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Frankreich feiert erste Schwulenhochzeit

Vincent Autin und Bruno Boileau lassen sich heute als erstes gleichgeschlechtliches Paar Frankreichs vermählen.
Vincent Autin und Bruno Boileau lassen sich heute als erstes gleichgeschlechtliches Paar Frankreichs vermählen. (Bild: Youtube)

Heute um 17:50 Uhr ist es soweit. Frankreich, das vor wenigen Wochen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet hat, feiert in Montpellier seine erste Schwulenhochzeit.

Vincent Autin, 40, und sein Partner Bruno Boileau, 29, werden von der Bürgermeisterin Hélène Mandroux höchstpersönlich vermählt. Die Zeremonie musste in einen grösseren Saal verschoben werden, da nebst den 200 Freunden und Verwandten des Paares zusätzliche 150 Journalisten und Staatsangestellte erwartet werden.

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«Wir lieben uns und können heute endlich heiraten», so Vincent und Bruno gegenüber der LGBT-Organisation AllOut. «Ein Dankeschön an alle, die die Petition unterschrieben haben und für Liebe und Gleichberechtigung eingestanden sind. Jetzt feiern wir die Liebe.» Gemäss der französischen Nachrichtenagentur AFP sind sich die beiden bewusst, dass ihre Eheschliessung öffentliche Auswirkungen haben könnte.

Bürgermeisterin erhielt Drohungen
Die erste Schwulenhochzeit wird von LGBT-Aktivisten und Anhängern der Ehe-Gleichstellung als historisches Ereignis gefeiert. Die Sicherheitsbehörden von Montpellier stehen daher in erhöhter Alarmbereitschaft. Bürgermeisterin Mandroux hat von Gegnern der Ehe-Gleichstellung bereits mehrere Drohungen erhalten, darunter ein Telefonanruf heute morgen: «Beschaff dir Bodyguards», drohte der Mann.

Nach monatelangen Protesten und Ausschreitungen von Gegnern der Ehe-Gleichstellung gingen in Paris letzten Sonntag erneut mehrere Zehntausend Menschen auf die Strassen, nachdem der französische Verfassungsausschuss die Öffnung der Ehe für gesetzmässig empfunden hat.

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Sylviane Bulteau und Hugues Fourage, sozialistische Abgeordnete im französischen Parlament, hatten Briefe von Fanatikern erhalten, die ihnen mit der Entführung von Familienmitgliedern drohten, sollte die Ehe-Gleichstellung nicht zurückgezogen werden.

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