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«Etwas gegen Homosexualität zu haben, ist hinterwäldlerisch!»

Till Lindemann spricht im Interview mit dem Berliner Tagesspiegel Klartext

Till Lindemann
Till Lindemann (Foto: Facebook/Till Lindemann)

Bei Konzerten im Sommer in Russland und Polen zeigte sich die deutsche Rockband Rammstein solidarisch mit der LGBTIQ-Community. Nun legte Sänger Till Lindemann in einem Interview nach.

Für gewöhnlich sei er niemand, der sich in diese Diskussionen einschalte, aber manchmal müsse man einfach den Mund aufmachen, erklärte Till Lindemann jetzt im Tagesspiegel. Gefragt nach den Auftritten seiner Band in Russland und Polen sagte er, jeder könne kann tun und lassen, was sie oder er wolle. «Es gibt keine Grenzen, keine Tabus.»

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Dann erklärte der Musiker: «Dass man heutzutage noch so hinterwäldlerisch sein und etwas gegen Homosexualität haben kann, will mir einfach nicht in den Kopf.»

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Till Lindemann veröffentlicht am Freitag zusammen mit Peter Tägtgren sein zweites Soloalbum: «F & M». Im Sommer war er mit seiner Band Rammstein auf Tour. Ende Juli, als die Band im ausverkauften Luschniki-Stadion in Moskau spielte, gab es (mindestens) einen Aufsehen erregenden Moment. Die Bandmitglieder Richard Z. Kruspe und Paul Landers küssten sich auf der Bühne auf den Mund (MANNSCHAFT berichtete).

«Für Schwulenfeindlichkeit gibt es keine Legitimation»

Der in der DDR aufgewachsene Knuspe hatte vor ein paar Jahren in einem Interview erzählt, wie er 1989 im Jahr des Mauerfalls mit seinem schwulen Freund Leo über Ungarn nach Westberlin geflohen war. Berührungsängste hatte der Musiker offenbar noch nie.

Nach dem Moskauer Konzert beschimpfte der Duma-Abgeordnete Witali Milonow aus St. Petersburg – der Vater des Gesetzes gegen «Homo-Propaganda» – die Musiker als «Idioten» und erklärte: «Wenn sie sich küssen wollen, sollen sie das in der Ukraine tun.»

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Zuvor hatte es ein schon in Polen ein eindeutiges Zeichen für Vielfalt gegeben: Bei dem Konzert in Chorzów liessen sich die Rammstein-Musiker auf Schlauchbooten durchs Publikum tragen, und  Schlagzeuger Christoph Schneider schwenkte eine riesige Regenbogen-Flagge. Und das im katholischen und erzkonservativen Polen, wo sich mittlerweile 70 Städte zu «LGBT-freien-Zonen» erklärt haben (MANNSCHAFT berichtete).

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