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Reeperbahn Festival: Bausa-Auftritt ist «ein Fehler»

Warner Music bedauert es, wenn man sich durch einzelne Passagen verletzt fühlt

Reeperbahn Festival
Bausa beim Reeperbahn Festival (Foto: Facebook/Bausa)

Der Auftritt des Deutsch-Rappers Bausa beim Reeperbahn Festival 2019 in Hamburg sorgte vorab für Ärger. Der Hamburg Pride verlangte vor seinem Auftritt am Freitag, die Festivalleitung sollte deutlich machen, dass Homophobie und Sexismus in Hamburg keinen Platz haben. Nun reagieren die Festivalmacher*innen.

Das Reeperbahn Festival ist bunt und bleibt offen für alle, stellte das Orga-Team in einer Pressemitteilung klar. «Bei uns gibt es keinen Platz für sexistisches, diskriminierendes, rassistisches, oder anderes extremes Gedankengut, sehr wohl aber für die künstlerische Freiheit, solange sie sich innerhalb juristisch legaler Grenzen bewegt. Das international verbindende Element von Musik ist für uns ein hohes Gut.»

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Für das Programm des Reeperbahn Festivals in all seinen Facetten spiele gleichzeitig die kuratorische Freiheit grundsätzlich eine bedeutende Rolle. Vor diesem Hintergrund halte man es für einen Fehler, dass der Künstler Bausa in der Warner Music Night auftrete.

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«Bausa wurde von Warner Music nach der kurzfristigen Absage der Indie-Band Foals ohne Rücksprache mit uns oder dem Team des Docks als Spielstätte nachträglich in das Line-Up der Warner Music Night genommen. In der vergangenen 14-jährigen engen Zusammenarbeit mit Warner Music wurden wir bislang in die Auswahl aller Künstler*innen einbezogen. Eine Vorgehensweise wie diese hätten wir uns trotz der Kurzfristigkeit auch für diesen Künstler gewünscht.»

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Folgendes Statement habe Warner Music dem Festival  zur Verfügung gestellt: «Warner Music steht für Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz. Bei uns arbeiten Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Meinung oder musikalischem Geschmack. Gemeinsam arbeiten wir täglich daran, neue Hits in die Welt zu bringen und neue Künstler zu etablieren. Das gelingt uns nur durch enge Zusammenarbeit, Toleranz und gegenseitigen Respekt.» Bei Warner Music habe jegliche Form der Diskriminierung keine Chance, heisst es weiter.

«Deshalb bedauern wir sehr, dass Du Dich persönlich durch einzelne Passagen eines Songs verletzt fühlst. Wir können Dir versichern, dass dies weder im Interesse unseres Künstlers noch in unserem liegt», so das Warner-Statement.

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«Ich lass keine Hurentochter ungefickt / alle wollen meinen Dick / sogar Lesben werden umgedreht»: Diese Zeilen stammen von Bausa, der kurzfristig für die Band Foals eingesprungen war. Bausa hat sie im Rexmix von «Vossi Bop», einer Kooperation mit Stormzy, zum Besten gegeben.

Kriss Rudolph

Geschrieben von

Kriss Rudolph lebt mit seinem Hund Mompa in Berlin. Bei MANNSCHAFT ist er als Online-CvD und als Chefredakteur der deutschen Print-Ausgabe tätig.

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