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Schwedische Naschereien im Flugzeug – zu zweit nach Wien!

«Shwule Grüsse vom Balkan» FOLGE 4: Über den Wolken

Flug
Bild: Unsplash/Hans Ripa

Aleksandar aus unserer Kolumne «Shwule Grüsse vom Balkan» hatte in der letzten Folge Panik, dieses Mal ist Lasse dran. Im Flugzeug nach Wien kommen sich die beiden näher.

Was bisher geschah, kannst du hier lesen …  Aufgedreht vom Wodka Energy in der Flughafenbar sitzt der shwule Jugo-Teddybär Aleks neben seiner neuen Bekanntschaft aus Schweden – dem Theaterschauspieler Lasse im Flugzeug. Während das Bord-Personal die letzten Instruktionen samt Sauerstoffmasken und Schwimmwesten zum Besten gibt, erfasst Lasses Hand diejenige von Aleks: «Hey, warum drückst du meine Hand so fest zu?», fragt der shwule Teddy. «Sorry, ich habe leichte Flugangst», zittert Lasse zurück.

Immer noch vom Wodka Energy angepeitscht winkt Aleks weltmännisch ab und beginnt, die Flugangst mit Statistik kleinzureden: «Wusstest du, dass die meisten Menschen bei der Hinreise zum Flughafen verunfallen und nicht im Flieger? Oder hast du gewusst, dass 2017 etwa 200 Tote bei Flugunfällen zu beklagen waren, während auf den deutschen Strassen und Autobahnen rund 3 000 Menschen den Tod fanden? Und das bei fast der halben Weltbevölkerung, die jährlich durch die Gegend fliegt?»

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Lasse hört nur Tod und Unfall. Er schwitzt. Sein nordisches Gesicht verfärbt sich langsam grün-gräulich. Seine Atmung wird schneller. «Alles ok?», fragt Aleks verunsichert. «Ich weiss, das Fliegen ist die sicherste Reisemethode. Aber meine Angst davor ist einfach zu gross: Was, wenn etwas auf zehntausend Metern Höhe passiert?», hyperventiliert Lasse.

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«Keine Bange. Wenn dort oben etwas passiert, dann fallen wir vermutlich eher in Ohnmacht, als dass wir den Rest noch mitbekommen. Und das ist obendrein ziemlich unwahrscheinlich», tätschelt Aleks Lasses Hand, der in der Zwischenzeit gar nicht bemerkt hat, dass der Flieger bereits abgehoben und östlich abgedreht hat mit Kurs auf Wien.

Das Anschnallzeichen ist bereits erloschen, der Bord-Service in vollem Gang: «Was möchtest du trinken?», fragt Aleks Lasse, der sich mittlerweile beruhigt und wieder auf den Kurztrip eingestellt hat: «Gerne einen Gin Tonic», schmunzelt er dem ewig grinsenden Bord-Personal entgegen. Beide stossen mit ihrem Feriendrink an und küssen sich – völlig befreit, weil keine Augen von Verwandten und Bekannten Aleks beäugen und vor der slawischen Community blossstellen könnten.

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Aleks geniesst den Moment und freut sich, dass Lasse nun seine Hand berührt, sie streichelt und ihn dabei verschmitzt anlächelt, während er sich dringlich darum bemüht, seine aufgetürmte Hose etwas abflachen zu lassen. Doch Lasse hat dies schon längst bemerkt und lässt nicht locker, indem er Aleks’ Knie berührt. «Hör auf!», zischt ihm Aleks entgegen, obwohl er seine Aufmerksamkeit und Hingabe ganz und gar geniesst.

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Aber Lasse bleibt dran: «Kennst du den Wiener Naschmarkt?», fragt er den leicht erregten Aleks. «Nein, war ja noch nie in Wien», stammelt Aleks zurück. «Dann müssen wir den unbedingt versuchen. Aber vorher will ich ein wenig von dir naschen.» Lasse beugt sich zu Aleks rüber und fasst ihm zwischen die Beine, während er ihn innig küsst. Aleks erwidert seine Küsse, fühlt sich aber zunehmend gehemmt: «Da sind noch Leute, Lasse», faucht er oberlehrer-, aber gleichzeitig schuljungenhaft.

Unbeeindruckt fährt Lasse seine Verführungsmasche fort, bis das Anschnallzeichen ertönt: «Verehrte Fluggäste, hier spricht Ihr Captain, wir landen in Kürze in Wien. Das Wetter ist sonnig bei 27 Grad. Wir hoffen, Sie hatten einen angenehmen Aufenthalt an Bord, und wünschen Ihnen eine schöne Zeit in Wien.»

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Während das Flugzeug sich durch die Böen am Wiener Flughafen kämpft und Lasse dabei gefühlte sieben Tode stirbt, freut sich Aleks schon auf die Fortsetzung von Lasses Avancen. Er greift nach seiner Hand, sieht ihn an und flüstert: «Ich glaube, ich habe mich in dich verliebt. Nein, ich glaube, ich liebe dich.» Lasse weiss nicht, wie er reagieren soll, zumal ihn der Flieger wie die Lottokugeln im Fernsehen durchschüttelt und er sich auch nicht ganz so sicher mit seinen Gefühlen ist. Etwas beengt lächelt er bloss zurück und drückt Aleks’ Hand.

*Wir schreiben in dieser Kolumne «shwul» statt «schwul», um den Balkan-­Slang wiederzugeben. Die ersten fünf Folgen sind nach und nach frei verfügbar, alle weiteren Texte danach nur mit MANNSCHAFT+ lesbar.

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