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Mensch ist Mensch – Musikalisches Zeichen gegen Gewalt an LGBTIQ

DJ Steve Es will anderen Queers Mut machen

Steve Es
Bilder: Stefan Trocha

DJ Steve Es aus Hamburg kämpft gegen Homophobie. Ende der Woche ist das Musikvideo zu seiner neuen Single «All You Love» auf Youtube erschienen. Mit den Kussszenen zweier Männer will er auf fehlende Toleranz hinweisen.

Mit seinem neu erschienen Song «All Your Love» und dem dazugehörigen Video möchte der Hamburger jungen Queers Mut machen und ein klares Zeichen gegen Hass und Diskriminierung setzen. Besonders die Kussszenen sind Steve Es wichtig, wie er betont.

«Zwar heuchelt die Gesellschaft Vielfalt vor und die Menschen werfen mit Einhörnern und Regenbögen um sich, doch sobald sich zwei Männer in der Öffentlichkeit küssen, hört es bei den meisten mit der geheuchelten Toleranz auf.» Erst kürzlich gab es einen Vorfall mitten auf dem Berliner Regenbogenkiez (MANNSCHAFT berichtete).

YouTube video


Das musste der Künstler auch am eigenen Leibe erfahren: «Ich hab in Vergangenheit immer wieder Ausgrenzung und sogar Gewalt erfahren müssen und immer noch werden Homosexuelle auf den Strassen bedroht und geschlagen.» Ein Vorfall ereignete sich vor wenigen Tagen, am 19.10.21. Nach eigenen Angaben wurde Steve Es von zwei männlichen Mitarbeitern des Hamburger Verkehrverbundes (HVV) als «Schwuchtel» beschimpft, vom Fahrrad geschubst und geschlagen.

Er hat den Angriff nicht zur Anzeige gebracht, weil er der Polizei nicht traut. Das teilt er mit vielen Queers, wie kürzlich wieder eine MANNSCHAFT-Umfrage zeigte.

 

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Stefan Wagner, wie der DJ mit bürgerlichem Namen heisst, hat sich mit 20 Jahren als homosexuell geoutet. Eher spät, wie er findet, schliesslich weiss er seit er 16 ist, dass er schwul ist. Auf seinem -Youtube-Kanal spricht er ganz offen über sein Coming-out und die schlechten Erfahrungen, die es nach sich zog.


So musste er mit Anfang Dreissig den Kontakt zu seiner Mutter komplett abbrechen, da sie ihren Sohn nicht tolerieren konnte. Sie machte ihm Vorwürfe und Steve Es versuchte, ihre Liebe durch teure Geschenke zu gewinnen und zu beweisen, dass auch schwule Männer Menschen sind, wie alle anderen auch. «Dagegen waren die homophoben Sprüche meiner Mitschüler nichts», schreibt Steven Es auf Youtube.

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Mit dem Musikprojekt möchte Steve Es jungen und alten Homosexuellen Mut und die Kraft geben, zu sich zu stehen und ihnen Inspiration geben, ihr Leben zu gestalten. «Es ist keine Schande, einen Menschen zu lieben. Mensch ist Mensch. Ich stehe für Liebe, Gleichberechtigung und freien Willen.»

Gedreht wurde das Video auf St. Pauli in Hamburg, wo der Musiker auch lebt.

In Russland ist dieses Video über ein schwules Paar ein Verbrechen. Viele russische Medienkanäle strahlen den Film nicht aus, weil sie Restriktionen fürchten (MANNSCHAFT berichtete).


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