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Mann (21) wird bei homofeindlichem Angriff Ohr abgebissen

Der Täter versuchte, sich selbst als Opfer darzustellen

Wien U-Bahn
Symbolbild: Dorsa Fathollahi/Unsplash

Erst beleidigte ein Mann eine Gruppe von drei Freunden schwulenfeindlich. Später eskalierte der Angriff in der Wiener U-Bahnstation in einer körperlichen Auseinandersetzung. Das Ohr eines jungen Mannes wurde verstümmelt.

Drei Freunde gingen am Samstag Abend in Wien feiern. Um etwa 23 Uhr stiegen sie auf dem Weg nach Hause die U4 in der Station Schottenring. Die Zeitung Heute berichtete über den Vorfall, der sich dort zutrug, und konnte mit dem 21-jährigen Verletzten sprechen.

Im Bahnhof kam völlig unvermittelt ein 37-Jähriger mit Glatze, Schnauzer und Tattoo auf der Hand auf die drei Männer zu und begann die Gruppe zu attackieren.

«Wir wurden zuerst als Schwuchteln bezeichnet», erzählt einer der Freunde. Ein Video bestätigt diese Aussage. Der 21-jährige Wiener berichtet weiter, dass der Mann begann, auf sie einzuschlagen. Einer der Freunde wurde vom Täter ins Gesicht geschlagen, danach gab es eine Rangelei. Sie hätten die Situation vorerst deeskalieren können, der Angreifer hätte sich sogar entschuldigt und sei weiter gegangen.


Doch dabei ist es nicht geblieben. Der Angreifer kehrte später zur Gruppe zurück, als sie durch die Halle Richtung Ausgang gingen. Dieses Mal war die Attacke heftiger. Er habe ihm «das halbe Ohr abgebissen», so der junge Wiener, es sehe «jetzt total verstümmelt aus, und jetzt muss ich damit klarkommen, wie ich aussehe.»

Dazu veröffentlichte er ein Foto, das ihn mit blutüberströmtem Gesicht und einem fehlenden Teil seines Ohres zeigt. Sein Kollege wurde vom Täter in den Rücken gebissen, beide mussten im Krankenhaus behandelt werden.

In Österreich gäbe es eine wahrnehmbare Zunahme von Hassgewalt gegenüber LGBTIQ, sagt nicht nur die Grünen-Politikerin Ewa Ernst-Dziedzic. Sie fordert deshalb einen nationalen Aktionsplan gegen Trans- und Homophobie. Erst kürzlich sind zwei trans Personen krankenhausreif geschlagen worden (MANNSCHAFT berichtete). Zudem werden immer wieder Regenbogenfahnen zerstört (MANNSCHAFT berichtete).


Kuriose Geschichte des Angreifers
Die Polizei bestätigt den Vorfall in der U-Bahnstation. Die Beamt*innen sind in dieser Nacht wegen einer Schlägerei gerufen worden. Vor Ort trafen sie allerdings nur auf einen 37-Jährigen Mann mit Schürfwunden am Kopf. Dieser gab an, dass er von fünf Männern angegriffen worden sei und erstattete Anzeige.

Um 4.30 Uhr erstattete auch der 21-Jährige Anzeige, da er und sein Kollege sich zuvor noch im Krankenhaus behandeln liessen. Erst später erkannte die Polizei, dass es sich bei dem Mann aus der ersten Aussage um den Angreifer handelte.

Die Videoüberwachung in der Station soll nun klären, was in jener Samstagnacht in Wien tatsächlich geschehen ist. Die Ermittlungen seien noch am Anfang, so der Sprecher der Polizei.


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