Anfeindungen gegen Lea Blattner: EVP soll Vorfälle ernsthaft aufarbeiten!

Der Verein CSD Baselland stellt sich hinter sein lesbisches Mitglied

Lea Blattner lesbisch
Lea Blattner (Bild: Instagram/Lea Blattner)

Der Verein CSD Baselland stellt sich hinter Lea Blattner. Nach den persönlichen Angriffen auf sein lesbisches Mitglied und deren Rücktritt aus der Partei sowie von den politischen Ämtern liege es an der EVP, die Vorfälle intern sorgfältig aufzuarbeiten. Es würden Tatsachen verdreht, die Verantwortung auf das Opfer abgewälzt.

Auch Medien werden aufgefordert, zurückhaltend zu berichten und Lea Blattner mit dem gebotenen Respekt zu behandeln. Man beobachte eine «einseitige Fokussierung auf die Person, die jeglicher sachlicher Grundlage entbehre». Statt die Vorfälle umfassend aufzuarbeiten, werde die Aufmerksamkeit auf ihr privates Leben gelenkt – und ihre Person medial instrumentalisiert. Dies sei weder hilfreich noch angemessen.

Dass Diskriminierung und Hass gegenüber LGBTIQ mediales Gehör finden, sei wichtig, dürfe jedoch «nicht auf Kosten einer einzelnen Person ausgeschlachtet» werden. Hass, Diskriminierung und Drohungen seien ein gesamtgesellschaftliches Problem und erfordertn eine ernsthafte politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung, «anstelle von Generierung von Schlagzeilen oder Clickbaiting». Sorgfältige journalistische Hintergrundarbeit und Einordnung sind hier Pflicht, so der Verein.

Man erwarte, dass die EVP Lea Blattner endlich den Rückhalt und nötigen Respekt entgegenbringe, den sie verdiene. «Statt ihre Glaubwürdigkeit in den Medien zu untergraben und ihr in den Rücken zu fallen, muss die Partei Verantwortung übernehmen, die Vorfälle ernsthaft aufarbeiten und bei ihr persönlich um Entschuldigung bitten.»

Die Mutterpartei wolle aufarbeiten, «ob und wie wir anders hätten reagieren sollen», so Präsidentin Lilian Studer im Gespräch mit ref.ch. Blattner sagte hingegen, die EVP habe mit der Situation überfordert gewirkt. Nach der Ankündigung sei man zur Tagesordnung übergegangen. Dazu Studer: «Das ist ihre Wahrnehmung. Ich sehe es anders.»

Die EVP-Politikerin Blattner hat sich 2025 als lesbisch geoutet und wurde seither massiv angefeindet. Es habe Morddrohungen gegeben, selbst aus der eigenen Partei. Daraufhin gab die 32-Jährige ihr Amt als Co-Präsidentin der Jungen EVP Schweiz ab.

Die Lesbenorganisation Los schrieb in einem Kommentar: «Dein Einsatz verdient Unterstützung und Schutz - dass du beides von deiner Partei nicht bekommen hast, ist erschütternd.»

EVP-Mitglieder hatten 2021 gemeinsam mit einigen SVP- und CVP-Anhänger*innen, der noch konservativeren EDU und weiteren Gruppen das Referendum gegen die Ehe für alle organisiert. Dabei arbeitete die Nein-Seite mit umstrittenen Mitteln (MANNSCHAFT berichtete). Allerdings ohne Erfolg: In der Schweiz gilt seit Sommer 2022 die Ehe für alle.

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