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Community vs. Corona: So geht queere Solidarität!

In diesen unsicheren Zeiten stehen wir zusammen

Corona
In diesen Zeiten ist Solidarität besonders wichtig. (Bild: iStockphoto)

Die Corona-Pandemie ist existenzbedrohend für viele Kulturschaffende, Selbstständige und deren Projekte. Sie sind auf unsere Solidarität angewiesen. Die ersten Hilfsaktionen sind angelaufen. (Unsere Liste wird stetig ergänzt.)

Deutschland

Auch wenn das Münchner Sub – das Kommunikations- und Kulturzentrum – wegen der Corona-Pandemie geschlossen hat: Die Beratungen etwa zu gesundheitlichen Aspekten, Hilfestellungen bei Problemen in der Partnerschaft oder die Unterstützung für Schwule mit Migrationshintergrund gehen weiter. In ein paar Tagen will man die Beratungen auch als Videochat anbieten. www.subonline.org

Das Karda House bietet mit der Initiative Queer & Womxn Relief Nachbarschaftshilfe für Queers an: Einkäufe, psychologische Stütze, Kochen und mehr. Sie sind zudem dankbar für Spenden.

Der Berliner Traditionsclub SO36 musste aufgrund der behördlichen Anweisungen schliessen. Damit die Mitabeiter*innnen-Löhne und die Miete bezahlt werden können, sind sie froh um Spenden. Über Paypal:  https://www.paypal.com/so36. Ansonsten gerne bei post@so36.de melden.

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Die Clubmission Berlin und Reclaim Club Culture haben zudem eine virtuelle Party initiiert. Täglich um 19:00 Uhr findet unter unitedwestream.berlin eine Party statt. Ziel ist es, Geld für die Berliner Clubs zu sammeln um sie am Leben zu erhalten.

Auch das SchwuZ bleibt momentan geschlossen und hat eine Spendenmöglichkeit eingerichtet: https://www.startnext.com/saveourschwuz – über 2.500 Euro sind hier schon zusammen gekommen. Angepeilt wird die zehnfache Summe. Das SchwuZ, das seit vergangenem Wochenende zu ist, müsse trotzdem Geld verdienen, damit die Mitarbeiter*innen weiter bezahlt werden können und die laufenden Kosten natürlich auch, erklärt der altehrwürdige queere Club.

In der Berliner Kiezkneipe B-Lage hat man sich das Motto «Für jedes Bier zu Hause – 1 Euro spenden!» ausgedacht. Wer finanziell nicht oder nur wenig betroffen ist und etwas Geld spart, weil er oder sie abends nicht in der Lieblingskneipe etwas trinken gehen kann, der möge bitte spenden.

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Auch das BKA-Theater in Berlin muss den Spielbetrieb bis mindestens 19. April unterbrechen. Einige Vorstellungen werden aber per Livestream af Facebook gezeigt. Dafür kann im Webshop ein freiwilliges Antivirus-Ticket in variabler Höhe erworben oder einen Betrag via Paypal an bkatheater@paypal.com überwiesen werden.

Auch beim Schmidt Theater & Schmidts Tivoli in Hamburg lässt man sich nicht unterkriegen: Täglich gibt es die Schmidtflyx Streaming-Show zu sehen. Dazu erklärt das Team auf Facebook: «Viele von euch haben uns gefragt, wie ihr in dieser für uns existenzbedrohenden Lage einen Beitrag dazu leisten könntet, dass wir auch nach der Krise mit schmidtiger Unterhaltung für euch da sein können.»

Daraufhin wurde der Unterstützer*Innen – Gutschein ins Leben gerufen. «Diesen könnt ihr an den Kühlschrank hängen und bei eurem nächsten Besuch einlösen oder auch einfach verfallen lassen.»

Während das Queere Zentrum und das Queere Jugendzentrum des Andersraum e.V. in Hannover geschlossen bleiben müssen, weitet der Verein sein Onlineangebot aus. Beratungen gibt es ab sofort per Video-Chat. Bücher aus der Bibliothek können per Mail ausgeliehen werden. Ausserdem startet der Verein eine Reihe an Webinaren und Streams, die helfen sollen, die Zeit zu Hause virtuell gemeinsam verbringen zu können.  Spenden an den Verein, den wie viele die Krise hart trifft, sind sehr willkommen: www.andersraum.de/spenden

Was die Kulturschaffenden in NRW betrifft, so hilft der WDR mit der «Kulturambulanz». Mit schneller Video-Einsatztruppe nimmt der WDR Kultur Konzerte und Theaterinszenierungen auf und lässt Autor*innen lesen. Mit dabei sind u.a. die Schriftsteller*innen Verena Güntner und John von Düffel, Bloggerin Kübra Gümüsay, der Pianist Vladimir Stoupel und die Cellistin Raphaela Gomez. Die Videos sammelt und kuratiert der Sender auf der WDR-Website – auch zum Download.

Nachbarschaftshilfe für LGBTIQ’s in Köln: Community Relief Covid-19 bietet an, für dich einzukaufen, dir psychologische Hilfe zu leisten und vieles mehr. Mitmachen oder Hilfe in Anspruch nehmen geht ganz einfach über ein Onlineformular.

QueerNet Rheinland-Pfalz e.V. ruft zur Unterstützung für queere Zentren auf, die auf Grund der Corona-Pandemie Schwierigkeiten haben, Miete, Löhne usw. zu bezahlen. Mit dem Hashtag #queersupportvorort machen sie auf die Aktion aufmerksam.

Das schwul-lesbische Zentrum SCHMIT-Z in Trier bietet Beratung jetzt über WhatsApp, Skype und Telefon an. Beratungstermine können per Mail angefragt werden. Das Beratungsangebot richtet sich an die ganze LGBTIQ-Communtiy, deren Freunde und Angehörige. Alle Informationen dazu findest du hier.

Wichtige Informationen über die Corona-Pandemie müssen auch für Flüchtende zugänglich sein. Queer Refugees informiert in acht Sprachen über die momentane Situation.

Die Corona-Pandemie macht Familien besonders zu schaffen. Angst vor Vorurteilen oder Unverständnis kann dazu führen, dass sich Regenbogenfamilien nicht bei der allgemeinen Beratung melden. Auf Regenbogenkompetenz.de finden sie Anlaufstellen in ihrer Umgebung für Beratung, Kinderbetreuung und sonstige Unterstützung.

Der Bundesverband Trans* sammelt auf seiner Website Angebote für trans Personen, die online verfügbar sind. Trans Personen sind von der Corona-Pandemie stark betroffen, da Therapiestunden, Beratungen, Operationen und Verfahren für Namensänderungen etc. verschoben oder abgesagt wurden. Auch deren Liste wird ständig ergänzt.

Es wurde bereits eine Petition gestartet, die Hilfe für Freiberufler*innen und Künstler*innen während des Shutdowns fordert. Über 90% des Sammelziels von 300’000 Unterstützenden sind erreicht. Die Petition richtet sich an den Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

Auch das Kaufen von Büchern und Lesen derselben (oder Verschenken) kann in diesen Zeiten solidarisch sein – die schwulen Buchhandlungen liefern nach Hause (MANNSCHAFT berichtete).

Schweiz

Moderator und Veranstalter Nik Eugster hat Local Hero ins Leben gerufen. Die Seite listet Lieferdienste, geöffnete Geschäfte und weitere Dienstleistungen der Stadt Bern auf.

Die LGBTIQ-Jugendorganisation Milchjugend hat sich «Queerantäne» verordnet, um für Zusammenhalt in der Community zu sorgen. Jeden Tag gibt es verschiedene Aktionen auf Facebook und Instagram.

Mit der Soli-Box hat die schwule Moderatoren-Legende Kurt Aeschbacher eine Aktion für ältere Menschen gestartet, die der drohenden Vereinsamung in der Isolation entgegenwirken will.

Viele Leute sind zur Zeit zuhause und haben viel Zeit zum Nachdenken. Darunter auch Queers und solche, die sich noch nicht sicher sind, ob sie queer sind. Für einige wird das Zuhause kein Safe Space sein und besonders kein Ort, wo sie sich über ihre Gedanken austauschen können. Du-bist-du hat das Beratungsangebot deshalb hochgeschraubt und weitere Berater*innen aufgeschaltet. Das Angebot ist online, kostenlos und anonym.

Wenn Euch eine queere Soli-Aktion auffällt oder Ihr selber eine startet, lasst es uns gerne wissen – schreibt an redaktion[at]mannschaft.com, Stichwort: Corona.

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