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Jungs zur Prostitution gezwungen – Haftbefehle gegen Trio vollstreckt

Die drei Tatverdächtigen sollen mindestens drei rumänische Jungen zur Prostitution gezwungen haben

Zwangsprostitution
Zwangsprostitution in Berlin (Foto: tv.Berlin)

Drei Männer im Alter von 21, 24 und 27 Jahren sollen in Berlin mindestens drei Jungen zur Prostitution gezwungen haben.

Ermittler*innen des Landeskriminalamtes vollstreckten am Donnerstag Haftbefehle gegen drei Männer in Schöneberg und Lichtenberg. Seit Ende des letzten Jahres führten das Fachkommissariat und die Staatsanwaltschaft Berlin intensive Ermittlungen wegen Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung und Zwangsprostitution zum Nachteil von männlichen rumänischen Jugendlichen.

Durch einen anonymen Hinweis wurde im November bekannt, dass ein 16-Jähriger von drei Männern aus seinem familiären Umfeld in Schöneberg zur Prostitution gezwungen und dabei ausgebeutet werde. Die Männer sind nach Darstellung der Staatsanwaltschaft Cousins des 16-Jährigen.

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Während der Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen drei Männer im Alter von 21, 24 und 27 Jahren. Die Tatverdächtigen werden beschuldigt, mindestens drei Jungen der Prostitution zugeführt und ihre Einnahmen einbehalten zu haben. Im Zuge der Festnahmen wurden ferner eine Wohnung in der Eisenacher Strasse und ein illegales Zeltlager auf einer Brache an der Siegfriedstrasse durchsucht. Unter anderem stellten die Einsatzkräfte ein Fahrzeug, einen BMW, sicher.

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Einer der Jungen konnte in enger Zusammenarbeit mit den Jugendämtern Lichtenberg und Reinickendorf und in Abstimmung mit dem bestellten Vormund in eine gesicherte Unterkunft ausserhalb Berlins gebracht werden.

Bereits im Februar hatte die Polizei vier rumänische Männer im Alter von 26, 23, 39 und 55 Jahren in Berlin festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Jungen im Kindesalter und Jugendliche aus Rumänien, zum Teil ihre eigenen Kinder, nach Berlin gebracht und dort dazu gezwungen haben, sich im Grossen Tiergarten und im Schöneberger Regenbogenkiez für den Unterhalt der Väter zu prostituieren.

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Der grosse Tiergarten erstreckt sich über 210 Hektar. Der Park ist Naherholungsgebiet, aber auch Schauplatz von Gewalt, Kriminalität und Prostitution. Letzteres ist keine Neuigkeit – der Tiergarten ist seit Jahren ein Treffpunkt für die schwule Szene. Doch mit der Flüchtlingswelle, strandeten auch zahlreiche junge Männer dort.

Diese Phase ist allerdings schon wieder vorüber: Heute trifft man dort vor allem rumänische und bulgarische junge Männer.

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