Kommt ein neues SchwuZ? Drei Locations in der engeren Wahl

Party im «SchwuZ»
Im Schwuz wird nicht mehr gefeiert (Bild: schwuz.de)

Am 1. November wurde im SchwuZ in Berlin-Neukölln die letzte Party gefeiert. Wie geht es nun weiter? Eine Entscheidung über den neuen Standort könnte schon im Februar fallen.

Eins steht schon fest: Der neue Club für die queere Community wird kleiner.

Der queere Tradidionsclub SchwuZ musste im Herbst nach 48 Jahren schliessen, als Grund wurden steigende Kosten und eine sich wandelnde Clubkultur genannt. Auch das Ende der queeren Busche wenige Monate zuvor wurde so erklärt (MANNSCHAFT berichtete).

Das Ende des SchwuZ sollte kein endgültiges sein, das wurde immer betont. Seit November wird im Hintergrund nach einem neuen Standort gesucht.

Berlins schwuler Finanzsenator Stefan Evers hatte im Herbst gesagt, es lohne sich zu schauen, was das Land an eigenen Flächen habe. Doch bei der zuständigen BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH hätten sich keine geeigneten Flächen gefunden, wie MANNSCHAFT aus dem SchwuZ-Verein erfuhr.

Aktuell seien nun drei Locations in der engeren Wahl: Alle befinden sich innerhalb des S-Bahn-Rings. Die bekannteste und von der queeren Community «gelernte» Location ist die Busche. Ein anderer möglicher neuer Standort befindet sich in Mitte.

Eine vierte Location will man Anfang Februar anschauen und begutachten. Im Verein wird man dann abwägen, welcher Standort sich am besten eigne, dann soll auch bald eine Entscheidung über den neuen Standort fallen.

Alle Locations wären kleiner als das alte SchwuZ, was kein Fehler sein muss. Zu oft verliefen sich in den letzten Monaten im Rollbergkiez zu wenig Gäste auf zu vielen Quadratmetern.

Der Club hatte einen zu grossen Verwaltungsapparat aufgebaut, so Stefan Fuerst aus dem Vorstand des SchwuZ-Vereins im Tagesspiegel. «Am Ende hat das SchwuZ nur noch funktioniert, wenn es voll war.» Schwankungen wie etwa der Besucherrückgang durch die Inflation und die gestiegenen Preise seien wirtschaftlich nicht mehr auszuhalten gewesen. «Das darf nicht nochmal passieren», so Fuerst.

Im Sommer hatte das SchwuZ Insolvenz angemeldet. Damals erklärten die Betreiber*innen, man habe die Reissleine ziehen müssen, bevor die Zahlungsunfähigkeit eintrete. Trotz Sparmassnahmen und struktureller Veränderungen sei die wirtschaftliche Lage ernster als erwartet gewesen. Dann musste der queere Tradidionsclub am 1. November schliessen.

Das traditionsreiche «Schwulen-Zentrum», einst in Schöneberg gegründet und zuletzt in Neukölln beheimatet (wo es immer wieder zu queerfeindlichen Straftaten kommt – MANNSCHAFT berichtete), war seit 1977 ein zentraler Ort der queeren Szene.

Das SchwuZ habe «jahrzehntelang Pionierarbeit» geleistet, hatte Kultursenatorin Wedl-Wilson im Herbst erklärt.

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