Das sind die Demos zum Frauentag – mal queer, mal linksradikal

In Berlin, Bern und Wien

ARCHIV - 08.03.2025, Berlin: Ein Teilnehmer der Demonstration trägt einen Karton mit der Aufschrift «Boys will be feminists». (zu dpa: «Antifeminismus in Deutschland - «Müssen jetzt wütend sein»»)
8.3.2025, Berlin: Ein Teilnehmer der Demo trägt einen Karton mit der Aufschrift «Boys will be feminists» (Bild: Hannes P Albert/dpa )

Von Protestläufen bis zu Grossdemos: In Berlin wollen Tausende am internationalen Frauentag mehr Gleichstellung fordern. Auch Konflikte wegen Palästina spielen in der linken Szene eine Rolle.

Zum internationalen Frauentag am 8. März sind in Berlin wieder zahlreiche Demonstrationen angekündigt. Nicht nur am Berliner Feiertag, der dieses Jahr auf den Sonntag fällt, sondern auch bereits am Samstag und dann am Montag mit einem «Frauenstreiktag» soll demonstriert werden. Am 8. März gehen in zahlreichen Ländern Frauen für Gleichberechtigung und gegen Unterdrückung auf die Strasse.

Der erste Demonstrationszug startet mit dem Titel «Vorabenddemo zum 8. März» schon am Samstagmittag um 14.30 Uhr auf dem Martha-Ndumbe-Platz, dem früheren Nettelbeckplatz, in Wedding. Angemeldet sind 300 Teilnehmerinnen. Um 18.00 Uhr ist ein «Protestlauf» vom RAW-Gelände in Friedrichshain nach Kreuzberg und wieder zurück mit 150 Teilnehmerinnen angesagt, er richtet sich «gegen Diskriminierung und Ungleichheiten von FLINTA* im und marginalisierten Gruppen im Sport».

Grösste Demon mit 10'000 Teilnehmerinnen Weiter geht es am Sonntag um 11.30 Uhr mit der grössten Demonstration, die von der Gewerkschaft Verdi und weiteren Gruppen mit 10'000 Teilnehmerinnen angemeldet wurde. Unter dem Titel «feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich» ziehen die Frauen vom Oranienplatz zum Roten Rathaus.

Um 12.00 Uhr beginnt die traditionelle Radfahrt linker und lesbischer Frauengruppen «Purple Ride - Feministisch Fahrrad Demo» mit 2000 angekündigten Teilnehmerinnen. Start und Endpunkt ist der Mariannenplatz in Kreuzberg, die Strecke führt auch durch Mitte.

Ab 13.00 laufen linke und linksradikale Gruppen unter dem Titel «Feminism Unlimited» von der Schönhauser Allee bis zum Rosa-Luxemburg-Platz, 3000 Demonstrantinnen wurden angemeldet. Gefordert wird antifaschistischer und antikapitalistischer Feminismus.

Konflikte in linker Szene zu Palästina Die Betonung auf internationale linke Kämpfe setzt eine weitere grössere Demonstration mit dem Motto «8. März International» und erwarteten 1200 Teilnehmerinnen. Um 15.00 Uhr geht es am Kottbusser Tor in Kreuzberg los und soll an der Reuterstraße in Neukölln enden. Zur Teilnahme wird auch von linksradikalen Gruppen aufgerufen, die «Freiheit für Palästina» fordern und von einer «Revolutionären 8. März Demo» sprechen.

So viele verschiedene linke Frauen-Kundgebungen gibt es auch deshalb, weil Teile der Szene beim Thema Israel und Palästina zerstritten sind.

Im vergangenen Jahr kam es bei zwei Demonstrationen in Kreuzberg, die auch einen Bezug zum Nahost-Konflikt hatten, zu Ausschreitungen durch Demonstrantinnen. Sieben Polizisten wurden den Angaben zufolge verletzt. Die Polizei nahm 28 Demonstranten fest.

Weitere kleinere Demonstrationen mit jeweils 200 Teilnehmerinnen sind am Alexanderplatz, am Gesundbrunnencenter und abends erneut am Mariannenplatz geplant.

Für den Montag nach dem 8. März sind erneut viele Demonstrationen angemeldet, meist unter dem Motto «Frauenstreiktag». Die grösste findet um 12.00 Uhr am Brandenburger Tor mit 5000 angemeldeten Teilnehmerinnen statt, der Titel lautet: «Globaler Frauen*streik». Man wolle weltweite Bedrohung, Rechtsruck und Angriffe auf Gleichstellungspolitik und Frauenrechte nicht länger hinnehmen und sage: «Genug. Enough. Uns reicht es.»

Auch in Bern gehen Feminist*innen auf die Strasse: Am Sonntag findet ab 15 Uhr eine kämpferische Demo statt, ab Bahnhofsplatz. Es geht «laut und verbündet gegen patriarchale Gewalt, Faschismus und den Rechtsrutsch zu stellen», so das 8. März-Bündnis Bern in einer Ankündigung: «Wir vertreten einen queer-Feminismus der über Ländergrenzen und binäre Geschlechterkategorien hinausgeht. Denn nur zusammen, in Gemeinschaft und Solidarität, sind wir stark.»

Auch in Wien heisst es am Sonntag: Raus zum feministischen Kampftag! Für einen universellen Feminismus! Los geht es um 15.00 Uhr im Helmut-Zilk-Park. Im Aufruf von «Feminism unlimited wien» heisst es: «In Österreich sehen wir die Rechte von FLINTA und Queers massiv bedroht. Misogyne, queer- und transfeindliche Tendenzen nehmen zu, antifeministische Positionen gewinnen an Einfluss und autoritäre Politik wird zunehmend normalisiert.» Und weiter: «Wir werden nicht leise sein, bis wir alle frei und selbstbestimmt leben können.»

Zwei Frauen in Uganda wegen Kuss in der Öffentlichkeit verhaftet – ihnen droht lebenslange Haft. Nachbar*innen hatten die Polizei alarmiert und klagten über «praktizierte» Homosexualität (MANNSCHAFT berichtete).

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