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Polen: 7 Städte sind keine «LGBT-freie Zone» mehr

Zuletzt kam Paderborns Partnerstadt dazu

Foto: Bart Staszewski

Inzwischen haben sieben Städte bzw. Gemeinden in Polen ihre Anti-LGBTIQ-Resolutionen zurückgezogen. Zuletzt Paderborns Partnerstadt Przemyśl im Südosten des Landes.

Der polnische LGBTIQ-Aktivist Bart Staszewski erklärte am Dienstagabend, die Gemeinderäte in Przemyśl haben für die Aufhebung der Entschliessung gestimmt.

Rund 100 Lokalregierungen Polens haben ihre Regionen in den letzen Jahren zu «LGBT-freien Zonen» erklärt. Damit beabsichtigten sie, das «traditionelle Familienleben» zu stärken und Polen vor der «aggressiven und schädlichen Homopropaganda» zu schützen. Homosexualität wurde als «Verstoss gegen die Naturgesetze» und gegen die «Menschenwürde» bezeichnet.

Auch wenn in Przemyśl die Resolution gegen die «LGBT-Ideologie» aufgehoben wurde, ist das Thema noch nicht durch. Denn die Stadträte wollen sie offenbar durch eine «familienfreundliche» Resolution ersetzen. Das ist in Polen eine Umschreibung dafür, dass man Kinder davor schützen möchte, dass sie sich mit geschlechtlicher oder sexueller Vielfalt auseinandersetzen.


Was die Partnerstadt Paderborn betrifft, so hatten dort laut Westfalenblatt zunächst Grüne und FDP die Diskriminierungen in Przemysl angesprochen, nachdem man sich dort 2018 zur «LGBT-freie Zone» erklärt hatte.
Gegen die «von LGBT-Organisationen vorgeschlagene Art und Weise der Sexualaufklärung» von Kindern

Der Bürgermeister von Przemyśl hatte in einer Reaktion erklärt, seine Stadt sei tolerant, aber der Stadtrat wende sich gegen die «von LGBT-Organisationen vorgeschlagene Art und Weise der Sexualaufklärung» von Kindern: Dies widerspreche dem Lehrplan.

Im übrigen, so schrieb das Stadtoberhaupt Wojciech Bakun an Paderborns Bürgermeister Michael Dreier (CDU): «Ich bitte Sie damit aufzuhören, unwahre Informationen über die in Przemysl angeblich stattfindende Diskriminierung zu veröffentlichen. Dies zerstört den guten Ruf der Stadt Przemysl und ist für die Stadtbewohner schädigend.»

Wie der LGBTIQ-Aktivist Kuba Gawron am Mittwoch gegenüber MANNSCHAFT erklärte, sind es mittlerweile sieben Städte oder Gemeinden, die die Resolution gegen LGBT-Ideologie wieder aufgehoben haben: der Landkreis Sztum (Partnerstadt: Ritterhude in Niedersachsen), Radziechowy-Wieprz, Tomaszów Mazowiecki, Nowa Dęba (MANNSCHAFT berichtete), Nowa Sarzyna, Kraśnik (MANNSCHAFT berichtete) und nun Przemyśl. Gawron ist Mit-Autor des «Atlas des Hasses».

Die Anwälte des christlich-konservativen Ordo-Iuris-Instituts hatten im Frühjahr 2020 rechtliche Schritte gegen die Verfasser*innen des «Atlas des Hasses» eingeleitet, die in einer Karte die «LGBT-freie Zonen» des Landes aufführen (MANNSCHAFT berichtete).


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