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Aufregung über schwule Schokofans – Ruf nach Cadbury-Boykott!

Die christlich-konservative Organisation «One Million Moms» will die Kinder schützen und Ostern retten

Foto: Cadbury

Die erzkonservativen «One Million Moms» fordern die Amerikaner*innen auf, Cadbury wegen eines Werbeclips zu boykottieren: Ein schwules Paar, das sich  darin auf sehr sinnliche Weise ein Crème Egg teilt, ist dem US-Verein ein Dorn im Auge.

Der Anfang des Jahres veröffentlichte Clip mit dem Cadbury-Schokoladen-Ei, gefüllt mit einer süssen klebrigen Füllung, zeigt verschiedene Konsument*innen, die nicht genug von der Süssigkeit bekommen und sie auf die unterschiedlichsten Arten geniessen.

Am Ende des Clips tauchen zwei Männer auf, die Händchen halten und auf einer Dachterrasse tanzen. Dann, während eine der beiden bärtigen Herren das zarte Schokoladenei zwischen den Zähnen hält, beugt sich der andere vor, um einen vorsichtigen langsamen Biss zu nehmen, wobei sich die zählflüssige und cremeweisse Füllung langsam zwischen den beiden Männern zieht (MANNSCHAFT berichtete).


Der religiösen US-Organisation One Million Moms (hinter der keineswegs eine Million Mütter stehen, sondern nach einem Bericht der LGBTIQ-Organisation GLAAD nur eine einzige Frau: Monica Cole) gefällt das überhaupt nicht. Als im letzten Jahr ein schwules Paar in «DuckTales» auftauchte, startete sie bereits eine Petition gegen die Serie. Nun richtet sich ihre Wut gegen Cadbury, dessen Produkte auch in den USA vertrieben werden.

«Ich mache bei Ihrer Agenda nicht mit, Homosexualität zu verbreiten», schreibt sie im Boykott-Aufruf auf ihrer Website. «Ihr neuer Clip beleidigt mich und viele andere Christ*innen, die Ostern mit Ehrfurcht und Respekt feiern.» Denn der Clip sei obszön, Kindern könne man ihn überhaupt nicht zeigen.


Man werde die Cadbury-Produkte darum nicht kaufen, heisst in dem Aufruf weiter. «Ich streiche Cadbury Crème Eggs von meiner Einkaufsliste. Bitte bleiben Sie bei der Herstellung von Pralinen und Süssigkeiten, Hände weg von politischen und sozialen Aussagen.»

Der Clip wurde auf YouTube schon über 400.000 mal geklickt. Die Kommentare sind deaktiviert – was darauf hindeuten könnte, dass es es bereits etliche homophobe Äusserungen zu dem Video gab oder man sie zumindest erwartete.

Ein Clip wie dieser wäre übrigens beim Schweizer Konkurrenten, dem Schokoladen-Giganten Läderach, undenkbar. Das rechtskonservative Engagement der Unternehmersfamilie u.a. gegen die Ehe für alle (MANNSCHAFT berichtete) wurde sogar der Swiss zu heikel: Die Airline hat ihre zehnjährige Zusammenarbeit mit dem Schokoladenhersteller beendet (MANNSCHAFT berichtete).


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