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Umarmen verboten – So vermeiden es Heteros, als schwul zu gelten

Zum aktuellen hochspannenden Thread der Plattform Reddit

schwule klischees
Sein Baby im Kinderwagen schieben – ein No-Go, wenn man nicht für schwul gehalten werden will (Foto: Derek Owens/Unsplash)

Im letzten Jahr brachte eine Studie Umweltschutz in Verbindung mit Geschlechterstereotypen: Plastik zu vermeiden etwa, sei nichts für echte Hetero-Kerle (MANNSCHAFT berichtete). Was «Mann» besser lässt, um nicht für schwul gehalten zu werden – die Liste ist lang und wäre, wenn es nicht so traurig wäre, unfassbar lustig.

Bereits 2016 bestätigte eine Studie die Vermutung, dass Umweltschutz als weibliches Anliegen aufgefasst wird. Das gilt offenbar auch für den gesundheitlichen Schutz: Wie die New York Times im Oktober berichtete, gilt auch das Tragen von Masken in der Corona-Pandemie als unmännlich (Brasiliens Präsident Bolsonaro hatte den Mund-Nasen-Schutz gar als «Schwuchtelzeug» bezeichnet – (MANNSCHAFT berichtete).

In den USA hatte der inzwischen gewählte Präsident Joe Biden Trumps widerstrebende Haltung gegenüber dem Tragen von Masken als «Macho» bezeichnet. Dem entgegnete Tomi Lahren wiederum, eine konservative Kommentatorin und Moderatorin von Fox Nation, dass Biden «genauso gut eine Handtasche zur Maske tragen könnte». Mehrere Studien belegten in diesem Jahr die Zusammenhänge zwischen der geschlechtlichen Identität, einschliesslich sexistischer Einstellungen, und der Wahrscheinlichkeit, ob jemand eine Maske trägt.

Nun gib es auf der Plattform Reddit gerade eine hochspannende Diskussion. So hat diese Woche der User «Dan» eine Umfrage gestartet, die sich an Hetero-Männer richtet: Was ist das Verrückteste, das man euch empfohlen hat, nicht zu tun, weil es «schwul» sei? Inzwischen (Stand: Freitagvormittag) gib es über 12.000 Diskussionsbeiträge. Und die haben es in sich.


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Zu den No-Gos gehören: sein Baby im Kinderwagen zu schieben, Haarpflegeprodukte und Cremes zu benutzen, im Regen einen Schirm zu benutzen, aus Strohhalmen zu trinken, aber auch: sich den Hintern zu waschen (weil man sich da an der Stelle berührt, wo viele Schwule Spass haben) und natürlich die Klassiker: Das Tragen farbiger Socken (womöglich noch rosa!), und Weinen habe man als Hetero-Mann tunlichst zu unterlassen, wenn andere nicht auf falsche Gedanken kommen sollen.

Und noch etwas ist zu beachten: Wenn man sich danach nicht küsst, ist es nicht schwul, heisst es in einem Kommentar. Und: «Echte Kerle» (soll wohl heissen: heterosexuelle) umarmen sich nicht. Nicht mal den Vater oder den Grossvater. Da muss ein Handschlag genügen. Das Leben eines Heteros muss verdammt hart sein.

Zu dem komischeren Momenten des Reddit-Threads gehört dieser Beitrag eines Users: «Erinnert mich daran, als in der Schule ein Rowdy fragte: Bist du schwul?, und ein Mitschüler gab zurück: Wieso, suchst du einen Freund?»


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Fest steht: Diese Form von toxischer Männlichkeit, das zwanghafte Erfüllen stereotyper, repressiver Vorstellungen der männlichen Geschlechterrolle in der Gesellschaft, kann nicht gut tun – nicht den Männern und nicht ihrem Umfeld. Übrigens gilt das auch für Schwule, die sich mit lähmenden Gefühlen herumschlagen. Das hat der Therapeut und Autor Stephan Niederwieser untersucht (MANNSCHAFT+).


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