in

Sexuelle Belästigung: So cool reagiert Marcel Mann

Unser MANNSCHAFT-Kolumnist lässt sich nichts gefallen

Musterung
Marcel Mann (Foto: Henrik Pfeifer)

Der Comedian Marcel Mann wurde auf offener Strasse sexuell belästigt. Nicht zum ersten Mal. Aber diesmal wollte er es nicht einfach nur so hinnehmen.

Marcel Mann ist in einer Berliner Fussgängerzone unterwegs, als er an einem Mann vorbeikommt, der ihm hinterherpfeift. Der andere fragt, ob er ihm nicht einen blasen wolle – er hätte auch einen grossen Penis.

«Erst hab ich nicht reagiert aber er wurde zunehmend penetranter und lief mir mehrere hundert Meter hinterher», schreibt Mann auf Instagram. «Zuerst habe ich mich total unwohl gefühlt aber nach ca. 2 Minuten habe ich das Handy aus der Tasche geholt und die Situation gefilmt.»

Danach habe der andere aufgegeben. Er habe sich entfernt und sei beim unachtsamen Überqueren der Strasse an einer roten Fussgängerampel fast von einem Auto erfasst worden.


So etwas passiere ihm nicht zum ersten Mal, schreibt Mann bei Instagram. «Ich wurde auch schon bei den Dreharbeiten zu einer Fernsehserie von einem Darsteller ähnlich belästigt. Ich kenne es auch noch aus meiner Jugend, dass sich kleine Gruppen von Männern an meine Fersen geheftet haben, um mir unschöne Dinge hinterher zu rufen. Um mich zu schikanieren oder zu demütigen.»

Vor über zwei Jahren machte der Comedian und Synchronsprecher öffentlich, dass er einen Moderationsjob im Fernsehen nicht bekommen habe, weil er schwul ist (MANNSCHAFT berichtete).

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Marcel Mann (@marcel_mann)

In solchen Momenten fühle er sich immer stark von der Aussenwelt isoliert und irgendwie auch beschmutzt. «Aber dieses Mal dachte ich: Nein, heute nicht.»


Frauen und Mitglieder der LGBTIQ-Community kennen solche degradierenden Situationen nur zu gut, schreibt Mann. Als Frau oder «femininer Mann» werde man oft Opfer von Mikroaggressionen und «unauffälligen» Übergriffen.

Zu den MANNSCHAFT+-Kolumnen von Marcel Mann geht es hier entlang.


Rainer Werner Fassbinder

Die Methode Fassbinder – «Schlafen kann ich, wenn ich tot bin»

QueerOfficers Schweiz

QueerOfficers feiern «gute Grundlagenarbeit» in Schweizer Armee