in

Donald Trump twittert Ausschluss von Transpersonen aus der Armee

Gestern gab US-Präsident Donald Trump via Twitter den Ausschluss von Transpersonen aus der Armee bekannt. Grund dafür seien die «ungeheuren medizinischen Kosten», die Transpersonen mit ihrer Geschlechtsangleichung verursachen würden.

«Nach Beratung mit meinen Generälen und Armeeexperten weise ich darauf hin, dass Transpersonen, unabhängig von ihrer Funktion, nicht länger der US-amerikanischen Armee dienen können und dass die US-amerikanische Regierung Transpersonen in der Armee nicht länger akzeptieren oder zulassen wird», twitterte Trump. «Unsere Armee muss sich auf einen entscheidenden und überwältigenden Sieg konzentrieren und kann nicht mit den ungeheuren medizinischen Kosten und der Beeinträchtigung belastet werden, die Transpersonen im Dienst mit sich bringen. Danke.»

Werbung

Unter dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama wurden Transpersonen im Oktober 2016 zum Dienst in der US-amerikanischen Armee zugelassen. «Ich habe das Gefühl, endlich als die Person wahrgenommen zu werden, die ich auch wirklich bin», hatte der Transmann und Obergefreite Aaron Wixson damals zu CNN gesagt.

Eine der ersten Veteraninnen, die sich auf den Tweet von Donald Trump meldete, war die Armeeveteranin Carla Lewis. «Für einen Präsidenten, der sich öffentlich zu Werten wir Loyalität bekennt, scheint er nicht zu verstehen, dass die höchste Form von Loyalität die Bereitschaft ist, sich im Dienst des Heimatlands den Gefahren zu stellen», schrieb sie in einer Kolumne für die Huffington Post.

Lewis diente in einer streng geheimen Einheit für die US-amerikanische Luftwaffe, als 1991 bekannt wurde, dass sie eine Transperson ist. Sie wurde ehrenhaft entlassen, als Grund wurde «mentale Störung» angegeben.

Werbung

Wie die New York Times im Mai 2016 berichtete, identifizieren sich über 2’450 der 1,2 Millionen Menschen, die im US-Militär dienen, als trans. Die Kostenübernahme der medizinischen Betreuung generiert Kosten zwischen 2,9 und 4,5 Millionen US-Dollar pro Jahr. Für die medizinische Grundversorgung ihrer aktiven Angehörigen gibt die US-Armee jährlich über 6 Milliarden US-Dollar aus.

In ihrer Kolumne geht Lewis von 6630 aktiv dienenden Transpersonen im Militär aus, weist aber darauf hin, dass die Schätzungen von verschiedenen Organisationen weit auseinandergehen. Sie schreibt, dass die Kosten viel höher werden, wenn mehrere aktive Transpersonen aus der Armee ausgeschlossen und neue Armeeangehörige rekrutiert und trainiert werden müssen. «Zudem haben neu Rekrutierte nicht die jahrelange Erfahrung, die transgeschlechtliche Armeeangehörige jetzt schon haben.»

Auch die Kriegsveteranin Kristin Beck sprach gegenüber dem Business Insider Donald Trumps Befürchtungen an, Transpersonen seien eine Ablenkung. «Trans zu sein hat nichts mit anderen zu tun», sagt sie. Als Chris Beck diente sie während zwanzig Jahren bei den Navy Seals, einer hochgeschätzten Einheit innerhalb der US-amerikanischen Armee. Gemäss dem Business Insider hat sie massgeblich zur Aufspürung von Osama Bin Laden in Pakistan beigetragen.

Beck forderte Trump zu einem Treffen auf: «Triff mich von Angesicht zu Angesicht und sag mir, dass ich des Diensts unwürdig bin. Transgeschlechtlichkeit spielt keine Rolle. Leiste deinen Dienst.»

In einer Pressemitteilung wandte sich die US-amerikanische Organisation «Transgender Legal Defense und Education Fund» TLDEF an die Öffentlichkeit. «Transmenschen waren schon immer im Militär und werden es auch in Zukunft sein», schrieb Exekutivdirektorin Jillian Weiss. «Studien zufolge dienen sie doppelt so häufig im Militär als der Rest der Bevölkerung. Was der Präsident wirklich sagt, ist, dass Transpersonen nicht mehr offen über ihren Dienst sprechen sollen, sondern ihn in Stille und Angst leisten müssen, wie es schwule und lesbische Personen in früheren Jahren getan haben.»

Japanischer Brauereikonzern führt Gleichstellung für LGBT-Mitarbeitende ein

Göttlicher Sex – «American Gods» auf DVD und Blu-ray