Steinmeier warnt vor Rollback bei Gleichbehandlung

Der Bundespräsident sprach zur Jubiläumsfeier des LSVD im Schloss Bellevue

Bundespräsident Steinmeier beim LSVD-Jubiläum in Berlin
Bundespräsident Steinmeier beim LSVD-Jubiläum in Berlin (Bild: Sebastian Gollnow/dpa)

In vielen Ländern haben queere Menschen heute mehr Rechte als noch vor wenigen Jahrzehnten - auch in Deutschland. Drohen nun Rückschritte?

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnt vor Rückschritten bei der Gleichbehandlung von queeren Menschen. Das Hauptrisiko sieht Steinmeier aktuell im Kurs von US-Präsident Donald Trump und seiner Regierung (MANNSCHAFT berichtete), wie er anlässlich des 35. Gründungsjubiläums des LSVD – Verband Queere Vielfalt deutlich machte.

«In den USA will eine selbsternannte Elite die Zeit zurückdrehen», sagte Steinmeier in Berlin. Unternehmen, Institutionen und Universitäten übten sich teils in vorauseilendem Gehorsam, kritisierte der Bundespräsident.

«Das ist die grosse Gefahr eines Kipppunktes», sagte Steinmeier. «Wir drohen zurückzufallen in alte gesellschaftliche Kämpfe, die wir eigentlich glaubten, hinter uns zu haben.»

Dies zu verhindern, sei Aufgabe nicht allein der Betroffenen, sondern vor allem auch der demokratischen Mitte.

«Tagtäglich werden Menschen in ihrer Würde angegriffen»

Mit Blick auf Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und inter Menschen sagte Steinmeier: «In Deutschland werden tagtäglich Menschen in ihrer Integrität, in ihrer Würde angegriffen und verletzt.»

Dem LSVD dankte Steinmeier für seinen Kampf um die Rechte queerer Menschen. Der Bürgerrechtsverband tritt seit 1990 für die Belange von LGBTIQ ein.

Vorstandsmitglied Alva Träbert beschrieb die verbreiteten, vom «Rechtsruck in Europa und Deutschland» ausgelösten Sorgen beim LSVD. Von der Bundesregierung forderte Träbert, sich konkret für eine bedrohte Gruppe queerer Menschen aus Afghanistan einzusetzen und den Betroffenen Schutz in Deutschland zu gewähren. In ihrer von den Taliban regierten Heimat seien diese Menschen dem «sicheren Tod» geweiht.

USA gegen Diversity: Jetzt sind Unis und Medien dran. Angeblich geht es um «LGBTIQ-Indoktrination von Kindern» (MANNSCHAFT berichtete).

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