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Testosteron und der Mann

Testosteron wird in den Hoden gebildet und unterliegt komplexen Regulations- und Rückkopplungsmechanismen. Gesteuert vom Hypothalamus werden unter anderem die Steuerhormone für die Produktion der Geschlechtshormone gebildet. Diese sind für die Herausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale wie Gestalt, Bartwuchs, Stimme und für das geschlechts­typische Verhalten verantwortlich.

Dabei unterliegt die Testosteronproduktion, neben dem Alter, zahlreichen anderen Einflussfaktoren wie körperlicher Aktivität, Gewicht und Fettverteilung, aber auch Stress, Erkrankungen und Einnahme von Medikamenten. Ausserdem ist ohnehin nur ein Teil des im Körper gebildeten Testosterons – man spricht vom freien Testosteron – letztendlich biologisch wirksam. Der grösste Teil ist an ein Transporteiweiss gebunden und kann so keine Wirkung entfalten.

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Bild: Instagram/nevo_tattoo

Abnahme ab dem vierzigsten Lebensjahr
Etwa ab dem vierzigsten Lebensjahr sinkt die Testosteronproduktion kontinuierlich um 1,4 % pro Jahr. Weiterhin steigt auch der Anteil des gebundenen und damit biologisch unwirksamen Testosterons. Abhängig vom Grad des Testosterondefizits können Libido, morgendliche Erektionen und die Fähigkeit zur Penetration vermindert sein. Die altersbedingte Abnahme der Testosteronproduktion wird im Volksmund auch als «die Wechseljahre des Mannes» bezeichnet.

Testosteron spielt aber auch eine grosse Rolle bei Stimmung, Antrieb und körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit. Auch die nicht so seltenen Gewichts­probleme und die Entwicklung von Bluthochdruck oder Diabetes mit zunehmendem Alter können damit in Zusammenhang stehen.

Therapeutisch gibt es heute Möglichkeiten, fehlendes Testosteron zu ersetzen. Vorzugweise erfolgt dies über ein Gel, das täglich aufgetragen wird, oder durch Injektion von Testosteron.

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Wie alle komplexen Therapien sollte auch die Anwendung von Testosteron mit ärztlicher Begleitung erfolgen. Obwohl sich Befürchtungen hinsichtlich Prostatakrebs oder erhöhtem Herzinfarktrisiko nicht bestätigt haben, sollte der Entscheid zu einer Testosterontherapie sorgfältig erfolgen. Häufig stellt sie eine lebenslange Therapie dar.

Grundsätzlich lohnt es sich, mit seinem Arzt über dieses Thema zu sprechen und bei entsprechenden Symptomen auch an einen Mangel an Testosteron zu denken.

Text: Med. pract. Michael Kluschke, Leitender Arzt Checkpoint Zürich

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