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Sprecher*in von Die Linke.queer Luca Renner tritt aus

Grund: Ihre Partei grenze sich nicht genügend von Transfeind*innen ab

Luca Renner
Luca Renner (Foto: LSVD)

Das «Manifest für Frieden» von Sahra Wagenknecht mit Alice Schwarzer hatte für hitzige Diskussionen gesorgt. Die Linke-Politikerin hatte ihre Forderungen in Berlin auf die Strasse gebracht.

Sie habe ihren Austritt aus meiner Partei zum 30. Juni dieses Jahres schriftlich abgegeben, erklärte Luca Renner am Sonntag via Facebook.

«Wieso nicht gleich? Weil ich hoffe, dass unser Parteivorstand nun endlich die notwendigen Konsequenzen aus den Vorgängen dieses Wochenendes zieht. Eine Partei, die sich nicht klar von der Querfront mit Neonazis abgrenzt, wird niemals meine Partei sein. Eine Partei, die zulässt, dass ihre Mandatsträger*innen mit Transfeind*innen gemeinsam eine Demo starten, wird niemals meine Partei sein. Eine Partei, die für ein angegriffenes Volk nur Floskeln der Solidarität übrig hat, statt eine aktive Unterstützung zu fordern, ist nicht meine Partei. Sollte sich das ändern, bleibe ich gerne oder komme ich gerne wieder.»

Sie lasse sich nicht umstimmen, erklärte sie zum Schluss noch. Sie wolle aber weiterhin in der BAG Queer mitarbeiten, schrieb sie in einem gesonderen Post bei Facebook. Sie sei sehr dankbar, «dass unter anderem Genoss*innen wie Katina Schubert und der Berliner Landerverband klare Kante zeigen», so Renner, die als queeres Mitglied u.a. dem Fernsehrat des ZDF angehört (MANNSCHAFT+).


Unter ihrem Post bekommt Renner viel Zuspruch. Die meisten User*innen drücken Lob und Verständnis aus; auch einige Ex-Linke-Mitglieder äussern sich, etwa Torsten Lange: «Ich stimme dir zu 300 Prozent zu. Aus diesem Grund bin ich auch im März 2022 aus der Linkspartei nach 8 Jahren Arbeit ausgetreten.»

Frank Laubenburg, ebenfalls Bundessprecher bei Linke.queer, hatte queerfeindliche Passagen des 2021 erschienen Buches seiner Parteifreundin Wagenknecht kritisiert. Darin mache sie «skurrile Minderheiten» verächtlich (MANNSCHAFT+).

Am Samstag waren in Berlin mehrere Tausend Menschen einem Aufruf von Linke-Politikerin Wagenknecht und Frauenrechtlerin Schwarzer zu einer Kundgebung unter dem Motto «Aufstand für den Frieden» gefolgt. Wagenknecht forderte einen Stopp von Waffenlieferungen an die von Russland angegriffene Ukraine und mahnte Friedensverhandlungen an.


Die Linke-Chefin Janine Wissler hatte sich nach Demo erneut distanziert, möglichen Konsequenzen für Wagenknecht indirekt aber eine Absage erteilt. Auch SPD-Chefin Saskia Esken hat die Berliner Demo heftig kritisiert. «Ich habe grosses Verständnis für die vielen Menschen, die sich Sorgen machen, die verunsichert sind, dass dieser Krieg auch eskalieren könnte», sagte Esken, die dieses Jahr Schirmherrin der Stuttgart Pride ist (MANNSCHAFT berichtete), am Montag in Berlin. «Wofür mir jedes Verständnis fehlt, ist, wenn hier mit Russlandfahnen gemeinsam mit Rechtsaussen demonstriert wird», so Esken weiter. So würden Bilder erzeugt, die nur Russlands Präsidenten Wladimir Putin und seiner Propaganda nutzten. (mit dpa)


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