Neue Serie widmet sich dem schwulen Liebesleben von König Ludwig II.
Die Dreharbeiten zur deutsch-schweizerisch-österreichischen Produktion «Ludwig» sind abgeschlossen. Darin deckt ein Sonderermittler eine Romanze des Königs mit einem jungen Offizier auf.
Die Dreharbeiten der Highend-Serie «Ludwig» sind abgeschlossen. Gedreht wurde in Bayern, Tschechien und der Schweiz. Hinter dem Projekt steht eine internationale Koproduktion von W&B Television mit ARD Degeto Film, dem Bayerischen Rundfunk, ServusTV und SRF. Die Ausstrahlung der achtteiligen Serie ist für 2027 geplant, wie die Beteiligten in einer Pressemeldung bekanntgeben.
Im Zentrum der Serie steht König Ludwig II. von Bayern, eine bis heute widersprüchlich wahrgenommene historische Figur. «Ludwig» nähert sich dem Monarchen nicht als entrücktem Märchenkönig, sondern als verletzlichem Menschen, dessen Identität und Begehren im 19. Jahrhundert keinen Platz hatten. Die Serie verknüpft die Ermittlungen rund um seinen bis heute ungeklärten Tod mit dem intimen Porträt eines Mannes, der an gesellschaftlichen Zwängen und politischem Druck zerbricht.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive des Sonderermittlers Gustav Zimmermann, gespielt vom Zürcher Schauspieler Felix Mayr. Zimmermann wird 1886 beauftragt, den rätselhaften Tod des Königs zu untersuchen, und stösst dabei auf brisante Hinweise: Beweise für eine Liebesbeziehung zwischen Ludwig II. (Luis Pintsch) und dem jungen Offizier Paul (Jonathan Kriener). Diese mögliche Enthüllung droht, die ohnehin geschwächte Dynastie weiter zu destabilisieren. Gleichzeitig gerät Zimmermann in ein Geflecht aus Intrigen, Loyalitätskonflikten und politischen Machtspielen.
Für ein queeres Publikum besonders relevant ist die explizite Thematisierung von Ludwigs gleichgeschlechtlichem Begehren, das lange Zeit marginalisiert oder romantisierend verklärt wurde. Die Serie stellt diese Beziehung nicht als Randnotiz dar, sondern als zentralen Bestandteil von Ludwigs innerem Konflikt und seiner historischen Tragik.
Neben den deutschen und österreichischen Drehorten spielt auch die Schweiz eine wichtige Rolle. Historisch verbürgt ist Ludwigs enge Verbindung zur Schweiz, wo er den von ihm verehrten Komponisten Richard Wagner im Exil besuchte. Entsprechend entstanden Aufnahmen unter anderem in der Zentralschweiz rund um den Vierwaldstättersee und die Wagnervilla. Die Schweiz wird dabei auch als politischer Gegenentwurf zu den Monarchien jener Zeit inszeniert.
Zum Ensemble gehören neben Felix Mayr auch weitere Schweizer Beteiligte wie Bettina Stucky («Bagger Drama») in einer Nebenrolle. In weiteren Haupt- und Nebenrollen spielen unter anderem Aaron Friesz, Carlotta Bähre, Tom Wlaschiha, Karl Markovics und Nikolai Kinski. Regie führten Nina Vukovic und Sebastian Ko, die zugleich als Autor:innen an der Serie beteiligt waren. Headwriter waren Dominik Kempf und Marianne Wendt.
SRF ist als minoritäre Koproduktionspartnerin beteiligt. Baptiste Planche, Leiter Fiktion SRF, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: «‹Ludwig› ist eine aufwendig realisierte historische Crime-Serie, die dank der Zusammenarbeit europäischer Partner realisiert werden kann. Wir freuen uns ausserordentlich, dass SRF Teil dieses internationalen Projekts ist und wir dem Schweizer Publikum Zugang zu einer Serie auf höchstem Produktionsniveau ermöglichen können. Die Zuschauer*innen erwartet ein spannender historischer Blick auf die Schweiz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.»
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