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Stolze Mama von schwulem OnlyFans-Star will Gewinnbeteiligung

Die Mutter des 19-jährigen «Jack the Lad» meint, sie habe schliesslich den imposanten Schwanz ihres Sohnes gemacht. Also sollte sie auch was abbekommen vom Geld, das er damit verdient

Jack the Lad
So zeigt sich Cameron Cook seinen Fans auf Instagram und lockt sie zu seinem OnlyFans-Account (Foto: @itsjackcamero / Instagram)

Sein attraktives Glied (und Aussehen) zum Geldverdienen via OnlyFans-Account einzusetzen ist für viele jüngere Menschen das neue Normal. Dass die eigene Mutter Fan solcher «Accountant»-Arbeit des Sohnes ist, ist eher ungewöhnlich. Dass sie nun auch noch einen Gewinnanteil fordert, weil sie den Riesenschwanz «gemacht» habe, der so viel Geld einbringt, ist noch sehr viel ungewöhnlicher.

Der 19-jährige Cameron Cook aus Grossbritannien ist unter dem Namen «Jack the Lad» zu einem schwulen OnlyFans-Star und Grossverdiener geworden. Der blonde Twink mit den markanten Augenbrauen hat 48.200 Fans, von denen sich eine Vielzahl für 12 Dollar im Monat seine derzeit 249 «Beiträge» mit sexuellem Inhalt anschauen.

Jack the Lad
Cameron Cook, wie er sich als Jack the Lad seinen Fans zeigt. Abonnent*innen bekommen das Foto ohne Emoji zu sehen (Foto: Twitter / @itsjackcamero)

Da sich solche Filme gut aus dem Homeoffice produzieren lassen, ist OnlyFans als Plattform einer der grossen Gewinner der Corona-Krise mit ihren wiederholten Lockdowns.

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Diese neuartige Online-Verdienstmöglichkeit wird nicht von allen begrüsst und gutgeheissen. So hat sich beispielsweise jüngst ein viraler «Trend» entwickelt, in dem Trolle OnlyFans-Betreibern vorgewarfen, sich als Berufsbezeichnung irreführenderweise «Accountant» (dt. Buchhalter) zu nennen. Eine hämische Anschuldigung, die auch Jack the Lad alias Cameron Cook traf.

The Original Tik Cocker
Er reagierte darauf als selbsternannter «Original Tik Cocker» auf sehr direkte Weise mit einem (natürlich!) TikTok-Video, in dem er seine Mutter fragt, was sie denn davon halte, dass er «Accountant» sei. Und er wollte von ihr wissen, ob sie stolz auf ihn sei.

Die Mutter antwortet im breiten nordenglischen Akzent: «Natürlich bin ich stolz auf dich. Ich bin dein Nr. 1 Fan.» Schliesslich haben sie seinen «D» (Dick) «gemacht», was sie mit einer Handbewegung begleitet, die auf die aussergewöhnliche D-Länge hindeutet. «Ich will einen prozentuellen Anteil am Gewinn», sagt sie lachend.

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Daraufhin tritt Cook wieder ins Bild und erklärt, wie er seine Mutter bereits an den D-Einnahmen teilhaben lasse, dass sie beispielsweise Fahrstunden und einen riesigen Flachbildschirm von ihm bekommen habe. Den man dann in einem Kameraschwenk auch unmittelbar sehen kann.

Es ist eine freie Welt. Free Willy!

«Und habe ich deine Unterstützung?», fragt Cook bezüglich seiner Tätigkeit als digitaler Sexarbeiter. Die Mutter antwortet entspannt: «Es ist eine freie Welt.» Und fordert gleich noch: «Free Willy!» Womit sie nicht den Film «Ruf der Freiheit» über Wale meint, sondern den umgangssprachlichen Ausdruck für Penis verwendet – und den ihres Sprösslings meint, der machen könne, was er wolle.

Cook teilte dieses Video auf Twitter und schrieb später in einem weiteren Post: «Sie ist mein neuer Co-Star.» Etliche User retweeteten das mit Kommentaren wie: «This is PRIDE!»

Neue Generation von toleranten Müttern
Natürlich bleibt es in einer durchdigitalisierten Welt nicht aus, dass Freund*innen, Familie, Kolleg*innen oder Mitschüler*innen in den Weiten des Internets über Sexvideos oder entsprechende Fotos von Menschen stolpern, die sie kennen und erkennen. Und die dann einen Weg finden müssen, sich dazu zu verhalten. Letztes Jahr machte ein Fall in Florida Schlagzeilen, wo ein Mann seine Kollegin darauf hinwies, dass ihr Sohn einen OnlyFans-Account betreibe, wo er gerade ein neues Nacktfoto hochgeladen habe. Die 38-jährige Mutter schickte ihrem Sohn Chris unmittelbar eine Textnachricht und fragte, ob er ernsthaft sein Geld mit solchen Bildern verdiene. Es entwickelte sich ein anfangs etwas ausweichender Dialog, aber dann erwies sich auch diese US-Mutter als entspannt. Und witzelte – vergleichbar mit der Mutter von Jack the Lad –, dass sie nun ihre Wunschliste für den nächsten Muttertag und Geburtstag angepasst habe.

Betreiber von OnlyFans-Accounts in Deutschland, wie Chris Heart aus Berlin, berichteten kürzlich in MANNSCHAFT, dass sie ihrer Familie zwar erzählt hätten, dass sie ein entsprechendes Konto betrieben, aber die Eltern und engere Verwandte sich die Posts nicht anschauen würden – weil sie eh hinter einer weiss-blauen Bezahlschranke versteckt sind. Und weil sie die Privatspäre respektieren wollten.

Mein Leben auf OnlyFans: Zwischen Online-Prostitution und Selbstverwirklichung

Einnahmen sind steuerpflichtig
Die unvermeidbare Sichtbarkeit, die jede Online-Aktivität heutzutage begleitet, sowie das Gedächtnis des Internets machen es unmöglich, so etwas auf Dauer geheim zu halten. Man muss sich also gut überlegen, was man ins World Wide Web stellt. Und welche Auswirkungen das auf Karriere und späteres Leben hat – aber auch auf das Verhältnis mit Familie & Co.. Das ist keine neue Erkenntnis, aber eine, zu der offensichtlich ein starkes Umdenken stattgefunden hat in den letzten Jahren.

Die Tatsache, dass immer mehr vorwiegend junge Menschen sich von altmodischen Bedenken nicht mehr schrecken lassen bzw. sich ganz gezielt sexuell präsentieren und vermarkten, auch im LGBTIQ-Bereich, kann man als Zeichen dafür sehen, dass sich der Umgang der Gesellschaft mit moralischen Normen und dem, was als Privat angesehen wird, radikal verändert hat, zumindest im Westen. Das kann man zum Teil durchaus positiv werten. Und gespannt sein, wie sich das weiterentwickeln wird. Denn aufzuhalten ist die Entwicklung eh nicht mehr.

Übrigens: Einnahmen aus OnlyFans-Tätigkeiten sind steuerpflichtig, tun also etwas für die Finanzierung der derzeitigen Corona-Hilfsmassnahmen, wenn man’s philantropisch betrachten möchte.

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