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Werbestopp für Länder mit Todesstrafe für Homosexuelle

Transport for London (TfL) suspendiert Werbekampagnen von elf Ländern im Bereich des öffentlichen Nachverkehrs, u. a. Saudi Arabien, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten

Blick in den Tube-Tunnel der Stadtion Charing Cross (Foto: Traffic for London / Facebook)

Das Unternehmen «Transport for London» – das den Bus- und U-Bahnbetrieb der britischen Hauptstadt regelt und jährlich 1,35 Milliarden Fahrgäste befördert – hat sich entschieden, Werbung aus Saudi Arabien, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten auszusetzen, wegen Menschenrechtsverletzungen in diesen Ländern.

Wie die Zeitung The Standard berichtet, war bereits zuvor Werbung für Brunei – wo unlängst die Todesstrafe-durch-Steinigen für Homosexuelle eingeführt worden war – von TfL suspendiert worden. Jetzt kommen elf weitere Länder auf die Keine-Werbung-Liste von TfL, in denen einvernehmlicher gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Erwachsenen mit dem Tode bestraft wird. Zu diesen Ländern zählen der Iran, Saudi Arabien, Nigeria, Somalia, der Sudan und Jemen.

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Die LGBTIQ-Organisation ILGA hatte darauf hingewiesen, dass auch Pakistan, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Mauretanien und Afghanistan die «Möglichkeit der Todesstrafe» im Fall einer Anklage wegen Homosexualität vorsehen. Daraufhin bestätigte TfL, dass sie ihre Anzeigenpartner angewiesen habe, keine Werbung für neue Kampagnen von diesen Ländern anzunehmen.

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Londons LGBTIQ-Vorreiterrolle
Caroline Russell, von der Grünen-Fraktion der Londoner Stadtregierung, hatte an Bürgermeister Sadiq Khan (Labor Party) geschrieben: «Länder, in denen es die Todesstrafe gibt und die Menschenrechte verletzten, sollten nicht die Möglichkeit bekommen, bei Traffic for London zu werben. Das ist eine Grundsatzfrage.»

Londons Bürgermeister Sadiq Khan 2016, nach seinem Wahlsieg (Foto: US Embassy London / Wikipedia)

Ein Sprecher von Sadiq Khan ergänzte: «Der Bürgermeister ist unglaublich stolz darauf, dass London eine Stadt ist, wo man die Freiheit hat, so zu sein wie man will und zu lieben, wen man möchte.»

Der Bürgermeister ist unglaublich stolz darauf, dass London eine Stadt ist, wo man die Freiheit hat, so zu sein wie man will und zu lieben, wen man möchte

Sadiq, dessen sunnitische Familie aus Pakistan stammt, hatte in Grossbritannien Jura studiert und sich auf Menschenrechte spezialisiert; er löste 2016 Bürgermeister Boris Johnson ab. Das Time-Magazin wählte ihn letztes Jahr zu den «100 einflussreichsten Menschen der Welt».

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Sadiq Khans Sprecher weiter: «Anzeigen in den Londoner Verkehrsbetrieben werden jedes Jahr von mehreren Millionen Menschen gesehen. Angesichts der weltweiten Vorreiterrolle, die London in Bezug auf LGBTIQ-Rechte spielt, hat der Bürgermeister TfL gebeten, seine Anzeigenpolitik und das Anpreisen von Ländern mit abscheulichen Anti-LGBTIQ-Gesetzen zu überprüfen.»

 

 

 

 

Kevin Clarke

Geschrieben von

Dr. Kevin Clarke hat in Berlin und Mailand Musikwissenschaft sowie Literaturgeschichte studiert. Er spezialisierte sich früh auf LGBTIQ-Themen im Kulturbereich. 2007 veröffentlichte er das Buch «Glitter and be Gay: Die authentische Operette und ihre schwulen Verehrer», ab 2010 kuratierte er im Schwulen Museum verschiedene Ausstellungen, u. a. «Porn That Way» und «Superqueeroes». Von ihm gibt es mehrere international erfolgreiche Bücher, z. B. «Beards: An Unshaved History» und eine Biografie von Charles Leslie («The Art of Looking»). Clarke lebt mit seiner Familie in Berlin. Er unterrichtet an verschiedenen Hochschulen im In- und Ausland.

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