Wie queer ist ... Mark Ruffalo?

Amerikanischer Schauspieler ist ein wichtiger LGBTIQ-Verbündeter

Mark Ruffalo
Mark Ruffalo (Bild: Flickr.com/GageSkidmore)

Der US-Schauspieler Mark Ruffalo ist sehr umtriebig im Filmgeschäft. Er hat sich aber auch immer wieder für queere Freund*innen und Themen stark gemacht.

#1 Ehe für Alle 2011 engagierten Mark und seine Frau sich in der «New Yorkers for Marriage Equality» Kampagne. Ruffalo wollte sich damit für die Einführung der Ehe für alle einsetzen. «Meine Frau und ich erziehen unsere Kinder im Respekt gegenüber anderen. Wir glauben, jeder und jede sollte die Person sein, die sie möchte und die Person lieben, die sie oder er möchte – ob nun heterosexuell oder homosexuell». Gegner*innen der Ehe für alle bezeichnete er als «bigott» und deren Haltung als «den letzten verzweifelten Schrei einer sich ändernden Welt».

2014 unterstützte er auch eine brasilianische Präsidentschaftskandidatin wegen ihrer progressiven Umweltpolitik. Als er später erfuhr, dass dieselbe Frau nicht bereit sein würde, die Ehe für alle einzuführen, nahm er seine Unterstützung zurück.

#2 Schwuler Schulfreund Ruffalo berichtete einmal darüber, dass sich in seiner Schulzeit ein schwuler Freund ihm gegenüber outete. Das war Mitte der 80er Jahre. Damals sei in der Öffentlichkeit Homosexualität noch diese «seltsame Sache» gewesen, über die man nicht sprach, so Ruffalo. Sein 17-jähriger Schulfreund kam jedoch zu ihm und vertraute sich ihm an. Dadurch sei Ruffalo klar geworden, wie viel Mut sein Freund benötigte und er fragte sich, ob er selbst so mutig sein könne. Von da an war ihm klar, dass, wenn er weiterhin an die Werte von Gleichheit und Gerechtigkeit glauben wolle, er von nun an queere Menschen unterstützen müsse.

#3 Schwule Rolle 2014 übernahm Ruffalo die Hauptrolle in dem Aids-Drama «The Normal Heart». Er spielt darin einen Autoren in New York, der erleben muss, wie viele Freunde um ihn herum an HIV erkranken und später auch sterben. Er verliebt sich in einen Journalisten – gespielt von Matt Bomer – und versucht, gemeinsam mit ihm, Aufmerksamkeit für das Thema zu gewinnen.

Später sagte Ruffalo, dass er bei diesem Film verstanden habe, wie wichtig solche Filme seien, um diese Thematik einem breiteren Publikum nahe zu bringen.

Mark Ruffalo
(Bild: Flickr.com/Raffi Asdourian)

#4 Unterstützung für Renee Good Anfang Januar ist bei einer Durchsuchung der US-Behörde ICE, die illegale Einwander*innen aufspüren soll und dies mit äusserst rabiaten Methoden versucht, die 37-jährige queere Amerikanerin Renee Good erschossen worden (MANNSCHAFT berichtete). In Minneapolis, wo dies geschah sind seither Demonstrationen und Auseinandersetzungen mit der Polizei zu beobachten. Auch Prominente versuchen nun, Solidarität mit Good und ihren Angehörigen zu zeigen. Darunter auch Mark Ruffalo, der auf dem Roten Teppich der Golden Globes einen Anstecker mit der Aufschrift «Be Good» trug, um an Renee zu erinnern.

Ruffalo sagte: «Das ist für all die Menschen in den Vereinigten Staaten, die heute terrorisiert und verängstigt sind. Ich weiss, ich gehöre auch dazu. Ich liebe dieses Land. Und was ich hier sehe, ist nicht Amerika.»

#5 Politisches Engagement in US-Politik Mark Ruffalo setzte sich bei der letzten US-Präsidentschaftswahl für die Demokratin Kamala Harris ein. Er tat dies, um sich für Umweltthemen stark zu machen, aber er setzte sich dabei ebenso für andere progressive Aspekte, wie etwa queere Themen ein. Nach der Wahl sagte er: «Wir haben einen Arschtritt bekommen» und wollte darauf hinweisen, dass man sich im Engagement für diese Themen noch einmal ganz neu aufstellen müsse, aber nicht nachlassen dürfe, sich dafür zu kämpfen.

#6 Einsatz für queere Jugendliche Ein besonderes Anliegen ist Ruffalo auch der Einsatz für queere Jugendliche. Es gibt in den USA die Kampagne «100 Days of Kindness», die sich gegen Hass im Netz einsetzt und dabei besonders queeren Jugendlichen Unterstützung und Mut zukommen lassen soll. Mark repostete verschiedene Nachrichten und Botschaften aus der Kampagne. „Lass uns queere Schüler unterstützen», schrieb er.

#7 Queere Familien Ruffalo, der den Samenspender in «The Kids Are All Right» spielte, hat sich auch immer wieder dafür eingesetzt, queere Familienrealitäten anzuerkennen. Dabei erzählte er einmal, wie normal er es finde, dass sein eigener Sohn häufig zum Spielen mit Gleichaltrigen gehe, die zwei Väter hätten. Sein Sohn habe ihn noch nie gefragt: «'Papa, warum haben die dort zwei Väter?' Einfach, weil deren Haus nicht anders ist als meins. Es ist letztlich nur die Erziehung, die ihn darauf aufmerksam machen würde, dass es anders sein könnte».

#8 Kritik von trans Community Drei Jahre später produzierte Ruffalo den Film «Anything», in dem es um eine trans Frau gehen sollte. Die Hauptrolle spielte erneut Matt Bomer. Doch dieses Mal fiel die Begeisterung nur schwach aus. Denn viele kritisierten, dass die Hauptrolle nicht von einer trans Darsteller*in gespielt wurde, sondern von dem cis Darsteller Bomer. Noch bei «The normal heart» fragte Mark den Regisseur, ob er als heterosexueller Schauspieler der richtige sei. Nun stand er bei seinem eigenen Film vor einem ähnlichen Problem.

Nach deutlicher Kritik der trans Community reagiert Ruffalo. Er wandte sich an seine Kritiker*innen mit den Worten: «Ich höre euch. Es ist bedrückend, dass ihr das so schmerzlich empfindet. Aber es ist gut, dass wir nun dieses Gespräch haben. Es wurde Zeit». Der Film wurde trotzdem mit Bomer gedreht. «Wir lernen alle dazu», sagte Ruffalo.

#9 Spontane Hochzeitswünsche Es war ein schöner Tag im New Yorker Central Park für Klaire und Lynz, als sie dort heiraten wollen. Sie übertrugen ihre Zeremonie per Livestream für die Verwandten und Freunde, die nicht dabei sein konnten. Alles lief soweit wie geplant, als plötzlich einer der Zuschauenden dazwischenrief: «Läuft nicht Mark Ruffalo da hinten lang?» Alle drehten sich erstaunt um, und dachten, dass das wohl kaum der berühmte Schauspieler sein würde am Tag von Klaires und Lynz‘ Hochzeit im Central Park. Aber doch, er war es. Er erklärte sich bereit für ein paar Fotos, auf denen er zwischen den beiden Heiratswilligen stand. Die waren dann auch sehr froh, ihre Hochzeit mit einem Marvel-Star verbracht zu haben.

#10 Unterstützung für Elliot Page 2020 outete sich Elliot Page als trans. Viele Prominente unterstützten sie dabei und freuten sich nachher mit ihr, die meisten natürlich aus der queeren Community. Einer derjenigen, die nicht selbst queer waren, und sich auch für Page freuten, war Mark Ruffalo. Er schrieb damals: «Glückwünsch, Elliot, dafür, dass du nun ganz zu dir selbst stehen kannst und so offen und selbstbewusst bist. Du hast diese Welt toleranter und zu einem liebenswürdigeren Ort gemacht, zu einem Ort mit mehr Mut und Sensibilität. Wir sind froh, öffentliche Personen wie dich zu haben.»

Mehr: Neue Serie widmet sich dem schwulen Liebesleben von König Ludwig II. (MANNSCHAFT berichtete)

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