«Plötzlich ein ganz Schwacher»: Neue Doku über Guido Westerwelle

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Guido Westerwelle starb 2016 (Bild: WDR/AFP/Christof Stache)

Zum 10. Todestag erinnert die neue Doku «Westerwelle» an einen Politiker, der polarisiert hat und zugleich berührte: Der ehemalige Aussenminister und Vizekanzler vereinte Machtanspruch, Verletzlichkeit und die Fähigkeit zu persönlicher Entwicklung auf eine Weise, die ihn zu einer aussergewöhnlichen politischen Persönlichkeit machte.

In bislang unveröffentlichten Tonbandaufnahmen blickt Guido Westerwelle nach seiner Leukämiediagnose auf sein Leben zurück. Ergänzt wird sein persönliches Zeugnis durch Erinnerungen von Freund*innen und Weggefährten wie Michael Mronz, Wolfgang Kubicki, Renate Künast, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Christian Lindner, Klaus Wowereit und vielen anderen sowie durch umfangreiches Archivmaterial.

«Jahrzehntelang war ich ein Starker, und plötzlich bin ich ein ganz Schwacher.» Mit diesen Worten beschrieb Westerwelle 2015 die Folgen seiner Krankheit. Damals war er erst 54 Jahre alt. 30 Jahre lang prägte er als Oppositionsführer, Vizekanzler und Aussenminister den Übergang Deutschlands von der Bonner zur Berliner Republik. Als brillanter Redner und kompromissloser Stratege führte er die Liberalen 2009 zu ihrem grössten Wahlerfolg, konnte jedoch den späteren Niedergang seiner Partei nicht verhindern.

Seine Offenheit und sein Coming-out prägten den gesellschaftlichen Umgang mit LGBTIQ-Themen nachhaltig, das Schicksal seiner tödlichen Krankheit motivierte unter anderem viele Menschen zur Stammzellspende.

Der Dokumentarfilm zeigt Westerwelle als streitbare, oft polarisierende Persönlichkeit — und zugleich als Menschen, der am Ende seines Lebens mit seiner Liebesgeschichte zu seinem Ehemann Michael Mronz berührte. Am 18. März 2016 starb er im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Krankheit.

Viele Stunden erzählte Guido Westerwelle nach seiner Leukämiediagnose dem Buchautor Dominik Wichmann aus seinem Leben. In unter anderem bislang unveröffentlichten Tonbandaufnahmen blickt er auf seinen politischen Weg, persönliche Brüche und innere Wandlungsprozesse zurück. Die Aufnahmen sind in «Westerwelle» erstmals öffentlich zu hören.

Der Film ist am Montag, 9. März ab 22.45 Uhr im Ersten zu sehen und ab dem 9. März in der ARD-Mediathek verfügbar.

Guido Westerwelle gehörte zu den prägenden Gestalten der deutschen Politik und stand offen zu seinem Partner Michael Mronz, mit dem er sich im September 2010 verpartnerte. 2016 ist er mit nur 54 Jahren an den Folgen von Blutkrebs gestorben (MANNSCHAFT berichtete).

«Bridgerton»-Showrunnerin findet: Benedicts Bi-Coming-out ist ein «wunderschöner Moment». «Die Gesellschaft sollte nicht das Recht haben, die Regeln dafür vorzugeben, wie man lebt – oder wen man liebt» (MANNSCHAFT berichtete).

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