OB Kai Wegner lädt Budapester Amtskollegen zum CSD Berlin

Gergely Karácsony wurde im vergangenen Sommer angeklagt

Budapest Pride 2025
Pride in Budapest, trotz Verbots (Bild: Rudolf Karancsi/dpa)

Gergely Karácsony wurde wegen der Budapester Pride-Demo im vergangenen Sommer angeklagt. Nun lädt Kai Wegner seinen Amtskollegen nach Berlin ein – um beim CSD Solidarität zu zeigen.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) lädt den Budapester Oberbürgermeister Gergely Karácsony zum Berliner CSD am 25. Juli ein. Das geht aus einem Schreiben Wegners an Karácsony hervor, aus dem der Tagesspiegel zitiert.

In Budapest war ein Pride-Verbot erlassen worden. Laut EU verletzt die Entscheidung des ungarischen Parlaments vom März 2025 «klar die Werte und Gesetze der EU» (MANNSCHAFT berichtete). Die Regenbogen-Parade fand aber stand, und Bürgermeister Karacsony führte sie an. Darum wurde er angeklagt (MANNSCHAFT berichtete).

Wegner sprach Karácsony und der LGBTIQ-Community in Budapest in dem Schreiben seine «aufrichtige Solidarität» aus. Die Berichte über Karácsonys Strafverfolgung seien besorgniserregend und stünden im Widerspruch zu den Werten, «für die wir in Europa gemeinsam eintreten», so der CDU-Politiker.

Beide Hauptstädte seien durch den Pakt der Freien Städte verbunden, der Toleranz, Gleichheit und Menschenrechte fördere. Berlin und Budapest feierten in diesem Jahr das 35-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft – dies sei «ein wunderbarer Anlass, unsere Freundschaft zu feiern und Solidarität sichtbar zu machen», schrieb Wegner.

Die LSU Berlin begrüsst die offizielle Einladung des Regierenden Bürgermeisters von Berlin an den Budapester Oberbürgermeister zum diesjährigen Berliner CSD.

Der LSU-Landesvorsitzende René Powilleit erklärt: «Kai Wegner setzt mit dieser Einladung ein unmissverständliches Zeichen für die Werte der Freiheit, der Demokratie und der Menschenrechte. In einer Zeit, in der die Sichtbarkeit und die Rechte der LGBTIQ-Community in Ungarn massiv unter Druck stehen, zeigt Berlin klare Kante. Die Teilnahme einer Delegation aus Budapest am CSD 2026 wird nicht nur unsere tiefe Freundschaft und das 35-jährige Partnerschaftsjubiläum feiern, sondern als kraftvolles Signal für Zusammenhalt in ganz Europa wirken.»

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