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«Kein grösseres Tabu als schwuler Sex»: Queere Literatur in Corona-Zeiten

Donat Blum organisierte während des Lockdown das digitale Literaturfestival «Viral», das sich u. a. für die Sichtbarkeit von queeren Themen und Autor*innen in Pandemiezeiten einsetzte. Aber wie steht es überhaupt um LGBTIQ-Sichtbarkeit im Literaturbetrieb?

Queere Literatur
Symbolbild (Foto: Oscar Chevillard / Unsplash)

Der 1986 im Schweizer Schaffhausen geborene Donat Blum war Co-Präsident des Filmfestivals «Queersicht» und ist Initiator sowie Mitherausgeber der ersten queeren Literaturzeitschrift des deutschsprachigen Raums: Glitter – Die Gala der Literaturzeitschriften. 2018 ist sein Debüt-Roman «Opoe» beim Ullstein Verlag erschienen. Er lebt zwischen Berlin und der Schweiz. Wir wollten von ihm wissen, wie es generell um LGBTIQ-Sichtbarkeit im deutschsprachigen Literaturbetrieb steht, verglichen mit anglo-amerikanischen Regionen – und warum schwuler Sex immer noch das grösste Tabu ist, diesseits und jenseits des Atlantiks.

Donat, während des Lockdowns habt ihr ab Mitte März eine Art Online-Festival mit queeren Autor*innen veranstaltet, 33 Abende bzw. 165 Lesungen. Sind dir dabei Themen aufgefallen, die Queers besonders bewegten, die andere nicht ansprachen?
Das Festival war nicht ausschliesslich mit queeren Autor*innen. Ihr Anteil war aber sehr gross, und die Themen decken eigentlich die ganze literarische Palette ab. Von Familien- über Migrationsgeschichten bis hin zu Identitätssuche – auch in Bezug auf Geschlechtsidentität. Um ein klassisches Coming-out ging es hingegen nie. Grundsätzlich lässt sich sagen: Eine queere Perspektive erlaubt einen anderen, oft ungesehenen Blick auf unsere Gesellschaft. Das macht die Thematik äusserst fruchtbar für Literatur. Literatur ist immer auch Zeitgeschichte und zugleich deren Aufarbeitung.

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