Tuchów: Die nächste «LGBT-freie Zone» soll aufgehoben werden
Die französische Stadt Saint-Jean-de-Braye hatte wegen der Resolution die Partnerschaft gekündigt
Es steht kommende Woche in Tuchów auf der Tagesordnung: ein Resolutionsentwurf zur Aufhebung der Anti-LGBTIG-Zone.
Tuchów war die erste Kommunalverwaltung, die ihre Städtepartnerschaft aufgrund der Anti-LGBT-Resolution verlor: Das französische Saint-Jean-de-Braye kündigte im Februar 2020 die Partnerschaft.
Nun will man am Mittwoch in Polen die queerfeindliche Entscheidung offenbar zurücknehmen. Darauf wiesen die Aktivist*innen hin, die den Atlas of Hate über «LGBT-freie Zonen» im Land erstellt haben. Sie mussten sich dieses Jahr deswegen vor einem polnischen Gericht verantworten (MANNSCHAFT berichtete).
Auch die Städtepartnerschaft Illingen Tuchów wackelte. Der CDU-Bürgermeister, Armin König, hatte erklärt, er wolle die Städtepartnerschaft aussetzen, wenn Tuchów nicht von dem Beschluss zur «LGBT-freien Zone» abrücke (MANNSCHAFT berichtete).
Auch Polens Oberrabbiner Schudrich verurteilt die «LGBT-freie Zonen»: Jede*r Jüd*in sollte sich in einer Synagoge wohl fühlen, so der Geistliche (MANNSCHAFT berichtete).
Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hatte der LSVD Berlin-Brandenburg neue Gestaltungsmöglichkeiten gefordert: Als «Aktionsgruppe Polen» im LSVD habe man gerade im Bezirk Steglitz-Zehlendorf «alle Hände voll zu tun» gehabt. «Immer wieder mussten wir vom Bezirksamt eine klare Haltung gegenüber der als sogenannten LGBT-ideologiefreien Zone bekannten Partnergemeinde Poniatowa einfordern. Bisher fokussierten sich die Aktivitäten des Bezirksamtes auf Briefkorrespondenz und symbolische Aktivitäten in Deutschland.» Steglitz-Zehlendorf solle seinen Beitrag dazu leisten, dass Berlin wirklich die queere Hauptstadt Europas sei und bleibe.
Rund ein Drittel der polnischen Gemeinden hatten sich zu queerfeindlichen Zonen erklärt. Derweil wurde auf nationaler Ebene gegen LGBTIQ gehetzt: Der Chef der rechtsnationalistischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski, hatte Homosexuelle, die Geschlechterforschung und frühe Sexualaufklärung von Kindern als «Bedrohung» für sein Land bezeichnet (MANNSCHAFT berichtete).
Inzwischen haben schon einige Städte bzw. Gemeinden in Polen ihre Anti-LGBTIQ-Resolutionen zurückgezogen, darunter Paderborns Partnerstadt Przemyśl im Südosten des Landes (MANNSCHAFT berichtete).
Im März hatte das Europaparlament die Europäische Union zum Freiheitsraum für LGBTIQ-Personen erklärt. Die Abgeordneten stimmten mit klarer Mehrheit für einen entsprechenden Antrag. Die Erklärung wurde als Reaktion auf Resolutionen gegen eine «LGBT-Ideologie» in etwa 100 polnischen Gemeinden gewertet.
Das könnte dich auch interessieren
Europa
Erfolgreicher Schlag gegen Pädophilen-Netzwerk – 79 Festnahmen
Ermittelnde schlugen zu in 35 Ländern. Kidflix hatte rund zwei Millionen Nutzer*innen weltweit. Es geht um Zehntausende Videos mit sexuellem Missbrauch von Kindern.
Von Newsdesk/©DPA
News
Justiz
Ungarn
Trotz Pride-Verbot: EU-Abgeordnete wollen in Budapest mitdemonstrieren
Von Newsdesk/©DPA
News
Pride
Afrika
Schluss mit Beratung und Behandlung für Menschen mit HIV
Medizinisches Personal im Zwangsurlaub, HIV-Infizierte in Panik: Obwohl manche Behandlungsprogramme fortgesetzt werden, ist das Einfrieren der US-Hilfsgelder für HIV-Infizierte in Afrika dramatisch.
Von Newsdesk Staff
HIV, Aids & STI
Gesundheit
News
Deutschland
++ Tod nach SM-Spielen? ++ Inter Sichtbarkeit in Berlin ++
Kurz, knapp, queer – die LGBTIQ-Kurznews aus Deutschland aus Berlin und Sachsen-Anhalt
Von Newsdesk Staff
News
TIN