen Geländewagen und eine Jagdreise nach Ungarn. Auch die Kugel, die dann letztlich den Schäferhund traf, war von den Gläubigen bezahlt worden.

Schon damals war Latzel für seine Hetzpredigten bekannt, unter anderem rief er einmal zu einem «heiligen Krieg» der Christen gegen die Muslime auf, sozusagen ein evangelischer Dschihad mit umgekehrten Vorzeichen, wofür er vom Superintendenten «ins Gebet» genommen wurde, erfolglos, denn es änderte sich nichts an seinem Hass versprühen, und der evangelischen Kirche ist es erkennbar leider auch nach 17 Jahren immer noch nicht gelungen, sich von Latzel und seiner Hassdemagogie zu trennen.»

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