Osnabrücker Bischof Bode: Raus aus «der eigenen Blase»!

Der stellvertretende DBK-Vorsitzende will Reformen

Franz-Josef Bode (Foto: Sebastian Gollnow/dpa)
Franz-Josef Bode (Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode hat bei der Frühjahrsversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) die Bedeutung des Reformprozesses in der katholischen Kirche betont.

Im sogenannten Synodalen Weg gehe es «um mehr als um Machtverteilung, um mehr als nur Funktionieren, um mehr als nur formale Gerechtigkeit für Männer und Frauen, um mehr als nur sexuelle Beziehungen in der Geschlechtlichkeit der Liebe», sagte der stellvertretende DBK-Vorsitzende am Mittwoch in seiner Predigt im fränkischen Wallfahrtsort Vierzehnheiligen bei Bad Staffelstein. «Sondern es geht um die Ganzheit des Lebens.»

Der Reformprozess in der katholischen Kirche ist eines der Hauptthemen, mit denen die Bischöfe sich bei ihrer Tagung beschäftigen. «Ich wünsche mir, dass uns das in den kommenden Schritten gelinge, diese immer grössere Liebe Gottes wieder in Demut und Selbstbewusstsein, in Nüchternheit und Leidenschaft in die Welt zu tragen, die darauf wartet», sagte Bode und sprach von «neuen Horizonten». Es sei wichtig, nicht «in der eigenen Blase, wie wir heute sagen würden», zu bleiben.

Zuvor hatte der Münchner Kardinal Reinhard Marx erklärt, die katholische Kirche müsse sich neu orientieren. Man habe sich in der Vergangenheit zu sehr um Worte gekümmert und zu wenig um die Praxis, zu wenig um das Hier und Jetzt (MANNSCHAFT berichtete).

Die katholischen deutschen Bischöfe tagen noch bis Donnerstag in dem Wallfahrtsort in Oberfranken. Ihre Hauptthemen sind der Krieg in der Ukraine, der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und Kirchenreformen, die im Synodalen Weg angestossen worden sind (MANNSCHAFT berichtete).

DBK-Chef Georg Bätzing hatte zuvor angekündigt, dass das kirchliche Arbeitsrecht geändert werden soll (MANNSCHAFT berichtete). Schwule und lesbische Mitarbeitende, die sich zu ihren Beziehungen bekennen, werden darin bislang diskriminiert.

Eine katholische Segnung homosexueller Paare beispielsweise lehnen viele Katholiken ab, etwa der Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp (MANNSCHAFT berichtete). Der aus der Schweiz stammende Pater Romano Christen, oberster Priesterausbilder in Deutschlands grösstem Bistum in Köln, findet, Homosexualität sei die Folge einer psychologischen (Fehl)Entwicklung, die in der Kindheit oder Jugend stattfinde und zu einem «Geschlechtsminderwertigkeitskomplex» führe (MANNSCHAFT berichtete). Und der papsttreue Verein Pro Ecclesia aus der Schweiz will gar «katholische Kirche von Homo-Netzwerken befreien» (MANNSCHAFT berichtete).

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